540 Unterschriften für Erhalt der „Oase“

Muggensturm (sl) – Dem Muggensturmer Kindergarten „Oase“ droht der Abriss. Bürgermeister Dietmar Späth hat eine Liste der Gegner entgegengenommen. Ein Bürgerbegehren wird es wohl trotzdem nicht geben.

Der Kindergarten „Oase“ Muggensturm liegt mitten im Wohngebiet. Ein Vorteil, wie der Elternbeirat findet. Foto: Sebastian Linkenheil

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Der Kindergarten „Oase“ Muggensturm liegt mitten im Wohngebiet. Ein Vorteil, wie der Elternbeirat findet. Foto: Sebastian Linkenheil

Der Elternbeirat des Muggensturmer Kindergartens „Oase“ hat für den Erhalt der Einrichtung 540 Unterschriften gesammelt. Allerdings wird es nun wohl doch kein Bürgerbegehren geben, wie Vorsitzende Miriam Zink einräumt: Leider sei ein Bürgerbegehren ein sehr streng geregelter Verwaltungsakt. „Durch ein paar Formfehler ist damit unsere Sammlung leider ungültig“, erklärt sie.

Die Gemeindeverwaltung erwägt den Abriss des sanierungsbedürftigen Kindergartens und möchte das Geld lieber in einen Neubau im Gewerbegebiet Faisen Nord II investieren (wir berichteten). Die Unterzeichner, die genau das verhindern wollen, kommen aus vielen Altersschichten, berichtet Zink, die ältesten seien über 80 Jahre, die jüngsten zehn Jahre. Einige hätten sogar persönliche Anmerkungen dazu geschrieben, warum sie den Erhalt des Kindergartens unterstützen. Unter anderem im Alter liegt allerdings ein Knackpunkt, denn die Unterschriften müssen von wahlberechtigten Bürgern stammen, bestätigte Bürgermeister Dietmar Späth dem BT. Ferner seien Fristen einzuhalten und ein Finanzierungsvorschlag für die angestrebte Maßnahme einzureichen. Dies sei nicht der Fall. Der Bürgermeister hat die Liste dennoch in Empfang genommen. Er begrüßt es, dass sich die Bürger für die Belange der Gemeinde interessieren und sich einbringen wollen. Die Entscheidung über den möglichen Abriss der „Oase“ sei auch noch nicht endgültig gefallen. Den Entschluss müsse der Gemeinderat treffen, möglichst noch in diesem Jahr. Dessen Fraktionen und Vertreter der Gemeindeverwaltung hätten mit den „Oase“-Unterstützern ausführliche Gespräche geführt und Meinungen ausgetauscht. Dies alles werde sicher in die Entscheidungsfindung des Gemeinderats einfließen, so Späth.

Die Initiatoren der Unterschriftensammlung verstehen die Argumente der Gemeinde zwar, so müssten für die neuen Muggensturmer Bürger zügig weitere Betreuungsplätze geschaffen werden. „Vor allem der finanzielle Aspekt leuchtet uns bei einer gut aufgestellten Gemeinde wie Muggensturm nicht ganz ein“, bleiben sie aber bei ihrer Haltung. Sie wollen sich weiterhin für den Kindergartenstandort im Wohngebiet einsetzen, den sie für geeigneter halten als den Bauplatz im Gewerbegebiet Faisen Nord II, der an zwei viel befahrenen Straßen und fernab vom Kernort liege. Zink: „Die einfachste Lösung ist auch nicht immer die beste. Gerade nicht für die Kinder.“

Ihr Autor

BT-Redakteur Sebastian Linkenheil

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Erstellt:
14. April 2021, 10:15 Uhr
Lesedauer:
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