30 Jahre närrische Freundschaft mit Ottersweier

Ottersweier (BT) – Die Otterschwierer Leimewängscht und die Westkrauschwitzer Narrenzunft aus der Oberlausitz führen eine Tradition fort: Seit 30 Jahren besteht die Freundschaft der zwei Vereine.

Narrenzunft-Mitglieder mit ihren Gästen aus der Oberlausitz beim Treffen in Ottersweier.  Foto: privat

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Narrenzunft-Mitglieder mit ihren Gästen aus der Oberlausitz beim Treffen in Ottersweier. Foto: privat

Nach staubelastender Anfahrt war die Freude groß, als die 14 Mitglieder der Westkrauschwitzer Narrenzunft (WKNZ) kürzlich nach zwölfstündiger Fahrt in Ottersweier eintrudelten. Zum 30-jährigen Bestehen der Partnerschaft die Gäste im Rathaus gebührend empfangen. Der langjährige Oberzunftmeister und stellvertretender Ottersweierer Bürgermeister Linus Maier sowie Kerstin Schmalz vom Dreigestirn der Leimewängscht stießen mit Gemeindesekt auf das Jubiläum an.

Linus Maier stellte kurz die Lindengemeinde vor und betonte die Wichtigkeit der regelmäßigen Begegnungen der Gemeindepartnerschaft, heißt es in einer Mitteilung. Auch an die zündende Idee des ehemaligen Krauschwitzer Bürgermeisters Frank Stupka wurde gedacht: Beide Gemeinden hatten dieselbe Postleitzahl, „7583“ Ost und West. Seine einfache Frage lautete damals: „Wollt ihr Kontakt ja – oder ja? Die Gäste jetzt kamen nicht mit leeren Händen: Der neue Vorsitzende der WKNZ, Henry Hauk, hatte ein prächtiges Buch mitgebracht – eine einzigartige Dokumentation der 30-jährigen, närrischen Freundschaft. Den Abend ließ man im Zunftgarten in der Eisenbahnstraße 66 ausklingen. Die Zunftverantwortlichen überraschten die Gäste mit allerlei kulinarischen Spezialitäten der Region.

Eng getaktetes Besuchsprogramm

Die Gäste aus der Oberlausitz erwartete am Samstag eine Fahrt mit einem „urigen Gefährt“: Mit Traktor und offenem Anhänger ging es durch den Ort hinauf zum Aspichhof. In gekonnter Manier erläuterte Dr. Ewald Glaser das Entstehen und die Entwicklung des bereits 1265 erstmals erwähnten Hofgutes und seine heutige Rolle im öffentlichen Leben. Der Terminplan war „eng getaktet“, heißt es in einer Mitteilung des Vereins. So fuhren die Teilnehmer dann rasch weiter in Richtung Geiersbühn. Dort wurden die Oberlausitzer in die „Kunst des Mostens“ eingeweiht. Zunftrat Klaus Bauer beherrscht dieses alte Handwerk und auch eine Verkostung fehlte nicht. Schon wartete das nächste Highlight: Im Ortsteil Hatzenweier findet sich die kleine Buchbinderei von Roland Klöpfer. Die Geheimnisse des Buchbindens „fesselte“ die Besucher, jeder Gast durfte sein eigenes, kleines Büchlein binden. Eine Stärkung wartete im Hofladen „Querfeldein“ von Thomas Metzinger und seinem Team.

Frisch gestärkt ging man auf eine historische Runde durch den Ortskern. Der Historiker Waldemar Friedmann erläuterte die Geschichte des Dorfes und die Sehenswürdigkeiten. Auch die „Narren-Urgesteine“ auf dem Friedhof wurden besucht und ihnen mit einem Blumengruß gedankt. Der Tag wurde in der Zunftstubb beschlossen. In kleiner, aber gemütlicher Runde bei rustikalem Schlachtessen wurden „alte Geschichten“ aufgetischt und neue Pläne geschmiedet, heißt es weiter. Die Tradition, die Waldemar Friedmann und „Sir“ Oskar Dietrich (Otterschwierer Leimewängscht) sowie Frank Stupka (Westkrauschitzer Narrenzunft) begründeten, hat hoffentlich auch in der nächsten Narrengeneration Bestand, so wünschen es sich die Verantwortlichen.

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Erstellt:
22. Oktober 2021, 14:11 Uhr
Lesedauer:
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