Abenteuer Seefahrt im Museum LA8

Baden-Baden (cl) – Von hoher See und rätselhafter Tiefe: Die Seefahrt-Ausstellung „Schön und gefährlich“ im Museum LA8 öffnet am 5. Juni mit Gemälden, einem Walfischskelett und dem „Titanic“-Modell.

Impressionen der Ausstellung „Schön und gefährlich“ im Baden-Badener Museum LA8: Das Entenwalfisch-Skelett vor Max Klingers Gemälde „Sirene“.  Foto: F. Jesse/LA8

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Impressionen der Ausstellung „Schön und gefährlich“ im Baden-Badener Museum LA8: Das Entenwalfisch-Skelett vor Max Klingers Gemälde „Sirene“. Foto: F. Jesse/LA8

Geheimnisse und Gefahren der Ozeane stehen im Mittelpunkt der neuen Ausstellung „Schön und gefährlich“ im Baden-Badener Museum LA8. Gespiegelt werden der künstlerische Umgang mit der hohen See im 19. Jahrhundert, der naturwissenschaftliche und technische, der sich als Drama zwischen zivilisatorischer Beherrschung des Meeres und Naturgewalt in zwei großen Seeunglücken manifestiert: im Untergang des „Floßes der Medusa“ 1816, dessen Kapitän das sinkende Schiff schnöde verließ, und der „Titanic“ von 1912, als der Vorzeigedampfer bekanntlich nahe Neufundland von einem Eisberg aufgeschlitzt wurde und sank.

Die Eröffnung der Ausstellung – coronabedingt mehrfach verschoben – ist für kommenden Samstag, 5. Juni, geplant. Sofern die Kultur in Baden-Baden trotz wieder steigender Inzidenzen sozusagen „Wasser unterm Kiel“ behält und weiter Fahrt auf nehmen kann.

Die Verführungskraft der wogenden Oberfläche zeigt die Ausstellung in einer Reihe von Gemälden, Gouachen und Grafiken deutscher Künstler. Die Uffizien in Florenz haben Max Klingers „Sirene“ (1895) beigesteuert, einer in Rom entstandenen, damals als zu frivol verschmähten Bild gewordenen Verführung in den Wellen; auch Hans Thomas Nereide erwacht in der Schau. Die Mythen von den Verlockungen und vom Verderben der Seefahrer – des antiken Odysseus und des biblischen Jonas mit dem Wal – beschäftigten die Kunst. Auch profane Kapitänsbilder von Segelbooten, Dampfern wie Jachten entstanden.

Erinnerungsstücke der Besucher für die „Interaktive Pyramide“

Leihgaben wie das raumfüllende Skelett eines Entenwalfischs, samt Walfang-Harpunen und -Gewehren, erinnern an die damalige Großindustrie des Walfischfangs. Ein originalgetreuer Nachbau einer Tauchmaschine und das „Titanic“-Modell kommen von der Waterkant – aus dem Schifffahrtsmuseum Rostock sowie dem Meeresmuseum Stralsund. Mit dem Leinenwurfmörser, gebaut in den 1880er Jahren in Bremerhaven, wurden nahe der Küste auf Klippen aufgelaufene Schiffe an Land gezogen.

Die hohe See versprach im 19. Jahrhundert die große Freiheit, als der Alltag von Reglementierung, gesellschaftlicher Unterdrückung, Ausbeutung und Reformunlust geprägt war. Die Abenteuer der Seefahrer und Entdecker lagen zwar schon Jahrhunderte zurück, aber technische Pionierleistungen begannen gerade: die Verlegung des ersten Transatlantikkabels 1858, die erste Tiefsee-Expedition 1898 von Hamburg aus in den Indischen Ozean, die erste Schiffsexpedition an Bord der „Endurance“ 1914 ins ewige Eis. Mit der Dampfschifffahrt gab es zwar noch keinen Kreuzfahrt-Tourismus wie heute, aber die Luxusklasse reiste auch auf den Auswandererschiffen sehr bequem in die Neue Welt.

Damals verursachte die Eroberung der Weltmeere schon reichlich Strandgut, nicht nur von untergegangenen Schiffen. Mit der „Interaktiven Pyramide“ werden die Besucher aufgefordert, zu Hause aufgetauchte Erinnerungsstücke ans Meer ins LA8 mitzubringen.

Ihr Autor

BT-Redakteurin Christiane Lenhardt

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Erstellt:
2. Juni 2021, 09:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 17sec

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