200.000 Euro Schaden: Polizei warnt vor Trickdieben

Mittelbaden (red) – Das Polizeipräsidium Offenburg warnt vor Trickdieben, die seit dem vergangenen Jahr in Mittelbaden vor allem auf Supermarkt-Parkplätzen Geldbörsen stehlen.

Im vergangenen Jahr haben Trickdiebe in Mittelbaden laut Polizei über 200.000 Euro erbeutet. Symbolfoto: Arno Burgi/dpa/Archiv

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Im vergangenen Jahr haben Trickdiebe in Mittelbaden laut Polizei über 200.000 Euro erbeutet. Symbolfoto: Arno Burgi/dpa/Archiv

28 Fälle habe die Polizei seit Anfang des vergangenen Jahres aufgeklärt, teilt diese mit. Die Anzeigen lägen der Staatsanwaltschaft vor beziehungsweise sollen ihr noch vorgelegt werden. Drei Tatverdächtige mussten deshalb in Haft. Die Polizei habe außerdem drei weitere Haftbefehle erlassen. In einer Pressemitteilung schreibt die Polizei von Trickdieb-Banden. Diese seien für knapp 500 aktenkundige Straftaten verantwortlich.

Die Täter wählen laut den Beamten vorwiegend ältere Menschen als Opfer aus, um an deren Geldbörsen zu gelangen. Hierzu wurden in den meisten Fällen vor oder in Supermärkten Ablenkungsmanöver genutzt. Die Straftaten wurden überwiegend auf Parkplätzen von Einkaufsmärkten begangen, insbesondere in und um Achern, Rastatt und Baden-Baden. Auffällig sei, dass die Täter an einzelnen Tagen gleich mehrfach an wechselnden Orten entlang der Rheinschiene zwischen Ettenheim und Rastatt zuschlugen. Die Polizei geht davon aus, dass die Banden sich auf den Parkplätzen von Supermärkten längere Zeit aufhalten und ihre Opfer gezielt aussuchen und ansprechen. In einigen Fällen wurden Personen bestohlen, als sie gerade ihre Einkäufe in ihr Auto einluden. In einer Vielzahl der Fälle sei es im Anschluss an den Geldbörsendiebstahl zu Abhebungen an Geldautomaten in der Nähe der Tatorte gekommen. Die Täter gelangten zuvor an die PIN der Opfer. Teilweise befand sich diese im Geldbeutel oder sie wurde bei Abhebungen im Vorfeld erspäht. So ist laut Polizei bei den Diebstählen über 200.000 erbeutet worden.

Überregional arbeitende Banden

Regelmäßige Kontrollen von Beamten in Zivil in der Nähe von Discountern habe die Fallzahlen deutlich gesenkt, so die Polizei weiter. „So konnte mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Vielzahl weiterer Straftaten verhindert werden. Der hohe Kontroll- und Fahndungsdruck hat sich zweifellos bezahlt gemacht“, wird Steffen Siefert, der Leiter der Kriminalinspektion II bei der Kriminalpolizei Offenburg in der Mitteilung zitiert. Die Kriminalpolizei vermutet, dass es sich bei den Dieben um eine größere Gruppe handelt, die arbeitsteilig vorgeht und auch überregional ähnliche Straftaten begeht.

Ende November gingen den Fahndern zwei Frauen und ein Mann ins Netz, die im Verdacht stehen, am Morgen des 27. Novembers in einem Einkaufsmarkt in Kuppenheim einen Taschendiebstahl begangen zu haben. Eine der mutmaßlichen Diebinnen sitzt seither in Untersuchungshaft. Bereits am 26. November hatte die Polizei eine mutmaßliche Sammlungsbetrügerin vor einem Lebensmittelgeschäft in Offenburg festgenommen. Die 19-Jährige hatte bis zur Kontrolle durch die Polizei bereits mehrere Hundert Euro eingesammelt. Das Bargeld wurde sichergestellt. Am 19. November hatte eine zivile Streifenbesatzung auf dem Parkplatz eines Discounters in Kuppenheim einen verdächtigen Mann identifiziert. Der Verdächtige hatte zuvor mit hoher Wahrscheinlichkeit Kunden ausgespäht. Zwei mutmaßlichen Komplizen gelang die Flucht.

Die Polizei empfiehlt, Geld und Wertsachen möglichst dicht am Körper – am besten in verschlossenen Taschen – zu tragen. Um Diebstähle zu vermeiden, sollten Hand- und Umhängetaschen verschlossen auf der Körpervorderseite oder unter den Arm getragen werden.

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