Abenteuer im Roggenfeld-Irrgarten

Durmersheim (manu) – Haben Sie sich schon mal bewusst im Roggenfeld „verlaufen“? Für Kinder ist das Roggen-Labyrinth von SImon Enderle in Durmersheim gerade ein Hit.

Blick von oben aufs Roggenlabyrinth. Drohnenfoto: Simon Enderle

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Blick von oben aufs Roggenlabyrinth. Drohnenfoto: Simon Enderle

Leise streicht der warme Frühsommerwind über das Roggenfeld auf der Hardt. Die hohen grünen Halme wiegen sich in der Brise, verraten auf den ersten Blick nicht ihr verborgenes Geheimnis. Hinter einem Portal, gefertigt aus Strohballen, wartet in Durmersheim auf 8.000 Quadratmetern ein verschlungenes Labyrinth, ein spannender Zeitvertreib für Kinder.

Etwas größer als ein Fußballfeld

In der Luftaufnahme offenbart sich das volle Ausmaß des grünen Irrgartens. Etwas größer als ein Fußballfeld ist das Areal. In den Gängen kann man sich toll verlaufen, unverhofft auf eine Sackgasse stoßen, sich auf das Wagnis einlassen, immer tiefer ins Labyrinth zu geraten, dabei die Nerven behalten, um auch den Weg heraus zu finden.

„Simon war der Initiator“, sagt Rolf Enderle, der mit dem Sohnemann das Erdbeerland in Durmersheim führt. Direkt gegenüber der Verkaufshalle in der Triftstraße 111 steht das Labyrinth. „Über Pfingsten wurde es sehr gut angenommen“, freuen sich die Enderles. Simon Enderle hatte sich orientiert an den herbstlichen Mais-Irrgärten, die man vor 20 Jahren regelmäßig im Spätjahr anbot. Kindern wollte er parallel zur Erdbeer- und Spargelsaison ein attraktives Vergnügen bieten.

Der Besuch des Labyrinths ist kostenlos und nicht an einen Einkauf im Hofladen geknüpft, obwohl natürlich die roten Früchtchen dort einen unwiderstehlichen Reiz ausüben. Der Irrgarten eignet sich gut für Familien als kurzes Ausflugsziel. Bänke zum Verweilen stehen bereit. „Es kommt dem Labyrinth zugute, dass es im Freien ist; so können sich die Kinder ungezwungen bewegen“, erklärt Simon Enderle.

Mit Rasenmäher „verfahren“

In seiner Bekannten Sally Stutzenberger fand er die Designerin für die verschlungenen Wege. Aus der Luft sollte eine stilisierte Erdbeere erkennbar sein. Diese ist auf Stutzenbergers Entwurfszeichnung eindeutig auszumachen. „Die Ausführung des Vorhabens ging aber daneben“, räumt Rolf Enderle ein. Als im April der Winterroggen eine überschaubare Höhe von 15 Zentimetern erreicht hatte, steckten die Drei am Rand des Felds mit kleinen Pfählen ein Raster ab. Innerhalb des Rasters ging man daran, mit einem Rasenmäher das Entwurfsmotiv in den Roggen zu zeichnen.

Wie zeitaufwendig und mühevoll die Arbeit sein würde, hatte man vor dem Start nicht abschätzen können. „Es war nicht wirklich gut zu schaffen“, kommentiert Simon Enderle. Irgendwann war auch die Geduld dahin.

Abenteuer im Getreidefeld

Was nicht ist, kann aber im kommenden Jahr noch werden. Sein Vater gewinnt dem entstandenen Labyrinth spontane Kreativität ab: „Jetzt ist es ein futuristisches Fantasiemuster“. Den kleinen Kindern, die nach dem Gang durch den Irrgarten auf den Strohballen vor dem Eingang toben, ist die Draufsicht auf das Roggenfeld egal. Für sie zählt allein das Abenteuer, den Weg durch das Getreidefeld zu finden, in dem die Halme höher sind als sie selbst. Und bevor man ins Labyrinth eintaucht, lässt man sich von Mama und Papa vor dem Portal noch schnell zur Erinnerung fotografieren.

Der Roggen hat übrigens nicht nur touristischen Erlebnischarakter. Das Feld dient als Zwischenfrucht, durchwurzelt den Boden, der dadurch durchlüftet und gelockert wird.

Initiator Simone Enderle am Labyrinth-Eingang. Er freut sich über den regen Zuspruch. Foto: Manuela Behrendt

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Initiator Simone Enderle am Labyrinth-Eingang. Er freut sich über den regen Zuspruch. Foto: Manuela Behrendt

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Erstellt:
31. Mai 2021, 16:50 Uhr
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ca. 2min 31sec

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