Rastatter Schlossgarten: 22 Bänke in zwei Tagen demoliert

Von Markus Koch

Rastatt (mak) – 43 Bänke wurden zum Saisonauftakt am 6. und 7. April im Rastatter Schlossgarten aufgestellt, 22 davon wurden bereits zwei Wochen später an zwei Tagen massiv beschädigt.

Rastatter Schlossgarten: 22 Bänke in zwei Tagen demoliert

Völlig sinnlos: Unbekannte haben mit brachialer Gewalt für großen Schaden gesorgt. Foto: Staatliche Schlösser

„Es scheint unter den Gästen des Schlossgartens eine zahlenmäßig vermutlich kleine, aber hoch destruktive Gruppe zu geben“, ärgert sich Magda Ritter, Leiterin der Schlossverwaltung, über die sinnlose Zerstörungswut. Momentan arbeitet sie an Lösungen, um das Problem anzugehen. Im Vorjahr mussten die Staatlichen Schlösser und Gärten 23 mutwillig beschädigte Bänke wieder richten lassen, wofür allein rund 6.000 Euro an Reparaturkosten anfielen, berichtet Magda Ritter auf Anfrage unserer Zeitung. „Hinzu kommen aber noch die Kosten für die Demontage und Transporte“, verdeutlicht sie. Auf der Schlossterrasse sind acht Bänke platziert, auch sie wurden im Vorjahr teilweise beschädigt. „Wir reparieren die Bänke, solange es handwerklich sinnvoll ist und günstiger erscheint als eine Neubeschaffung.“ Aus „Altersgründen“ werde keine einzige entfernt: „Sämtliche Bänke, die wir austauschen mussten, wurden mutwillig zerstört.“

Eine Bank kostet 1.200 Euro

Wie teuer im Schnitt die Reparatur einer Sitzbank sei, lasse sich nicht pauschal beziffern, da die Schäden unterschiedlich hoch seien. Die Bänke bestehen laut Ritter aus FSC-zertifiziertem Hartholz. Auch aus Gründen der Nachhaltigkeit versuche man, die beschädigten Bänke nach Möglichkeit zu reparieren. Einige zerstörte Bänke werden von der beauftragten Fachfirma auch als Ersatzteillager benutzt. Im Schnitt lagen die Kosten für eine Reparatur bei etwa 50 Prozent des Neupreises, der sich auf rund 1.200 Euro pro Stück beläuft. Wie viele der jüngst beschädigten Bänke noch zu retten sind, sei noch nicht abschließend ermittelt, erklärt die Leiterin der Schlossverwaltung. Aufgrund der aufwendigen Reparaturarbeiten werde es noch einige Zeit dauern, bis zumindest ein Teil der Bänke wieder aufgestellt werden kann. Deshalb stehen aktuell nur 21 Sitzbänke zur Verfügung.

Abgesehen von den demolierten Parkbänken gibt es noch weitere Beschädigungen, die sich „zunehmend zu einem bedenklichen Dauerproblem“, entwickeln, verdeutlicht Ritter: „Regelmäßig werden Fassaden beschmiert und Scheiben eingeschlagen. Wir müssen zunehmend Verunreinigungen und Beschädigungen durch Kot und Urin feststellen. Auch die Vermüllung nimmt beständig zu“, ärgert sie sich.

Der Schlossgarten ist öffentlich zugänglich, die in der Parkordnung vorgeschriebenen Verhaltensregeln werden jedoch von einigen ungebetenen Besuchern „regelmäßig missachtet“, beschwert sich die Leiterin der Schlossverwaltung: „Auch unsere Appelle über die Presse, den Schlosspark pfleglich zu behandeln, führen zu keiner Verbesserung der Lage.“Vor diesem Hintergrund kooperieren die Staatlichen Schlösser bereits seit einigen Jahren mit der Stadt Rastatt, die einen privaten Security-Dienst damit beauftragt hat, an mehreren Tagen in der Woche ausgewählte Bereiche in der Innenstadt anzusteuern. Diese Form der Überwachung ist kostspielig und sorgt nur „kurzfristig für eine gewisse Beruhigung, wie wir in den vergangenen Jahren feststellen mussten“, so Ritter. Dennoch halte man an diesem Konzept fest. Um der misslichen Lage im Schlosspark Herr zu werden, finden aktuell Gespräche mit dem Rastatter Polizeirevier statt. „Wir möchten erreichen, dass es mehr Streifen im Park gibt. Außerdem erörtern wir noch eine Reihe weiterer Maßnahmen“, so Ritter.