Rebland setzt auf Kultur

Baden-Baden (cn) – Die Theaterdramaturgin Cornelia Bitsch soll für Kulturproduktionen im Rebland gewonnen werden. Besonders hat man dabei die Freilichtbühne und die Winzertage im Auge.

Kulturelle Darbietungen haben die Mittelalterlichen Winzertage in Steinbach besonders bekannt gemacht. Foto: Christina Nickweiler/Archiv

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Kulturelle Darbietungen haben die Mittelalterlichen Winzertage in Steinbach besonders bekannt gemacht. Foto: Christina Nickweiler/Archiv

Im Rebland gibt es mehrere Bemühungen, bei herausragenden Veranstaltungen künftig ein ansprechendes, aber vor allem ein niveauvolles Kulturprogramm zu installieren. Als Vorbild dienen professionell vorbereitete Aufführungen in der Vergangenheit, die das Rebland bekannt gemacht und sich auch durch den 2003 verstorbenen Baldur Seifert in das kollektive Gedächtnis gebrannt haben. Im Gespräch ist die durch Theater und Fernsehen bekannte Regisseurin, Autorin, Schauspielerin und Hörfunksprecherin Cornelia Bitsch. Sogar eine Rebland-Hymne ist geplant.
Allen voran bemüht sich der Förderverein Wein, Tourismus, Kultur und Kunst im Rebland um die renommierte, in Baden-Baden lebende Theaterdramaturgin Cornelia Bitsch. Sie war auch stellvertretende Intendantin des Theaters Baden-Baden. Der Vorsitzende des Fördervereins, Klaus Bloedt-Werner, bestätigte auf Anfrage des BT entsprechende Bestrebungen, Bitsch als professionell Kulturschaffende für Produktionen im Rebland gewinnen zu wollen.

Rebland-Hymne komponiert

Er kenne Cornelia Bitsch nun schon viele Jahre, teilte Bloedt-Werner mit. Vor einigen Monaten habe es ein Gespräch mit der Regisseurin und ihrem Mann, dem Musiker und Komponisten Matthias Schulz, gegeben. Bei dem Gespräch sei es darum gegangen, „ob und inwieweit Frau Bitsch sich für den Förderverein beziehungsweise für den Verein Freilichtbühne engagieren könnte“, informierte der Neuweierer Stadt- und Ortschaftsrat. Seinerzeit habe er eine Kostprobe einer von Schulz komponierten Rebland-Hymne erhalten und seinerzeit den Ortsvorsteher unterrichtet. Bloedt-Werner weiter: „Es wäre jedoch sehr hilfreich, wenn Frau Bitsch zu einer Mitarbeit im Verein Freilichtbühne gewonnen werden könnte, da ich es für unbedingt erforderlich halte, dass, nachdem die baulichen Voraussetzungen geschaffen worden sind, nunmehr der Schwerpunkt auf die kulturelle Ausrichtung der Freilichtbühne gelegt werden muss.“

Bitsch kenne die Freilichtbühne aus der Anfangszeit. Sobald es die Pandemiebedingungen erlauben, möchte Bloedt-Werner den Dialog mit Bitsch wieder aufnehmen und Ortsvorsteher Ulrich Hildner miteinbeziehen. „Ich habe noch Kapazitäten frei“, teilte Bitsch, die künstlerische Leiterin des Baldreit-Theaters in Baden-Baden, mit.

Hildner gab sich bei einem Telefonat mit dem BT aufgeschlossen, die Regisseurin möglicherweise auch für das traditionelle Eröffnungsspiel bei den Mittelalterlichen Winzertagen in Betracht zu ziehen. Er wolle im Kreise des Fördervereins Mittelalterliche Winzertage, dessen Vorsitz der Ortsvorsteher inne hat, die Idee besprechen. Auch der stellvertretende Vorsitzende Marc Schneider war von dem Vorschlag, Bitsch als Autorin und Regisseurin für das Eröffnungsschauspiel zu engagieren, angetan. Denn eine professionelle Autorin und Theaterfrau könne Schneider zufolge die Ehrenamtlichen, die ohnehin die Rollen des Bühnenstücks übernehmen müssten, auf jeden Fall entlasten.

Im Rebland hofft man auf die Unterstützung durch Cornelia Bitsch. Foto: Christina Nickweiler

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Im Rebland hofft man auf die Unterstützung durch Cornelia Bitsch. Foto: Christina Nickweiler

Bereits 2018 hatte der langjährige Autor und „Hofpoet“ der Winzertage, Klaus Huber, sich zur Ruhe gesetzt. Seither war die Position eines professionellen Bühnenstückautors und Schauspielleiters vakant.

Philharmonie im Blick

Frischen Wind könnten den Winzertagen auch Auftritte der Baden-Badener Philharmonie verschaffen. Bis 2003 zog der alljährliche Auftritt der Philharmoniker auf der Bühne des Sportrings (SR) Yburg viele Freunde der klassischen Musik nach Steinbach. „Der Gedanke gefällt mir, dieses als Projekt in Angriff zu nehmen“, teilt indes SR-Yburg-Chef Erwin Karcher mit. Er wolle das Thema in der nächsten Vorstandssitzung zur Sprache bringen. „Vorteilhaft wäre natürlich, wenn wir über eine Person, die den Philharmonikern nahe steht, die entsprechenden Kontakte knüpfen könnten.“

Die professionell unter einem bestimmten Thema präsentierten Eröffnungs- und Abschlussaufführungen im Kirchwinkel sowie der Auftritt der Baden-Badener Philharmoniker haben den Steinbacher Winzertagen über Jahrzehnte ein Alleinstellungsmerkmal in der Region verliehen und zu Renommee verholfen.

Das weiß auch Karcher: „Auf jeden Fall wäre das für die Winzertage ein deutlicher Qualitätsgewinn. Ein ,bisschen‘ Kultur im Rebland gibt es ja schon durch die Freilichtbühne Hohenacker und die Sommer-Konzerte der Philharmonie im Schloss Neuweier. Es würde eigentlich dann auch gut passen, wenn zum Sommerbeginn bei den Winzertagen die Kulturtage eingeläutet werden“, kommentiert Karcher das angepeilte Rebland-Kulturkonzept in einem größeren Zusammenhang.

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Erstellt:
18. Mai 2021, 14:00 Uhr
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