Ärger über Poller in Baden-Baden

Baden-Baden (hez) – Poller-Fiasko in Baden-Baden: Weil die ferngesteuerten Apparaturen nicht funktionieren, denkt die Stadt nun an über eine Kameraüberwachung nach.

Stillgelegt: Jede Menge Ärger hat die Stadt mit ihren Pollern – hier an der Einmündung der Sophienstraße in den Leopoldsplatz. Foto: Monika Zeindler-Efler

© pr

Stillgelegt: Jede Menge Ärger hat die Stadt mit ihren Pollern – hier an der Einmündung der Sophienstraße in den Leopoldsplatz. Foto: Monika Zeindler-Efler

Der weitgehende Ausfall der Poller am und rund um den Leopoldsplatz sorgt für immer mehr Ärger in der kurstädtischen Kommunalpolitik. Dies wurde in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats deutlich. Im Rathaus denkt man darüber nach, provisorisch eine Kameraüberwachung zu installieren.

Die Poller sollen die Innenstadt und hier besonders den Leopoldsplatz vor dem Verkehrsinfarkt schützen. Doch die fernsteuerbaren Apparaturen sind sehr störungsanfällig und inzwischen kaum noch funktionsfähig. Über die Folgen regte sich Stadtrat Rolf Pilarski am Montag im Gemeinderat heftig auf. Er ärgerte sich darüber, dass am eigentlich für den Durchfahrtsverkehr gesperrten Leo die Verkehrsregeln von Autofahrern immer wieder missachtet würden. Erst kürzlich habe er dort zu später Stunde einen Luxusmercedes mit Mannheimer Kennzeichen beobachtet, der mehrfach lautstark und mit großem Tempo über den Platz gefahren sei: „Da wurden mehrere Verkehrsvorschriften verletzt. Das ist unannehmbar, denn da werden Menschen gefährdet.“ Und er fragte die Verwaltung, wie man diese „Anarchie“ beseitigen wolle.

Ausfall der Poller nicht 1:1 ersetzbar

Bürgermeister Roland Kaiser, der unter anderem für den Fachbereich Ordnung und Sicherheit zuständig ist, erklärte, dass man den kompletten Ausfall der Poller nicht so einfach 1:1 ersetzen könne. Es stelle sich die Frage, ob man bis zu einer Instandsetzung der Poller hier eine provisorische Kameraüberwachung installieren könne, mit deren Hilfe Verkehrsverstöße registriert und geahndet werden. Allerdings müssten für die Umsetzung einer solchen Kameralösung noch einige rechtliche Fragen geklärt werden.

Von der Stadt werde aber durchaus eine weitgehende Überwachung angestrebt. Da solle vor allem der städtische Gemeindevollzugsdienst eingesetzt werden. Die Verwaltung habe sich auch mit der Bitte um Unterstützung an die Polizei gewandt. Doch dies sei negativ beantwortet worden. Die Polizei sehe aus personellen Gründen keine Möglichkeit, der Stadt bei der Verkehrsüberwachung zu helfen.

Heinz Gehri (CDU) fragte nach, wie es denn nun mit den Pollern weitergehen solle. Bürgermeister Alexander Uhlig kündigte die Erarbeitung eines Konzepts an, um eine dauerhafte Lösung zu finden.

Ihr Autor

BT-Redakteur Henning Zorn

Zum Artikel

Erstellt:
26. Januar 2022, 07:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 00sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.