100 Jahre Musikverein Harmonie Oos

Baden-Baden (vr) – Die Feierlichkeiten des Musikvereins Harmonie Baden-Oos zu seinem 100-jährigen Bestehen konnten noch nicht stattfinden. Dafür gab es jetzt einen Empfang mitder Oberbürgermeisterin.

Margret Mergen mit der Delegation des Vereins: (von links) Wolfgang Baur, Michael Eisen, Nico Zuber, Philipp Baur, Michael Hofmann und Michael Koch. Foto: Veruschka Rechel

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Margret Mergen mit der Delegation des Vereins: (von links) Wolfgang Baur, Michael Eisen, Nico Zuber, Philipp Baur, Michael Hofmann und Michael Koch. Foto: Veruschka Rechel

Der Musikverein Harmonie Baden-Oos feierte 2020 sein 100-jähriges Bestehen. Doch von Feiern konnte keine Rede sein. Die Corona-Pandemie machte dem Verein einen Strich durch die Planungen im Jubiläumsjahr.
Auch dieses Jahr ließ die Situation bisher noch keine Feierlichkeiten zu. Deshalb empfing Oberbürgermeisterin Margret Mergen eine Delegation des Vereins im Alten Ratssaal des Rathauses und gratulierte nachträglich mit einer Jubiläumsgabe von 600 Euro. „Die können wir gut gebrauchen“, freute sich Vorsitzender Michael Koch. Durch Ausgaben und fehlende Einnahmen habe Corona eine finanzielle Einbuße von 30.000 Euro verursacht. Es wäre noch mehr, wenn Dirigent Michael Hofmann dankenswerterweise nicht auf sein Honorar verzichtet hätte. Es fehle aber nicht nur der Vereinskasse viel Geld, sondern den Mitgliedern auch die Puste. „Unsere Musiker haben ein großes Probedefizit“, erklärte Koch. Allerdings strafte ein Bläser-Quartett ihn Lügen, denn es gab zwei Ständchen, die an Schmissigkeit nichts zu wünschen übrig ließen und die OB dazu verführten, mitzuschunkeln.

Bläserklassenschüler müssen bei Null anfangen

Auch die Pandemie hat der „Harmonie“ nichts anhaben können. Ein kleines Trostpflaster mag die Tatsache sein, dass der 1920 unter Otto Höfele „zur Pflege der Volksmusik“ gegründete Verein schon frühere Tiefen zu meistern verstand. Sogar dann, wenn diese wie nach einer anfänglichen Eingliederung in die Ooser Feuerwehr oder später infolge des Krieges mit einer Neugründung verbunden waren. Ungeachtet dessen hat sich der Musikverein zu einem bis heute unverzichtbaren Klangkörper entwickelt. Sogar bis in die USA reicht der Bekanntheitsgrad, wo man 1976 und 1979 an der jährlichen New Yorker Steuben-Parade teilnahm und nicht unwesentlich zur guten Stimmung beitrug.

Dass jeder Verein nur so gut ist wie sein Vorstand und dessen Mitstreiter, beweist beispielsweise Michael Koch, seit 2013 amtierender Vorsitzender. Da sich die Nachwuchsarbeit mit den Jahren immer schwieriger gestaltete, hatte er 2019 die zündende Idee, in zwei interessierten Grundschulen – in der Grundschule Cité und der Theodor-Heuss-Schule – Bläserklassen einzurichten. Durch die Kooperation mit Ralf Eisler, dem Leiter der Clara-Schumann-Musikschule in Baden-Baden, ergab sich sogar die Möglichkeit, die musikalische Bläserausbildung in den Regelunterricht der Schulen einzubinden.

Auch sein Herzensprojekt blieb von coronabedingten Rückschlägen nicht verschont. „Die Bläserklassen waren bereits im zweiten Jahr und zwölf Kinder kurz davor, in unser Schülerorchester aufgenommen zu werden. Jetzt müssen wir wieder bei Null anfangen“, klagte Koch.

Bleibt zu hoffen, dass geplante Veranstaltungen wie beispielsweise das Konzert der Big Band der Bundeswehr im März 2022 stattfinden können. „Den Saal im Kurhaus haben wir als Veranstalter vorsichtshalber schon mal reserviert“, sagte Michael Koch zuversichtlich.

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Erstellt:
18. Juni 2021, 14:00 Uhr
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