Abteilungsfusion in greifbarer Nähe

Gernsbach (stj) – Im Hintergrund schon lange ein Thema, ist die Verschmelzung der Feuerwehrabteilungen Obertsrot und Hilpertsau nun zum Greifen nahe.

Ein Haus der Vereine ist als zukünftige Nutzung des Feuerwehrgerätehauses Hilpertsau im Gespräch. Foto: Raimund Götz

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Ein Haus der Vereine ist als zukünftige Nutzung des Feuerwehrgerätehauses Hilpertsau im Gespräch. Foto: Raimund Götz

Die Feuerwehrabteilungen Hilpertsau und Obertsrot arbeiten schon seit Jahren intensiv zusammen. Neben der längst eingeführten gemeinsamen Probenarbeit werden sie inzwischen auch als gemeinsame Einheit alarmiert – nicht nur über die automatischen Brandmelder der örtlichen Fabriken der Papierindustrie, sondern zu allen Einsätzen. Damit ist die Tagesverfügbarkeit gesichert, erklärt Gesamtfeuerwehrkommandant Dennis Reiser. In kleinen Schritten habe man versucht, eine Annäherung der beiden selbstständigen Abteilungen zu realisieren. Die Fusion sei nun der nächste logische Schritt.

„Die Intensivierung der Kooperation der Abteilungen Hilpertsau und Obertsrot ist schon länger in der Diskussion und wird auch von den jeweiligen Abteilungen grundsätzlich positiv begleitet“, erklärt Bürgermeister Julian Christ als oberster Dienstherr der Gernsbacher Feuerwehr zur aktuellen Entwicklung. Für den Fall einer Fusion der Abteilungen im Feuerwehrhaus Obertsrot (Ebersteinhalle) und damit des Freiwerdens des Feuerwehrhauses in der Zinsäckerstraße wurde von den Hilpertsauer Kameraden der Wunsch formuliert, ihr mit viel Eigenarbeit errichtetes Domizil für das Ehrenamt zu erhalten. „Die Stadtverwaltung steht dem aufgeschlossen gegenüber und hat die Feuerwehrabteilungen und Vereine in Obertsrot-Hilpertsau gebeten, ein entsprechendes Nutzungskonzept vorzuschlagen. Daran wird aktuell gearbeitet“, teilt Bürgermeister Christ auf BT-Anfrage weiter mit.

Wird das Gerätehaus zum Haus der Vereine?

Konkretes Interesse gibt es bereits. So haben in der jüngsten Sitzung des Arbeitskreises Ebersteinhalle (AKE, die Arbeitsgemeinschaft der Obertsroter und Hilpertsauer Vereine) am Dienstagabend die Märklin-Freunde (Modelleisenbahn) und der Musikverein Hilpertsau betont, Verwendung für die Räumlichkeiten zu haben, die sie als „optimal für die Vereinsnutzung“ bezeichneten.

Auch vor dem Hintergrund, dass es im Dorf selbst keine Gaststätte mehr gibt, wäre die Möglichkeit, dass die Vereine ohne eigenes Domizil dort künftig ihre Versammlungen abhalten können, sicher von Vorteil. Bedarf dürfte es zudem bei einigen Fastnachtsgruppierungen geben, die in der Vorbereitung der närrischen Zeit immer wieder auf der Suche nach Probemöglichkeiten sind. Den Hilpertsauern sei es außerdem ein Anliegen, dass die beliebten Feste auf dem Vorplatz des Feuerwehrhauses eine Zukunft haben.

„Die Feuerwehr möchte nicht, dass ihr Gerätehaus verloren geht“, betonte Ortsvorsteher Walter Schmeiser, der das Thema im AKE angesprochen hat. Klar sei aber, dass die Immobilie, die sich in städtischem Eigentum befindet, genutzt werden müsse, um eine dauerhafte Zukunft zu haben. Für die Erarbeitung eines entsprechenden Konzepts signalisierte Schmeiser, der Vorsitzender des AKE und des Obst- und Gartenbauvereins Obertsrot-Hilpertsau ist, seine Mitwirkungsbereitschaft.

Obertsrot rettet auch in Scheuern

Mit der Einführung des neuen Einsatzleitsystems der Integrierten Leitstelle Mittelbaden im März wurde der Landkreis Rastatt in zahlreiche Gebiete eingeteilt. Ausgangspunkt waren sogenannte georeferenzierte Punkte (in diesem Fall die Feuerwehrhäuser), in denen eine taktische Einheit der Feuerwehr (zum Beispiel ein Löschgruppenfahrzeug) stationiert ist. Unter Berücksichtigung verschiedener Faktoren (Bahnübergänge, Geschwindigkeitsbegrenzungen, Straßenausbau) wurden die Anfahrtszeiten der Rettungskräfte berechnet. Deshalb kann es vorkommen, dass nicht mehr die örtlich zuständige Abteilung, sondern die dem Schadensort nächstgelegene Einheit alarmiert wird. Bei der Abteilung Obertsrot hat dies zur Folge, dass sie primär auch für einen Teil von Scheuern zuständig ist.

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Erstellt:
16. Oktober 2020, 07:00 Uhr
Lesedauer:
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