13,4 Millionen Euro für Siebentäler Therme

Von Stefan Jehle

Bad Herrenalb (sj) – Die in die Jahre gekommene Siebentäler Therme in Bad Herrenalb soll grundlegend saniert und erweitert werden. Das beschloss mit knapper Mehrheit der Gemeinderat der Kurstadt.

13,4 Millionen Euro für Siebentäler Therme

Wird umfassend modernisiert: Die Siebentäler Therme in Bad Herrenalb. Foto: Stefan Jehle

Bereits 2019 hatte eine Beratungsfirma ein Gutachten vorgelegt, November 2020 folgte ein erster Beschluss. Nach kontroverser Diskussion – bei am Ende sieben Ja, und fünf Nein-Stimmen – billigte jetzt der Gemeinderat ein Investitionsvolumen von rund 13,4 Millionen Euro.

Dazu erhofft sich der im November 2019 neu gewählte Bürgermeister Klaus Hoffmann (parteilos) auch Zuwendungen vom Land, ohne die die seit Jahren klamme Kommune das Vorhaben wohl nicht stemmen könnte. Die Therme belastet durch den jährlich eingefahrenen defizitären Betrieb auch den Haushalt der Kurstadt. Der Schuldenstand von Bad Herrenalb betrug zu Beginn des Jahres 2020 rund 31,6 Millionen Euro – was einer Pro-Kopf-Verschuldung von über 3.600 Euro entspricht. Dazu beigetragen haben auch erhebliche Investitionen für die kleine Gartenschau des Jahres 2017.

Mehrere Monate lang hatte vor der jetzigen Entscheidung ein Fachgremium über die Details des 2019 vorgelegten Bäder-Gutachtens beraten. Mit vertreten waren dort die Bad Herrenalber Stadtwerkechefin Karina Herrmann und als Projektleiter Eberhard Oehler, der einstige Geschäftsführer der Ettlinger Stadtwerke und Bäderbetriebe. Man rechne mit 20.000 Besuchern mehr nach dem Umbau und einem Defizit von noch etwa 500.000 Euro im ersten Jahr Regelbetrieb der neuen Therme, zuletzt waren es zwischen 700.000 und 900.000 Euro. Das seien „keine utopischen Zahlen“, ließen die Mitglieder des Gremiums verlauten. Knapp 100.000 Bade- und Saunagäste zählte man im Jahr 2019 in der Januar 1971 in Betrieb genommenen Therme. Noch im selben Jahr, 1971, verlieh die Landesregierung der Stadt Herrenalb die Bezeichnung „Bad“.

Vor allem Sauna und Gastronomie sollen erweitert werden

In dem 2019 von der auf Bäder spezialisierten Beraterfirma „Dorena“ vorgelegten Gutachten war von Investitionen in Höhe bis zu 15 Millionen Euro die Rede. Erweitert werden sollen nun vor allem die Bereiche Sauna und Gastronomie. Mit der Entscheidung des Gemeinderats setzte sich am Ende der seit anderthalb Jahren im Amt befindliche Bürgermeister Klaus Hoffmann durch. Noch im Vorjahr, so die Mutmaßung, hätte laut Berechnungen der Stadt selbst ein Abriss und die Stilllegung der Therme Kosten in Höhe bis zu 5,8 Millionen Euro verursachen können.

Bürgermeister Hoffmann hatte in seinem Wahlkampf die „enge Einbindung der Bürger“ in die Entscheidung versprochen. Eine Bürgerversammlung, wie angekündigt, hatte es aber dann doch nicht gegeben. Der Rathauschef der Kurstadt war vor seiner Wahl in Bad Herrenalb sieben Jahre lang in Karlsruhe Geschäftsführer der „KTG Karlsruhe Tourismus GmbH“, einer städtischen Tochtergesellschaft, gewesen. Sein Vorgänger im Amt, der frühere Bürgermeister Norbert Mai (parteilos), sorgte 2013 noch für Schlagzeilen mit einem Investor, der angeblich bis zu 160 Millionen Euro in Therme und Hotels investieren wollte. Das erwies sich freilich schnell als Flop.