Ärger über gravierende Sachbeschädigungen

Bietigheim (mak) – In Bietigheim sorgt eine Serie von Vandalismusschäden für Ärger. Der örtliche Polizeiposten ermittelt.

Graffiti verunstalten den Blitzer in der Rheinstraße. Foto: Gemeinde

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Graffiti verunstalten den Blitzer in der Rheinstraße. Foto: Gemeinde

Vandalismusschäden sind seit einigen Monaten vermehrt in Bietigheim zu beklagen. Der örtliche Polizeiposten hat in diesem Jahr bislang Fälle mit einem Gesamtschaden von rund 12.000 Euro erfasst. Mittlerweile beeinflusst dieser Umstand auch die Diskussionen um die Gestaltung von Anlagen im öffentlichen Bereich wie Spielplätze, Skaterplatz und den geplanten Soccercourt auf der Stöckwiese.

Bürgermeister Constantin Braun ist verärgert über die sinnlose Zerstörungswut: „Es ist ein erheblicher Schaden entstanden und wir könnten unsere Steuermittel wahrlich besser einsetzen – das ist verlorenes Geld“, meint er im Gespräch mit dem BT.

Zudem diskutiere man mittlerweile bei Gestaltungsfragen vandalismussichere Alternativen, die zu „B-Lösungen“ führten. Die Täter müssten durchaus damit rechnen, beobachtet zu werden, es finde in einem kleinen Ort wie Bietigheim eine soziale Kontrolle statt, urteilt der Rathauschef. Er appelliert an alle Bürger, wachsam zu sein und Vorfälle umgehend zu melden.

Die Gemeinde hat im Amtsblatt und der Presse die angerichteten Schäden bekanntgemacht, gleichwohl werde aus ermittlungstaktischen Gründen nicht alles veröffentlicht, berichtet Braun. Sachbeschädigungen gebe es das ganze Jahr über, der Schwerpunkt liege aber in den warmen Monaten, erläutert Braun.

Jugendliche im Verdacht

Auf die Frage, wer für die Sachbeschädigungen infrage kommen könnte, hält sich der Bürgermeister bedeckt. Der Polizeiposten Bietigheim geht davon aus, dass es sich „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ um eine Gruppe Jugendlicher handelt. „Diese Erkenntnis beruht derweil nur auf Zeugenaussagen“, teilt die Pressestelle des Polizeipräsidiums Offenburg auf BT-Anfrage mit. Die Ermittlungen im Zusammenhang mit den vermehrten Sachbeschädigungen im Bereich Bietigheim seien noch im Gange. „Bisher wurde noch keine der begangenen Straftaten vollständig aufgeklärt“, erläutert die Pressestelle weiter.

Eine Auswahl der vergangenen Wochen: Die Blitzersäule in der Rheinstraße/Ecke Tulpenstraße wurde am 19. Oktober mit blauer und roter Farbe beschmiert. Der Blitzer in der Rheinstraße/Lange Straße fiel am 31. Oktober der Zerstörungswut zum Opfer. An jenem Samstag wurde auch die Fassade des Bauhofs mit Graffiti verunstaltet, zudem wurden eine Dogstation für Hundekotbeutel und das Schulmaskottchen Hardty am Platz Blu beschädigt. Ein Hardty-Schild wurde Mitte Oktober von einer Elterntaxi-Haltestelle am Rathausparkplatz abmontiert. Ende Oktober wurde in der Rosenstraße ein Briefkasten vermutlich mit Feuerwerkskörpern aufgesprengt. Der Defibrillator am Rathaus wurde am 7. November gestohlen.

Die Beamten des Polizeipostens fahren aufgrund der vermehrten Vorfälle mehrere Sonderstreifen, vor allem in den Nachmittags- und Abendstunden. „Da die Kollegen davon ausgehen, dass die Täter aus Bietigheim stammen, wurden bereits entsprechende Veranstaltungen in Schulen durchgeführt, bei welchen die Sachbeschädigungen thematisiert wurden“, heißt es. Die Polizei bitte auch weiterhin um Hinweise zu möglichen Tatverdächtigen.

Aus welcher Motivation heraus die Beschädigungen vorgenommen werden, lässt sich momentan also nicht sagen. Doch die Gemeinde ist bestrebt, das Angebot für junge Leute zu verbessern. Laut Bürgermeister Braun nehme die Gemeinde „wirklich Geld in die Hand“, um der Jugend etwas zu bieten. Die Vereine leisteten eine gute Jugendarbeit und der Jugendtreff im Alten Tabakschuppen werde gut angenommen. Jugendliche, die sich bevorzugt an öffentlichen Plätzen treffen, werden von einem Sozialarbeiter aufgesucht, berichtet der Schultes.

„Wir schaffen nun auch bei der Umgestaltung des Skaterplatzes und beim Neubau des Soccercourts neue Aufenthaltsmöglichkeiten, damit sich die Jugendlichen dort auch wohlfühlen“, unterstreicht der Rathauschef.

Der Jugendbeirat nimmt die Gelegenheit wahr, um sich mit Vorschlägen in die Planungen von Angeboten im Jugendbereich einzubringen. Zudem unterstütze er das Ferienspaßprogramm, lobt Braun. Aktuell gebe es fünf Jugendbeiräte, in der Sitzung am 8. Dezember werde der Gemeinderat wieder einen neuen Jugendbeirat ernennen, erläutert er.

Die Arbeit im Jugendtreff wird von einem Mitarbeiter der Ohlebusch-Gruppe geleistet, doch die Verwaltung plane, die Betreuung zu kommunalisieren. Derzeit sei man auf der Suche nach einem Sozialarbeiter, Erzieher oder Sozialpädagogen für die 50-Prozent-Stelle. „Die Zusammenarbeit mit der Ohlebusch-Gruppe ist gut, doch wir haben mittlerweile ausreichend Know-how im eigenen Haus, um das Betreuungspersonal anleiten zu können“, erläutert Braun. Das Seniorenbüro sei vor zwei Jahren erweitert worden zum Büro für Jugend, Familien und Senioren. Ingrid Heck-Fütterer kümmere sich vorwiegend um Senioren und Flüchtlinge, Martina Schauer, die früher den Jugendtreff geleitet habe, sei für den Bereich Jugend, Familie und Kinder zuständig.


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