484 Flüchtlinge aus der Ukraine in Baden-Baden angekommen

Baden-Baden (sga) – „Hier muss niemand auf der Straße schlafen“: Stadtpressesprecher hat die aktuellen Flüchtlingszahlen aus der Ukraine für Baden-Baden vermeldet.

Noch ist der Platz nicht ganz ausgeschöpft: Im Heizenacker sind derzeit 50 Menschen untergebracht. Laut der Verwaltung stehen weitere Räume zur Verfügung. Foto: Sarah Gallenberger

© sga

Noch ist der Platz nicht ganz ausgeschöpft: Im Heizenacker sind derzeit 50 Menschen untergebracht. Laut der Verwaltung stehen weitere Räume zur Verfügung. Foto: Sarah Gallenberger

Vor der Ausländerbehörde in der Briegelackerstraße wird die Menschenschlange immer länger. „Drinnen sammelt sich auch schon alles“, berichtet BT-Leserin Karin Krämer. Seit dem Vormittag stünden Flüchtlinge aus der Ukraine vor dem Gebäude, „die wollen sich alle registrieren“. Stadtpressesprecher Roland Seiter kann die Information bestätigen.

„Die Kollegen arbeiten auf Hochtouren“, berichtet er auf Nachfrage dieser Zeitung. Der Tag beginne um sieben Uhr am Morgen und ende am Abend, wenn alles abgearbeitet ist. Dass sich dabei schnell mal viele Leute vor der Ausländerbehörde ansammeln, kann sich Seiter gut vorstellen, denn trotz der nun zusätzlich anfallenden Aufgaben bleibe die Personallage unverändert. Wie berichtet, ist die kurstädtische Ausländerbehörde seit Jahren chronisch unterbesetzt

Ändern werde sich an der derzeitigen Situation wahrscheinlich nichts, die Lage in der Ukraine spitzt sich immer weiter zu. Dass mit jedem Tag auch mehr Menschen nach Baden-Baden kommen, belegen die jüngsten Zahlen. Demnach sind am vergangenen Mittwoch 21 Flüchtlinge eingetroffen, Donnerstag waren es 48 und am Freitag weitere 54. „Montag sind es schon 128 Menschen gewesen“, so Seiter, „am Dienstag 164 und am Mittwoch 69 Personen.“ In den meisten Fällen handele es sich dabei um Frauen und Kinder.

Menschen stellen Wohnräume zur Verfügung

Und wie geht es weiter, wenn die Menschen in der Kurstadt ankommen? „In der Ausländerbehörde wird jeder registriert“, erklärt der Stadtpressesprecher. Dabei müsse sich im Übrigen keiner gehetzt fühlen und direkt am Tag seiner Ankunft in der Briegelackerstraße auftauchen: „Wenn es zwei, drei Tage später wird, ist das auch kein Problem.“ Nach der Erfassung kümmern sich die Kollegen vor Ort um das weitere Prozedere, „das richtet sich dann individuell nach dem jeweiligen Bedarf“, erklärt Seiter, „oft geht es dabei aber natürlich um die Suche nach einer Unterkunft“. Die meisten Menschen seien direkt bei Privatpersonen, sprich Familie oder Freunden, untergekommen. „Es haben sich aber auch Leute bei uns gemeldet, die Wohnraum zur Verfügung stellen wollen“, zeigt sich Seiter dankbar für solches Engagement: „Hier muss niemand auf der Straße schlafen.“

Wer ebenfalls freie Räumlichkeiten hat, kann sich per E-Mail an hilfe.ukraine@baden-baden.de wenden.

Ihr Autor

BT-Redakteurin Sarah Gallenberger

Zum Artikel

Erstellt:
9. März 2022, 21:30 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 05sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.