Schulbustraining für Bühler Schüler

Bühl (baw) – Beim Schulbustraining lernen die neuen Fünftklässler das richtige Verhalten im öffentlichen Nahverkehr. Vier Bühler Schulen machen in diesem Jahr ihren Schülern dieses Angebot.

Thomas Hörnle erklärt Fünftklässlern der Bachschloss-Schule die Gefahren des Toten Winkels. Foto: Barbara Wersich

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Thomas Hörnle erklärt Fünftklässlern der Bachschloss-Schule die Gefahren des Toten Winkels. Foto: Barbara Wersich

Aus sicherem Abstand beobachten die Schüler der fünften Klasse der Bachschloss-Schule in Bühl gespannt, wie Busfahrer Thomas Hörnle den roten Schulbus ganz nah an die Pylonen am Straßenrand heranfährt. „Wenn ihr zu nahe am Bus steht, können wir Busfahrer euch nicht mehr sehen. Daran müsst ihr denken!“, versucht Hörnle den 24 Kindern das Problem mit dem Toten Winkel zu erklären.

Wie jedes Jahr ein paar Wochen nach Schulbeginn erhalten auch dieser Tage die Schüler der neuen fünften Klassen der weiterführenden Schulen in Bühl ein Schulbustraining. Insgesamt 13 Klassen von vier Schulen sind dieses Jahr dabei.

„Wir wollen die Kinder rechtzeitig auf die Gefahren sensibilisieren, die einhergehen mit so einer Busfahrt“, informiert Polizeihauptkommissar Sven Bramser am Bussteig 5 des Zentralen Omnibusbahnhofs (ZOB) in Bühl.

„Richtiges Benehmen ist wichtig“, sagt Hörnle und ermahnt die Kinder zur Ruhe. Das fängt schon damit an, dass man sich nicht auf den Sitz kniet, diesen nicht verschmutzt und vor allem nicht die Füße hochlegt. Oder womöglich auf die Idee kommt, den Nothammer zu entwenden, der in Gefahrensituationen lebensnotwendig ist. Darüber hinaus nimmt Hörnle den Kindern die Angst, dass sie sich in der Tür einklemmen könnten. „Dies kann dank der Schließautomatik nicht passieren“, beruhigt der Busfahrer.

Kinder haben Aha-Momente

„Was den praktischen Teil angeht, sind die Kinder viel konzentrierter“, sagt Klassenlehrerin Simone Jörger und beobachtet das Geschehen. In der vorangegangenen 45-minütigen Theoriestunde, die die Schüler morgens durch Hauptkommissar Bramser im Klassenraum erhalten haben, war erst einmal nur eines interessant: Was da wohl so alles am Gürtel des Polizeibeamten zu finden ist? Da sei die Zeit für die Powerpoint-Präsentation und die Filme, die den Schülern die typischen Situationen und Probleme im Busfahrgast-Leben demonstrieren sollten, doch recht knapp geworden, findet Jörger. Aber neben all der Theorie, bei der die Neulinge zum Beispiel erfahren, dass man während einer Busfahrt erst dann stehen darf, wenn alle Plätze belegt sind oder dass man Sitzplätze für den besten Freund ja gar nicht reservieren darf, weil jeder Anrecht auf einen Sitzplatz hat, gibt es auch den ein oder anderen Aha-Moment.

Wie belastbar so eine ausklappbare Rampe ist, das wird sofort getestet, indem die Kinder kräftig darauf herumspringen. Und auch der Notschalter zur Türöffnung wird gedrückt, was sonst selbstverständlich nur im Notfall passieren darf.

Welche Fliehkräfte da bereits herrschen, wenn der Bus bei gerade einmal sieben bis acht Stundenkilometern eine Vollbremsung hinlegt, wird den Kindern bei einer langsamen Busfahrt über den Platz gezeigt. Da fliegt der Rucksack schon gewaltig durch die Gegend! Wie das wohl erst bei einer höheren Geschwindigkeit ist?

„Sicher ist aber, die meisten Unfälle passieren nicht während der Busfahrt“, sagt Bramser. Sondern an den Haltestellen oder beim unvorsichtigen Überqueren der Fahrbahn. Und genau diese Aufmerksamkeit für den Verkehr gilt es, auch dieses Jahr bei den aktuell durchgeführten Schulbustrainings zu vermitteln.

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Erstellt:
12. Oktober 2021, 11:00 Uhr
Lesedauer:
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