Ärger um Dauerbaustelle in Rheinstraße

Baden-Baden (sga) – Eine Dauerbaustelle in der Rheinstraße sorgt für Ärger. Aktuell ist dort nur ein riesiger Schuttberg zu sehen, der laut Stadtverwaltung aber in Bälde abgetragen wird.

Dauerzustand: In der Rheinstraße 28 ist aktuell nur ein riesiger Schuttberg zu sehen, der laut Stadtverwaltung aber in den kommenden Wochen abgetragen wird.  Foto: Sarah Gallenberger

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Dauerzustand: In der Rheinstraße 28 ist aktuell nur ein riesiger Schuttberg zu sehen, der laut Stadtverwaltung aber in den kommenden Wochen abgetragen wird. Foto: Sarah Gallenberger

Die Kritik wird nicht zum ersten Mal laut: Seit Monaten beherrscht eine Baustelle die Rheinstraße in der Weststadt. Dort, wo ehemals Margots Paradies für florierende Geschäfte gesorgt hat, steht kein Gebäude mehr – und auch sonst tut sich nicht viel. Mit einer Begründung dafür lässt die Stadtverwaltung lange auf sich warten: Selbst dann, wenn sich SPD-Stadtrat Werner Schmoll mit einer entsprechenden Beschwerde zu Wort meldet.

„Warum gibt es bei der Baustelle Rheinstraße 28 seit Monaten keinerlei Baufortschritt?“, lautet etwa die erste Frage in dem Schreiben an Oberbürgermeisterin Margret Mergen. Immerhin seien trotz Dringlichkeit und einer „Intervention der Interessensgemeinschaft Weststadt“ keinerlei Veränderung zu sehen. Zwei Wochen später meldet sich auf mehrfache Rückfrage durch diese Redaktion schließlich die Stadtverwaltung zu Wort. Das Erd- und Untergeschoss des geplanten Wohn- und Geschäftsgebäudes sei umgeplant worden: Die Tiefgarage entfalle, der Komplex werde nur teilunterkellert und die Unterkellerung des Nordostflügels sei gar nicht mehr geplant – dafür wandern die zwölf notwendigen Stellplätze oberirdisch hinter das Gebäude. Das Verfahren sei allerdings noch nicht im Gesamten durchgeführt.

„Hässlicher Schuttberg“ blockiert Baustelle

Aktuell ist von alldem ohnehin noch nichts zu sehen. Stattdessen blockiert ein „hässlicher Schuttberg“, wie Schmoll ihn nennt, die Baustelle. Dieser, teilt Jonas Sertl von der Stadtpressestelle mit, soll wohl in den kommenden Wochen abgetragen werden. Schmoll ist mit dieser Antwort allerdings nicht zufrieden: Das könne nicht „das letzte Wort in dieser Angelegenheit“ sein. Deshalb bittet er erneut darum, weitere Maßnahmen, die den Ablauf der Baustelle beschleunigen und für Fußgänger sicherer machen könnten, prüfen zu lassen.

Dem Stadtrat geht es aber, wie anderen Kritikern, nicht nur um die Ästhetik: Der Baustellenbereich sei überaus gefährlich, Passanten müssen ausweichen, für Auto- und Fahrradfahrer bleibt kaum mehr Platz. Laut Sertl werden diese Einschränkungen jedoch während der Bauzeit aufrecht erhalten, um die Maßnahme durchführen zu können: „Zur Verbesserung wurden bereits zusätzliche Hinweisschilder angebracht“, eine Umleitungsbeschilderung sei somit vorhanden. Einen Notweg gebe es nicht, weil dieser die Fahrbahn so verengen würde, dass der Verkehr nur noch über eine Spur fließen könnte: „Eine Engstelle würde daher bestehen bleiben.“

Trotz entsprechenden Hinweisschildern und Ausweichmöglichkeiten gibt es jedoch eine Stelle, die selbst die Stadt als „Nadelöhr“ bezeichnet: An der Kleinen Dollenstraße ist weder auf der einen noch auf der anderen Seite ein Fußweg vorhanden. Dabei handele es sich allerdings laut Sertl um einen kleinen Abschnitt, der hauptsächlich von Anliegern befahren werde. Ein entsprechender Notweg sei auch an dieser Stelle deshalb nicht möglich, weil im Einmündungsbereich zur Kleinen Dollenstraße nur noch eine restliche Fahrbahnbreite von circa vier Metern vorhanden sei. Untätig wolle das Fachgebiet Straßenverkehr jedoch nicht bleiben: Ein entsprechendes Verkehrszeichen „Achtung Fußgänger“ soll durch die Baufirma ergänzt werden.

Ihr Autor

BT-Redakteurin Sarah Gallenberger

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Erstellt:
3. Mai 2022, 16:08 Uhr
Lesedauer:
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