Achtsamkeitspfad bei Burg Windeck eingeweiht

Bühl (baw) – Fernab aller Probleme „da unten“: Der 13. Achtsamkeitspfad in Deutschland oberhalb der Burg Windeck wird von den Beteiligten als Teil des Neukonzepts des Walderlebnispfades begrüßt.

Christian Schütt vom Naturpark Schwarzwald, OB Hubert Schnurr, Dr. Margret Burget-Behm und Forstabteilungsleiter Martin Damm (von links) bei der Einweihung. Foto: Barbara Wersich

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Christian Schütt vom Naturpark Schwarzwald, OB Hubert Schnurr, Dr. Margret Burget-Behm und Forstabteilungsleiter Martin Damm (von links) bei der Einweihung. Foto: Barbara Wersich

Hier ein „Hör mal...“, Dort ein „Fühle mich…“ und zum Start eine beruhigende Stimme, die sagt: „Schön, dass du Lust hast, auf unserem Achtsamkeitspfad den Wald mit allen Sinnen zu erleben.“ 1.500 Meter bewusstes Gehen, Riechen, Sehen, Fühlen, Hören und Atmen laden im städtischen Frauenwald oberhalb der Burg Windeck neuerdings dazu ein, sich selber und die Natur zu spüren, sich zu entspannen, den Stress hinter sich zu lassen.

Der 13. Achtsamkeitspfad in Deutschland wurde am Montagnachmittag feierlich bewandert und offiziell als Teil des Neukonzepts des über 20 Jahre alten Walderlebnispfades begrüßt. „Wir wollten den in die Jahre gekommenen Walderlebnispfad neu aufleben lassen“, sagte der Bühler Forstabteilungsleiter Martin Damm. „Wieso also das Rad neu erfinden, wenn es schon eine passende Idee gibt?“, dachten damals alle Beteiligten.

Bewusst hören – hier das leise Plätschern des Wasserlaufs. Via QR-Code erhält der Besucher an Stationen Audio-Anleitungen. Foto: Barbara Wersich

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Bewusst hören – hier das leise Plätschern des Wasserlaufs. Via QR-Code erhält der Besucher an Stationen Audio-Anleitungen. Foto: Barbara Wersich

Die Idee zum Achtsamkeitspfad entstand im Jahr 2018 über eine Initiative der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) in Zusammenarbeit mit jungen Erwachsenen. „Eine tolle Sache, die wir hier miterleben dürfen“, drückte der Bühler Oberbürgermeister Hubert Schnurr vor Ort seine Begeisterung für diesen mystischen und meditativen Wanderpfad aus.

Zusammen mit dem Naturpark Schwarzwald Mitte/ Nord, der über 65 Prozent der Gesamtkosten in Höhe von 125.000 Euro durch Fördergelder bezuschusst hatte, arbeitete die Stadt Bühl die genauen Auflagen für die Neugestaltung des Walderlebnispfades aus. „Wir freuen uns sehr über die Zusammenarbeit mit der Stadt Bühl, mit der wir in der Vergangenheit bereits mehrere Projekte erfolgreich umgesetzt haben“, meinte Christian Schütt vom Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord auch im Namen des Geschäftsführers Karl-Heinz Dunker.

„Der Mensch braucht die Natur“

Aufgrund der Größe des Projekts wurde dieses in zwei Unterprojekte aufgeteilt. Zum einen die „Hardware“ wie Wege, Plätze und das Baumhaus. Zum anderen die „Software“, die Schilder, Flyer sowie die Ausarbeitung von Themenbereichen und Apps beinhalten sollte. Ein großer Plan, den der nun eingeweihte Achtsamkeitspfad abrunden soll – als Ort, an dem es laut Damm „um den Menschen in der Natur geht“.

Bereits der zehnminütige Fußmarsch vom unteren Teil des Parkplatzes der Burg Windeck zum Eingang in den Achtsamkeitspfad solle den Besucher von den Problemen „da unten“ befreien, merkte Dr. Margret Burget-Behm, Ärztin und Bühler OB-Stellvertreterin, an und zeigte hinunter in die Rheinebene. Die geprüfte Waldgesundheitstrainerin hatte die Idee vorgebracht, den Achtsamkeitspfad der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald in das neue Konzept des Walderlebnispfades zu übernehmen. „Der Mensch braucht die Natur“, so Burget-Behm, für deren finanzielle Unterstützung sich die Stadt Bühl ganz besonders bedankte. „Der Wald wirkt positiv auf das Immunsystem. Wer gestresst ist, findet hier Entschleunigung“, versprach die Ärztin. Insgesamt sechs Stationen und zehn Tafeln nehmen die Rolle des Wanderführers entlang des Achtsamkeitspfades ein. Mittels QR-Code erhält der Besucher an den Stationen eine Audio-Anleitung, bei der er zwischen weiblicher und männlicher Stimme auswählen kann.

Alle Sinne werden angesprochen

Wem das Handy eher unpassend erscheint, um sich auf sich selbst, die Natur und die verschiedenen Eindrücke einzulassen, der kann das gesprochene Wort auch in Schriftform über www.sdw.de beziehen und Station für Station bei einer kleinen Ruhepause, zum Beispiel auf den hölzernen „Wohlfühlliegen“, studieren.

Schon die ersten Meter auf dem schmalen Pfad machten klar, dass gutes Schuhwerk und ein sicherer Tritt unabdingbar sind. Auch wenn die Strecke an sich überschaubar ist, sind doch an die 100 Höhenmeter zu begehen. Gute eineinhalb Stunden kann der Besucher hier verweilen, die Wärme der Sonne genießen, den Geräuschen des Waldes lauschen. Schritt für Schritt ist Konzentration gefragt, muss bewusst auf den Waldboden geachtet und auch mal ein leise plätschernder Wasserlauf überquert werden. Aber genau hier liege ja der Grundgedanke des Pfades. „Alle Sinne sollen angesprochen werden, die eigene Atmung, ja der ganze Körper bewusst wahrgenommen werden“, erklärte Damm. „Nur für den Geschmacksinn muss man selber sorgen“, informierte er schmunzelnd und sorgte am Ende der aus Wetter- und Zeitgründen abgekürzten und doch recht schweißtreibenden Begehung für erfrischende Getränke.

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Erstellt:
23. Juni 2021, 14:30 Uhr
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