2.500 Solarmodule warten in Ottersweier auf ihren Einsatz

Ottersweier (jo) – Die Gemeinde Ottersweier errichtet ab dem Frühjahr Freiflächen-Photovoltaik-Anlage an der A5 bei Unzhurst.

Südlich der Böschung der Acherner Straße und westlich der A5 werden in Kürze die Solarmodule in 19 Reihen aufgestellt. Foto: Joachim Eiermann

© jo

Südlich der Böschung der Acherner Straße und westlich der A5 werden in Kürze die Solarmodule in 19 Reihen aufgestellt. Foto: Joachim Eiermann

Der Bau einer Freiflächen-Photovoltaik-Anlage ist in trockenen Tüchern. Die Gemeinde Ottersweier wird ab Frühjahr an der A5 bei Unzhurst als erste Gemeinde der Region Sonnenstrom in größerem Stil produzieren. Die Aufträge für Lieferung und Montage der Solarmodule sind raus, um alsbald mit den erforderlichen Installationen beginnen zu können.

Trotz Energiewende: Der Weg zur Genehmigung des grünen Projekts glich einem Hürdenlauf mit immer neuen Behördenauflagen. Die kamen vor allem aus dem Regierungspräsidium Karlsruhe, Fachbereich Straßenwesen und Verkehr, der die Autobahnen verwaltet. „Wir hatten nicht damit gerechnet, dass uns das Bebauungsplanverfahren verhagelt wird“, beklagte Bürgermeister Jürgen Pfetzer noch in einer Ratssitzung im Oktober. Schon im Frühjahr 2019 war dieses eingeleitet worden. Ursprünglich war vorgesehen, die Sonnenstromproduktion noch in diesem Jahr aufzunehmen, um von einer höheren Einspeisevergütung profitieren zu können.

Lieferung und Montage vergeben

Der letzte Schritt vor dem Jahreswechsel lautete indessen, Lieferung und Montage der Anlage zu vergeben. Den Hauptauftrag erteilte der Gemeinderat dem Ravensburger Solarspezialisten Solmotion project zum Angebotspreis von 437.000 Euro. Die für die Stromeinspeisung erforderliche Trafo- und Übergabestation wird die Syna GmbH aus Achern für 85.922 Euro errichten. Die Tiefbauarbeiten führt das Ottersweierer Bauunternehmen PEKA zum Angebotspreis von 28.651 Euro aus.

Diese Entscheidung ist vor drei Wochen unter Ausschluss der Öffentlichkeit gefallen. Der Bürgermeister erläutert dazu auf BT-Anfrage, dass Lieferung und Montage der Anlage als Gesamtleistung ausgeschrieben worden seien, also sozusagen als „ein Stück Photovoltaikanlage“. Derlei sei nach der Vergabe- und Vertragsordnung für Leistungen (VOL) im Gemeinderat zwingend nicht öffentlich zu behandeln. Pfetzer: „Da werden Einheitspreise und Kalkulationsgrundlagen offengelegt, die nicht öffentlich einsehbar sein dürfen.“

2.500 Module in 19 Reihen

Aufgestellt werden insgesamt 2.500 Module in 19 Reihen auf einem Eckgrundstück südlich der Acherner Straße (L87a) in 40 Meter Abstand zur Autobahn. Bei einer Gesamtleistung von bis zu 750 Kilowattpeak wird jährlich eine Ausbeute von 765.000 Kilowattstunden prognostiziert. Neben dem klimatechnischen Beitrag zur CO2-Bilanz verspricht sich die Gemeinde auch einen ökonomischen Gewinn. Gerechnet wird mit einem Gesamtüberschuss von 59.000 Euro in 20 Jahren Laufzeit.

Das 1,1 Hektar große Wiesengelände, auf dem der Solarpark errichtet wird, dient künftig als umzäunte Weide für Schafe. Die Tiere sollen das Gras niedrig halten. Beim Bau der Autobahn vor über 50 Jahren hatte das Grundstück den Baufirmen als Lagerfläche gedient, danach ließ sich dort der Unzhurster Bauhof nieder. Über die Jahre verdichtete sich der Boden und verringerte sich sein Wert für die Landwirtschaft.

Zum Artikel

Erstellt:
29. Dezember 2020, 14:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 16sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.