Demenzkampagne startet in Baden-Baden trotz Corona

Baden-Baden (kos) – Baden-Baden organisiert mit dem Pflegestützpunkt die Demenzkampagne „Begleite mich – in meine Welt“ zum achten Mal in Folge. Damit will sie auf die Tragweite von Demenz hinweisen.

Wollen mehr Bewusstsein für das Thema in der Bevölkerung wecken: Tanja Fröhlich, Christel Moritz und Roland Kaiser (von links). Foto: Konstantin Stoll

© kos

Wollen mehr Bewusstsein für das Thema in der Bevölkerung wecken: Tanja Fröhlich, Christel Moritz und Roland Kaiser (von links). Foto: Konstantin Stoll

Obwohl im vergangenen Jahr sieben der ursprünglich 31 geplanten Veranstaltungen coronabedingt abgesagt werden mussten, plant die Arbeitsgruppe des Pflegestützpunkts Baden-Baden mit einem reduzierten Angebot, um die Demenzkampagne auch im achten Jahr in Folge durchzuführen. Die Arbeitsgruppe hat sich nach eigenen Angaben Ende 2020 für ein Programm mit überwiegend Vorträgen, Schulungen und Informationsveranstaltungen entschieden. Damit hat sie sich an die Corona-Vorgaben angepasst, um unter Hygieneauflagen Veranstaltungen durchführen zu können, sagte Tanja Fröhlich, Leiterin des Pflegestützpunkts. Der Zeitraum für die Termine ist auf Mai bis Oktober beschränkt worden. Der Auftakttermin am 11. Mai – angedacht war ursprünglich ein Vortrag über Menschenwürde und Scham – ist bereits abgesagt. Bei allen weiteren Terminen müsse man kurzfristig sehen, ob sie stattfinden können, fügte Bürgermeister Roland Kaiser hinzu. Die Hoffnung liege hierbei auf den Corona-Schutzimpfungen.

Auf digitale Formate wurde bewusst verzichtet, da das Programm von persönlichem und individuellem Austausch leben würde, wie Kaiser erklärte. Menschlicher Austausch könne digital nicht ersetzt werden und sei auch nicht als Notlösung vorgesehen, wie Fröhlich ergänzte.

Pfleger und Angehörige sind Hauptzielgruppe

Da Demenzkranke mehrheitlich zu den Risikogruppen gehören, richtet sich das Programm in diesem Jahr vor allem an ihre Angehörigen und die Pflegekräfte der Demenzkranken als Zielgruppe, so Fröhlich. In dem Zug werden unter anderem die folgenden Themen für beide Gruppen behandelt: 10. Juni: Wie können Demenzkranke besser verstanden werden? 15. Juli: Was ist zu tun, wenn das Geld für die Pflege nicht mehr reichen sollte? 16. September: Wo fängt gegenseitige Gewalt in der Pflege von dementen Menschen an? Hierbei gilt es zu sensibilisieren, dass Gewalt nicht erst bei physischer Konfrontation beginne, betonte Christel Moritz, Einsatzleiterin der Aktion Nächstenliebe der AWO gGmbH. Für den persönlichen Austausch ist auch ein sogenanntes Couchgespräch zwischen Interessierten, Angehörigen und Pflegern geplant (24. August). Das Thema des Abschiednehmens wird ebenfalls aufgegriffen: „Die Pflege von Demenzkranken ist auch ein Stück weit Sterbebegleitung“, betonte Fröhlich. Zudem soll es speziell für Pflegefachkräfte eine Tagesschulung zum Umgang mit Dementen geben (21. Juli).

Die Durchführung der einzelnen Termine und die exakten Teilnehmerzahlen orientieren sich an den Inzidenzen. Nach aktuellem Stand ist die Teilnahme auf maximal 15 Personen je nach Örtlichkeit begrenzt. Die Teilnahme ist pandemiebedingt nur mit Anmeldung im Vorfeld möglich. Das Angebot ist kostenlos.

Das Programmheft mit den Anmeldeinformationen liegt unter anderem bei den Bürgerbüros, Ortsverwaltungen und teilnehmenden Partnern wie dem Klinikum Mittelbaden, dem DRK oder der evangelischen Kirchengemeinde aus. Weitere Informationen zur Kampagne sind neben der Broschüre zudem online verfügbar unter www.demenzkampagne.baden-baden.de

Ihr Autor

BT-Volontär Konstantin Stoll

Zum Artikel

Erstellt:
27. April 2021, 11:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 19sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.