Kundgebung ohne gravierende Zwischenfälle

Ottersweier (fvo) – Ohne große Zwischenfälle ist die Kundgebung von 160 Gegnern der Corona-Beschränkungen in Ottersweier verlaufen. Parallel fand eine Mahnwache statt. Die Polizei war massiv präsent.

Die Teilnehmer der Mahnwache drehen dem Demonstrationszug während der Zwischenkundgebung vor der Johanneskirche den Rücken zu. Foto: Bernhard Margull

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Die Teilnehmer der Mahnwache drehen dem Demonstrationszug während der Zwischenkundgebung vor der Johanneskirche den Rücken zu. Foto: Bernhard Margull

Die Erleichterung war in allen Gesichtern zu sehen: Ohne gröbere Zwischenfälle verlief die Kundgebung von rund 160 Gegnern der Corona-Beschränkungen am Sonntag in Ottersweier. Angemeldet waren 300 Teilnehmer. Das Gesundheitsamt des Landkreises hatte nur Stunden zuvor mit Blick auf die hohen Inzidenzzahlen Maskenpflicht für die Veranstaltung erlassen – was wohl doch etlichen die Lust verdarb. „Für uns ist wichtig, dass es friedlich ablief. Die Teilnehmer haben sich bis auf wenige Ausnahmen an die Auflagen gehalten“, lautete die Bilanz von Einsatzleiter Matthias Bruder. Laut Bruder wurde rund 20 Teilnehmern wegen Verstoßes gegen die Auflagen kein Zutritt zur Kundgebung gewährt. Das Ordnungsamt Bühl hatte laut Leiter Martin Bürkle Masken zur Verfügung gestellt.

Einziger nennenswerter Zwischenfall des Tages: Auf dem Weg von Maria Linden zur Johanneskirche wurden zwei Fotografen aus der Pfalz von Demonstranten bedrängt. Die Polizei, die nach den Vorkommnissen am Vortag in Rastatt mit massivem Aufgebot vor Ort war, griff sofort ein. „Wir sind handlungsfähig“, hatte Bruder bereits im Vorfeld betont.

Mit dem Regenschirm den Rücken zugekehrt

Vor der Johanneskirche fand zeitgleich eine stumme Mahnwache statt, ebenfalls mit dreistelliger Teilnehmerzahl. Aufgerufen hatte das Bündnis „Ottersweier gegen Rechts“. „Wir möchten gedenken und still sein. Alles andere ist unverantwortlich“, hieß es von der Versammlungsleitung. Unter dem Motto „Bunt statt braun“ drehte man dem Demozug mit Regenschirmen demonstrativ den Rücken zu. Unterwegs waren in Gedenken an die rund 77000 Corona-Toten in Deutschland drei große Kreuze und Friedhofskerzen aufgestellt. Die Redebeiträge bei einer Zwischenkundgebung in der Ortsmitte, unter anderem sprach der Bühler AfD-Stadtrat Peter Schmidt, konterte die Mahnwache mit Wissenschaftsbeiträgen von Dr. Mai Thi Nguyen-Kim vom Band.

„Viele friedliche Möglichkeiten bleiben nicht mehr“

Demo-Initiator Marco Kurz und Rechtsanwalt Klaus Harsch hatten zu Beginn zynisch Kritik an der „sozialen Diktatur“ geübt und kündigten gegen die ihrer Ansicht nach „rechtswidrigen Vorgaben und illegalen Auflagen“ rechtliche Schritte an. „Viele Möglichkeiten des friedlichen Protests bleiben nicht mehr“, so Kurz. Bei den bisherigen Kundgebungen in Ottersweier hatte es keine Maskenpflicht gegeben.

Das Gesundheitsamt begründete die Entscheidung mit dem diffusen Infektionsgeschehen im Landkreis. Zudem sei die Lage für Ottersweier auch vor dem Hintergrund der Tatsache, dass es am Tag zuvor Probleme bei einer illegalen Kundgebung in Rastatt gegeben hatte, neu bewertet worden, hieß es in einer Mitteilung des Landratsamtes.

Ihr Autor

BT-Redakteur Franz Vollmer

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Erstellt:
11. April 2021, 18:06 Uhr
Aktualisiert:
11. April 2021, 18:22 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 12sec

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