25 Jahre Förderverein Theater im Kurpark

Gernsbach (sga) – Am 25. Juli wird der Förderverein Theater im Kurpark 25 Jahre alt. Doch Corona macht einem Jubiläumsfest einen Strich durch die Rechnung.

Stimmiges Bild: Die aufwendigen Bühnenbilder und Kostüme der Schauspieler werden überwiegend von Lidwina Catania und Ludwig Gerber gestaltet.  Foto: Gareus-Kugel

© vgk

Stimmiges Bild: Die aufwendigen Bühnenbilder und Kostüme der Schauspieler werden überwiegend von Lidwina Catania und Ludwig Gerber gestaltet. Foto: Gareus-Kugel

Eigentlich sollten am 25. Juli alte Kostüme im Kurpark versteigert werden. Teile aus Bühnenbildern, vielleicht sogar das Schloss aus „Dracula“, sollten für eine festliche Atmosphäre sorgen. Sogar ein Rätsel war angedacht. Doch Corona macht auch dem 25. Geburtstag des Fördervereins Theater im Kurpark einen Strich durch die Rechnung.

„Wir wollten richtig groß feiern“, erzählt Lidwina Catania. Als erste Vorsitzende des am 11. Mai 1995 gegründeten Fördervereins Theater im Kurpark und Mutter einer der Mitwirkenden unterstützt sie seit einem Vierteljahrhundert, wo sie kann. Dass das Jubiläum nicht in geplanter Form stattfinden kann, bedauert sie sehr.

Theater-Saison alle zwei Jahre

Einmal im Leben ein Open-Air-Theater aufführen – was einst als Traum des damals 17 Jahre alten Martin Rheinschmidt begann, führte im Sommer 1992 mit Goethes „Faust“ zur ersten Freilicht-Theater-Saison in Gernsbach – und der Entstehung von Theater im Kurpark (tik). Doch dabei sollte es nicht bleiben. Mit Unterstützung von Verwandten der jugendlichen Darsteller wuchs „das Szenenspiel im Kurpark zu etwas Großem“, erzählt Petra Rheinschmidt-Bender. Die Schwester des Initiators steht auch heute noch auf der Theaterbühne. Auf „Faust“ folgten nach „Jedermann“ (Hugo von Hoffmannsthal) und „Der Sturm“ (Shakespeare) zahlreiche weitere Stücke. Aus einst drei Theaterabenden wurden sechs, mittlerweile sind es acht. Bis einschließlich 2015 konnte man den Schauspielern jeden Sommer im Kurpark zusehen – inzwischen nur noch alle zwei Jahre. Grund dafür ist der „enorme Aufwand“, erklärt Ludwig Gerber.

Als Kassierer des Fördervereins ist er nicht nur für die Finanzen zuständig. Von ihm und sechs weiteren Mitwirkenden stammt das Bühnenbild. Zeitweise gestaltete er im Technikraum der Weisenbacher Johann-Belzer-Schule, an der er einst als Lehrer unterrichtete, aufwendige Kulissen. Woher er das Wissen hat? „Erfahrung“, sagt er mit einem Grinsen. Eine Ausbildung habe er nicht in dem Bereich gemacht. Als eins der größeren Projekte nennt er das Schloss für „Dracula“ (Dieter Lammerding). Für das Stück baute er ein etwa fünf bis sechs Meter hohes Gebäude, das jetzt als Dekoration für das Jubiläum angedacht war. Stattdessen bleibt es wohl – wie andere Bühnenbilder – weiter in der Postgarage hinter der Stadthalle eingelagert.

Zusammenarbeit mit tik funktioniert gut

Wo Theater gespielt wird, braucht es auch Kostüme. Dafür ist Catania zuständig, die mit den Vorbereitungen etwa im April der jeweiligen Saison beginnt. Das Stück, das sie am meisten forderte? Der Kaufmann von Venedig (Shakespeare), aufgeführt im Sommer 2013. „Damals hatte ich Hilfe von einer Kostümbildnerin“, erinnert sie sich. „Sie hat die Schnitte gemacht und die Stoffe eingekauft.“ Was die Gestaltung betrifft, bespricht sie jedes einzelne Kostüm mit Regisseur Rheinschmidt. „Da kann es schon auch passieren, dass ich spontan ein anderes Kleidungsstück nähen muss“, erzählt sie. Das sei jedoch nicht schlimm. Kreativität lasse sich eben nicht planen.

Neben der Unterstützung der Verwandtschaft aller Mitwirkenden hilft auch Hanni Gerber als zweite Vorsitzende des Fördervereins, wo „Not am Mann“ ist. Ihr „Steckenpferd“ – das Catering vor Ort. Die Bewirtung der Gäste nehme sie sehr ernst, schließlich soll es den Zuschauern an nichts fehlen.

Dass der 25. Geburtstag des Fördervereins nicht gefeiert werden kann, bedauern alle Beteiligten sehr. Trotzdem soll er nicht nachgeholt werden. „Nächstes Jahr steht schon die nächste Saison an“, erwähnt Catania. Was die Zusammenarbeit von Förderverein und tik betrifft, ist sie sehr zufrieden: „Zu Anfang haben wir einfach losgelegt, nun greift ein Rädchen ins andere. Alle helfen, jeder bringt sich mit seinen individuellen Fähigkeiten ein.“

Zum Artikel

Erstellt:
24. Juni 2020, 19:20 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 47sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Orte


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.