Rheinmünster bietet Corona-Schnelltests an

Rheinmünster (fvo) – Die Gemeinde Rheinmünster bietet in der ehemaligen Grundschule in Stollhofen Corona-Schnelltests für Erzieherinnen und Mitarbeiter an. Zwei Mal die Woche wird getestet.

Und es tut gar nicht weh: Notfallsanitäter Michael Harter (DRF) nimmt bei Andrea Schäfer einen Corona-Schnelltest vor. Foto: Franz Vollmer

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Und es tut gar nicht weh: Notfallsanitäter Michael Harter (DRF) nimmt bei Andrea Schäfer einen Corona-Schnelltest vor. Foto: Franz Vollmer

Andrea Schäfer ist tapfer und sie lacht sogar. Kurzes Gestocher, kurzer Abstrich – fertig ist die Prozedur. „Sie sind die erste, die richtig Spaß dabei hat“, flachst Michael Harter, Notfallsanitäter bei der DRF Luftrettung und am Donnerstag der Mann am Stäbchen. Die Kita-Geschäftsstellenkraft ist eine von 185 Mitarbeitern der Gemeinde Rheinmünster, die künftig in der einstigen Grundschule Stollhofen in den Genuss wöchentlicher Corona-Schnelltests kommt.

Sicherheit aller erreichen

Sinn des Zusatzangebots ist eine möglichst lückenlose Testdichte: Zur Sicherheit aller. „Unser Ziel ist einfach, dass die Menschen zum Testen gehen und die Eltern ihre Kinder guten Gewissens in unsere Einrichtungen geben können mit dem Gefühl, dort maximalen Schutz vorzufinden“, erklärt Bürgermeister Helmut Pautler das neue Angebot. Es ist zumindest in dieser Kombi mit der DRF, die quasi den medizinisch-logistischer Partner gibt, einzigartig in der Region. Eine möglichst hohe Testquote, zu der man per schriftlichem Aufruf ermunterte, diene nicht zuletzt dem Gemeindeapparat, aber auch dem Familienumfeld jener Personen, mit denen etwa Erzieherinnen täglich zu tun haben. Am Dienstag hatte der erste Testlauf in Raum E17 (Erdgeschoss) begonnen mit drei Dutzend Durchgängen, ab sofort soll nun zweimal die Woche (Dienstag, Donnerstag) getestet werden. Besonderheit: Die Testung findet während der Arbeitszeit statt. Wobei die Abläufe zackig vonstattengehen.

„Hohe Quote ist kein Selbstläufer“

„Der Test selbst dauert keine zwei Minuten, die Teilnehmer dürfen gleich wieder gehen“, so Michael Harter. „Wenn sie nichts von uns hören, war alles in Ordnung.“ Ansonsten erfolgt zeitnah der Rückruf, im Idealfall noch vor Wiederbetreten der Arbeitsstelle. Dies war bis zum Donnerstag noch nicht nötig.

In den Testgenuss kommen zunächst mal die knapp 100 gemeindlichen Kräfte an den insgesamt vier Kita-Einrichtungen und drei Schulen mit einem Berechtigungsschein – maßgeblich die Erzieherinnen, aber auch Sekretärinnen, Reinigungskräfte, Hausmeister bis hin zur Kernzeitbetreuung, ob teilzeitbeschäftigt oder nicht.

In einem zweiten Schritt sollen dann auch die sonstigen Gemeindemitarbeiter, die keinen Berechtigungsschein, allerdings auch weniger Publikumskontakt haben, etwa im Bauhof, Hallenbad, in der Kläranlage oder in der Verwaltung, an der Reihe sein. Sie dürfen sich einmal wöchentlich testen lassen, auch während der Arbeitszeit.

„Für uns ist eine hohe Testquote kein Selbstläufer“, verspricht sich Pautler durch die Philosophie der kurzen Wege eine hohe Motivation. Und die Gemeinde sattelt noch eins drauf und bietet den Wahlhelfern Testungen rund um den Landtagswahltermin an. Der Test ist per se freiwillig und kann natürlich an x-beliebiger anderer Stelle auf eigene Faust durchgeführt werden.

„Das Angebot wird angenommen“

Pautler verhehlt indes nicht, dass man schon beim ein oder anderen Kandidaten Überzeugungsarbeit zu leisten hat, „wir appellieren natürlich an das Verantwortungsbewusstsein“, auch mit Blick auf mögliche haftungsrechtliche Folgen. Fazit: „Das Angebot wird angenommen.“

Die ehemalige Schule ist von Standort und Infrastruktur her ideal (gute Parkplatzsituation, Toiletten). Am Eingang gibt Martina Götz den freundlichen „Zerberus“. Die ausgebildete Sanitäterin und Reinigungskraft, die auch im Jugendrotkreuz der DRK aktiv ist, übernimmt die Terminkoordination und Dokumentation. Mit dem ersten Anlauf war zunächst das Personalbüro der Gemeinde befasst, zumindest, bis das Gerüst stand. Im Raum selbst führt dann Jeanette Koch, ausgebildete Arzthelferin und ansonsten im Hallenbad Greffern für Aufsicht zuständig (Pautler: „Sie war sofort bereit einzuspringen“), Buch und Statistik.

„Das wird sich schnell einspielen“

Laut Pautler hat man im Vorfeld etliche Stellen abgeklopft, die DRF hat, da sie ohnehin ihren Sitz in Rheinmünster hat, unbürokratisch ihre Mithilfe zugesagt. Sie ist nun „von 7.30 bis 16 Uhr vor Ort“, erklärt Harter. Bei den Terminen „versuchen wir, das Ganze natürlich nach dem jeweiligen Arbeitsanfall zu optimieren. Das wird sich schnell einspielen“, glaubt Kita-Gesamtleiterin Daniela Reif. Alles immer dergestalt, dass die Betreuung in der Kita sichergestellt ist. Sogar eine Doppelbelegung der Termine ist anvisiert, um den Zeitplan optimal auszufüllen. Das Angebot läuft lauf Pautler erst einmal bis Ostern, wobei die Gemeinde ihre Mitarbeiter täglich zudem mit zwei FFP2-Masken versorgt.

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Erstellt:
4. März 2021, 20:00 Uhr
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