3D Ready baut virtuelle Messehallen auf

Bruchsal (tas) – Das Bruchsaler Unternehmen Scholderer baut mit einer neuen Schwesterfirma dreidimensional anmutende Internetseiten auf. Produkte sollen so besser erlebbar sein.

3-D-Internetseite von Scholderer. Mit der Computermaus kann man sich hier durch einen Raum zu virtuellen Ständen bewegen. Bildschirmfoto: BT

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3-D-Internetseite von Scholderer. Mit der Computermaus kann man sich hier durch einen Raum zu virtuellen Ständen bewegen. Bildschirmfoto: BT

Bruchsal – Noch immer finden aufgrund der Corona-Pandemie keine Messen und andere Veranstaltungen statt, noch immer ist es für viele Unternehmen schwierig, in persönlichen Kontakt mit alten und potenziellen neuen Kunden zu treten. In diesen Zeiten wird das digitale Netzwerken immer wichtiger. Für das Bruchsaler Unternehmen Scholderer ist das ein Ansatz, sein Geschäft weiter auszubauen.
Dem auf IT-Beratung und -Dienstleistungen spezialisierten Unternehmen wurde dazu jüngst die 3D Ready GmbH zur Seite gestellt. Gegründet hat sie Robert Scholderer, der auch die nach ihm benannte Schwestergesellschaft aus der Taufe gehoben hatte. 3D Ready entwickelt für seine Kunden einen dreidimensional anmutende Web-Auftritt.

„Derzeit werden wir im Internet beim Abholen von Informationen auf 2D reduziert“, sagt Scholderer im Gespräch mit dem Badischen Tagblatt. Das führe dazu, dass man sich an viele Dinge schon wenig später nicht mehr erinnern könne. „Oder wissen Sie noch, auf welcher Internetseite Sie gestern um 14 Uhr waren?“

Hier setzt 3D Ready an. Das Unternehmen bietet seinen Kunden den Bau eines virtuellen Raumes an, in dem man dann eher wie in einer Messehalle unterwegs ist. Interessenten und potenzielle Kunden können die Leistungen und Angebote einer Firma betrachten und an konkreten Beispielen erleben. „Man kann auch physisch anfassbare Dinge wie eine Badewanne auf diese Art besser rüberbringen“, ist Scholderer überzeugt. „Wer seine Produkte außergewöhnlich präsentiert, kann mit mehr Aufmerksamkeit rechnen – und damit, besser in Erinnerung zu bleiben.“

Eine Welt wie in einem Computerspiel


Die Idee, Produkte im Internet dreidimensional darzustellen, ist nicht neu. Onlinehändler wie Amazon bieten solche Anmutungen schon länger an, um ihren Kunden Schuhe oder andere Bekleidungsstücke schmackhaft zu machen. 3D Ready geht noch einen Schritt weiter. Die Welt, die das Unternehmen für seine Kunden aufbaut, erinnert an ein Computerspiel, bei dem man sich durch einen virtuellen Raum bewegt. Und in der Tat arbeiten bei 3D Ready auch Mitarbeiter, die aus diesem Bereich kommen.

Als im ersten Corona-Lockdown im vergangenen Jahr alle Messen und Kongresse in Deutschland komplett abgesagt wurden, hatte Scholderer bereits den Plan entwickelt, die Kontaktaufnahme und -pflege sowie die Präsentation von Produkten und Dienstleistungen in den virtuellen dreidimensionalen Raum zu verlagern. Ende September vergangenen Jahres veranstaltete er laut eigenen Aussagen den ersten virtuellen Live-Kongress in 3D, die „ITSM Horizon“, mit insgesamt über 750 Teilnehmern. 45 Live-Vorträge per Video, Ton und Chat wurden angeboten; man konnte sich mit einem Avatar durch eine dreidimensionale Messehalle mit mehr als 20 Ausstellern bewegen.

im Herbst 2021 wird es eine Neuauflage der Veranstaltung geben, die sich nach Scholderers Vorstellungen in den kommenden Jahren stetig weiterentwickeln werde. So sollen die Unternehmen ihre dreidimensionalen Internetseiten als digitalen Messestand beim Kongress ganz einfach andocken können. „Wir gehen davon aus, dass die Zahl der Online-Kongresse unabhängig von Corona weiter zunehmen wird. Zugleich steigt der Anspruch der Teilnehmer und Aussteller an eine professionelle räumliche, virtuelle Darstellung.“

Ihr Autor

BT-Redakteuer Tobias Symanski

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Erstellt:
15. März 2021, 18:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 31sec

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