Abschied mit musikalischem Glanz

Bühl (wv) – Katherine Flynn-Hartmann leitet ihr letztes Konzert mit den Kappelwindeck-Musikanten. Bei ihrem Abschied hat sie die zehn Jahre künstlerische Zusammenarbeit Revue passieren lassen.

Zum Abschied von Katherine Flynn-Hartmann als Dirigentin überreichen ihr Michael Aschoff (rechts) und Klaus Huber ein großformatiges, aus Hunderten Musiker-Bildern zusammengesetztes Porträt-Mosaik. Foto: Werner Vetter

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Zum Abschied von Katherine Flynn-Hartmann als Dirigentin überreichen ihr Michael Aschoff (rechts) und Klaus Huber ein großformatiges, aus Hunderten Musiker-Bildern zusammengesetztes Porträt-Mosaik. Foto: Werner Vetter

„Sie haben mit den Kappelwindeck-Musikanten große Erfolge erzielt. Das ist das Ergebnis von harter Arbeit, gepaart mit Empathie und Leidenschaft“, attestierte Vorsitzender Rüdiger Höche der Dirigentin Katherine Flynn-Hartmann am Samstagabend im Konzert, mit dem sie sich als musikalische Leiterin des Blasorchesters verabschiedete – auf den Tag genau nach zehn Jahren ihres Wirkens.

Der Kappelwindecker Verein hatte die ehemalige Produktionshalle von USM-Haller mit Blumen und Kerzenleuchtern aufgestylt. Seiner Dirigentin hatte er ums Notenpult herum symbolträchtig Rosenblüten gestreut. Obwohl es sich um einen Abschied handele, hätten sich die 60 Musiker und Musikerinnen mächtig darauf gefreut, nach über einem Jahr Pause wieder konzertieren zu dürfen, so Höche.

Harmonisches Zusammenspiel

Die Umstände waren ungewöhnlich: Coronagerecht musste die Besucherzahl begrenzt bleiben, wenige Funktionsträger aus Blasmusikszene und Kommunalpolitik eingeschlossen. Auch die Stühle der Musiker standen mit zwei Metern Abstand, was das Orchester auf rund 25 Meter Breite ausdehnte. Über die Diagonale lagen sogar etwa 35 Meter zwischen den Registern. Das machte gegenseitiges Hören schwierig bis unmöglich. Dennoch gelang das rhythmisch-harmonische Zusammenspiel staunenswert gut. Nach etwas Nervosität zu Beginn erlangte das Orchester schnell Sicherheit im Umgang mit den problematischen akustischen Verhältnissen.

Katherine Flynn-Hartmann dirigierte klar und doch mit eleganten Bewegungen. Sie und die Kappelwindeck-Musikanten präsentierten einen stilistischen Querschnitt durchs gemeinsame Jahrzehnt. Runden Klang entfalteten sie in „Die Sonne geht auf“, akzentuiert spielten sie „Böhmisch klingt’s am Schönsten“. Mit verträumten Melodien über opulentem Klangfundament begeisterte das Orchester in André Waigneins „Air for Winds“. Mit einem knackigen Medley „Nena!“, das auch emotionale Balladen einschloss, unternahm es einen attraktiven Ausflug in die Pop-Musik. Markant trumpften die Kappelwindeck-Musikanten mit dem Marsch „Kaiserin Sissi“ auf. Warmer Tenor- und Flügelhornklang schmeichelte den Ohren in der Polka „Auf der Pfingstwiese“. Das von Abba bekannte „The Way old Friends do“ gestaltete die Blaskapelle in Scharnagls Arrangement zum träumerischen Hörgenuss.

Mitreißende Polka

Nach dem sehnsüchtigen Duo-Vorspiel gelang dem Orchester eine mitreißende Polka „Von Freund zu Freund“. Den heftig bejubelten Schlusspunkt setzte „Let me entertain you“ im Don-Campbell-Arrangement, das Bögen von zartem Gefühlvollem zu markanten Tutti spannte. Rhythmischen Applaus und stehende Ovationen beantworteten die Kappelwindeck-Musikanten mit Hermann Dostals prickelnd gespieltem „Flieger-Marsch“.

Eingestreut in die Musik hatte Katherine Flynn-Hartmann als Moderatorin die zehn Jahre künstlerische Zusammenarbeit Revue passieren lassen, für deren organisatorische Seiten Andreas Vögele, Georg Schultheiß und Michael Aschoff als Musikervorstände Wesentliches geleistet hatten. Letzterer dankte der Dirigentin im Namen der Musikerinnen und Musiker: „Sie haben durch Ihre Probenarbeit und Ihr angenehmes Wesen ein Umfeld geschaffen, in dem wir uns musikalisch entwickeln konnten.“

Zur Erinnerung überreichte er ein großformatiges Wandbild, ein Porträt Katherine Flynn-Hartmanns, ein Mosaik aus Hunderten von Musikerbildern zusammengesetzt. Vorsitzender Rüdiger Höche drückte den Dank in einem Blumengebinde aus und schloss den Ehemann der Dirigentin, Professor Karl-Otto Hartmann, für dessen künstlerische Unterstützung ein.

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Erstellt:
2. August 2021, 14:00 Uhr
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