Abstand: 95 Hinweisschilder in Baden-Badener Allee

Baden-Baden (nof) –Was das Besucheraufkommen in der Innenstadt und Lichtentaler Allee angeht, zieht die Stadtverwaltung für das zurückliegende Wochenende eine gemischte Bilanz.

•Nur wenige Spaziergänger ziehen eine Maske auf, obwohl die Abstände auf den Allee-Wegen kaum einzuhalten sind.  Foto: Monika Zeindler-Efler

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•Nur wenige Spaziergänger ziehen eine Maske auf, obwohl die Abstände auf den Allee-Wegen kaum einzuhalten sind. Foto: Monika Zeindler-Efler

„Es war weniger los als am Wochenende davor, aber nicht wenig“, sagt Pressesprecher Roland Seiter. Nach dem Besucheransturm auf die Lichtentaler Allee am 20. und 21. Februar, dem ersten frühlingshaften Wochenende des Jahres, hatte das Rathaus an die Bürger appelliert, sich bei schönem Wetter alternative Touren für Spaziergänge auszusuchen, und beliebte und entsprechend gut besuchte Ausflugsziele wie Allee oder Battert zu meiden, weil dort die Corona-Abstandsregeln nur schwer einzuhalten seien. Das habe bedingt geklappt, so Seiter.

Der Gemeindevollzugsdienst sei am Samstag und Sonntag in Innenstadt und Allee im Einsatz gewesen und habe jeweils mehrere Personen angesprochen, die entweder keine Maske getragen oder den Abstand von 1,5 Metern nicht eingehalten hätten, so Seiter. Bußgelder seien aber keine verhängt worden. „Es blieb bei der Ansprache.“

Der für die Allee zuständige Gartenamtsleiter Markus Brunsing geht davon aus, dass die Aufrufe im Vorfeld doch gefruchtet hätten. Es sei deutlich weniger los gewesen als am Wochenende zuvor. Er glaubt, dass zumindest viele Einheimische schon die Tage unter der Woche genutzt hätten, um die Krokusblüte zu bewundern.

Nur wenige Spaziergänger ziehen Maske auf

95 gelbe Hinweisschilder aufs Abstandhalten seien in Allee und Gönneranlage aufgestellt worden. Aber vor allem auf dem Spazierweg entlang der Oos habe es sich am Sonntag zeitweise gedrängt, sagt Pressesprecher Seiter. Nur etwa fünf Prozent der Besucher hätten eine Maske getragen, obwohl die Landesverordnung weiterhin gelte, die einen Mundschutz vorschreibt, wenn die Mindestabstände nicht eingehalten werden können. „Alle Menschen wollen Lockerungen, doch die Infektionszahlen steigen wieder“, sagt Seiter. „Da sind alle zur Mithilfe aufgerufen.“

Auch eine Leserin hat sich an die Redaktion gewandt, und ihre Beobachtungen von einem städtischen Spielplatz geschildert. „Es ist schön mit Kinder auf den Spielplatz zu gehen und wichtig, gerade in Zeiten des schweren Lockdowns. Aber zu Corona-Zeiten alle Erwachsene ohne Mundschutz? Keine Abstandseinhaltung? Keine behördliche oder polizeiliche Kontrolle auf Einhaltung der Anti-Covid-Regeln?“ Diese Ignoranz sei „traurige Realität und für mich persönlich ein großes Ärgernis“, schreibt sie: „Resultat all jener Regelverstöße: Noch länger Lockdown für groß und klein, steigende Inzidenz und immer noch mehr Opfer der Pandemie.“

Wieder großes Müllaufkommen

Zurück zur Allee: Da sei das Müllaufkommen am Wochenende wieder sehr hoch gewesen, vor allem in der Nähe zur Innenstadt habe man mit vielen To-Go-Verpackungen zu kämpfen gehabt, beschreibt Seiter. Die Müllbehälter seien aber vormittags und nachmittags geleert worden.

Ob die Menschen dem Vorschlag der Stadtverwaltung, Spazierwege abseits der Hauptausflugsziele zu wählen, gefolgt seien, konnte Seiter nicht beurteilen.

Ihr Autor

BT-Redakteur Nico Fricke

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Erstellt:
2. März 2021, 11:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 18sec

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