223 Pferde im Angebot der BBAG-Jährlingsauktion

Iffezheim (kgö) – Am Freitag findet die traditionelle Jährlingsauktion von „Vollblutpferden aus Deutschland“ statt. Am Tag zuvor verwandelte sich die Rennbahn zum internationalen Handelsplatz.

Das Auktionsrennen am Mittwoch gewann der Hengst Mendocino (vorne) mit Rene Piechulek. Foto: Klaus-Jörg Tuchel

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Das Auktionsrennen am Mittwoch gewann der Hengst Mendocino (vorne) mit Rene Piechulek. Foto: Klaus-Jörg Tuchel

Es war wie fast immer am Tag vor der Jährlingsauktion der Baden-Badener Auktionsgesellschaft (BBAG). Das Gelände in Iffezheim verwandelte sich in einen internationalen Handelsplatz für das begehrte Produkt „Vollblutpferde aus Deutschland“. Mit einem Flieger aus Cambridge waren zahlreiche Agenten von der am Mittwoch zu Ende gegangenen Auktion im englischen Newmarket eingeflogen, um für ihre Kunden den deutschen Markt zu sondieren.

Dieser bietet den Vorteil der in den vergangenen Jahren erwiesenen Qualität zu Preisen, die im Vergleich zu den Versteigerungen in England und Frankreich eher moderat sind. Ein Vergleich: Wenn für ein einjähriges Pferd hierzulande 500.000 Euro bezahlt werden, würde es bei den großen internationalen Unternehmen Goffs, Tattersalles und Arqana das Doppelte kosten. BBAG-Geschäftsführer Klaus Eulenberger berichtete stolz: „Es kommen Agenten, die vorher noch nie bei uns waren.“

Ausländisches Interesse wird zwiespältig gesehen

Das große Interesse des Auslands wird von den deutschen Anbietern seit jeher zwiespältig gesehen. Laufen die verkauften Pferde nicht mehr in Deutschland, fällt die lukrative Züchterprämie von 30 Prozent zum Rennpreis weg. Das sind bei einem Derbysieg in Hamburg mit der Siegprämie von 390.000 Euro immerhin 117.000 Euro. Andererseits zahlen die Gäste Beträge in Dimensionen, die der deutsche Käufermarkt nur selten hergibt.

Die Jährlingsauktion ist stets auch ein Event, um neue Besitzer zu begeistern. Nach Informationen von „GaloppOnline“ soll sich nun sogar Verbandspräsident Michael Vesper an einem vom Ex-Fußballberater Lars-Wilhelm Baumgarten ins Leben gerufenen Besitzergemeinschaft beteiligen.

Mindestgebot liegt bei 3.000 Euro

Eine dankbare Einnahmequelle in Deutschland sind die zahlreichen, lukrativ dotierten Auktionsrennen, auch in Iffezheim. Die Pferde müssen nicht einmal verkauft worden sein. Es reicht schon, wenn sie im Ring angeboten wurden.

223 Pferde stehen heuer im Katalog, es gibt bislang 27 Abmeldungen. „Es ist das beste Angebot seit Jahren“, sagt BBAG-Geschäftsführer. Um 10 Uhr geht es am Freitag los, 3.000 Euro beträgt das Mindestgebot. Auch für die Nummer 84, die Stute Muskota. Deren Mutter hatte bislang keine Referenzen für schnellen Nachwuchs. Es änderte sich in kürzester Zeit: Manolas und Morning Eagle gewannen am Mittwoch das zweite und dritte Rennen in Iffezheim.

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Erstellt:
2. September 2021, 21:00 Uhr
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