„Alle Generationen zu einem Wir verbunden“

Durmersheim (manu) – Jugendreferent Johannes Eisen verlässt die evangelische Kirchengemeinde Durmersheim. Er brachte viele Impulse in die Pfarrei.

Johannes Eisen geht; sein Nachfolger stellt sich am 17. Oktober in der Kreuzkirche vor. Foto: Manuela Behrendt

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Johannes Eisen geht; sein Nachfolger stellt sich am 17. Oktober in der Kreuzkirche vor. Foto: Manuela Behrendt

Zum Abschied ein „Kontakt“-Gottesdienst. Der heißt so, weil man hinterher bei Imbisshäppchen und Getränken verweilt, sich zum Plaudern trifft. In diesem Rahmen sagte Jugendreferent Johannes Eisen am Sonntag in der Kreuzkirche der evangelischen Gemeinde von Au am Rhein, Durmersheim und Elchesheim-Illingen „adieu“.

Pfarrer Dirk Hasselbeck erklärte, in der Übersetzung bedeute das französische Wort „über ein ‚mach’s gut‘ hinaus, dass wir einen uns kostbaren Menschen Gott anbefehlen“. In diesem Sinn habe man mit einem „adieu“ eine langjährige Jugendmitarbeiterin ins Studium nach Hamburg sowie aktive Gemeindemitglieder in EC-Ferienfreizeiten entsandt. Die Kreuzkirche lässt sich per simpler Türöffnung in den Garten in einen Saal unter freiem Himmel erweitern. So fanden die zahlreichen Gäste unter Einhaltung der Pandemieregeln alle einen Sitzplatz, durften mit Masken sogar inbrünstig singen. Johannes Eisen betonte die Treue Gottes zu den Menschen als sein Credo und gab seine Gedankenwelt mit viel Empathie preis. „Ich bin stolz und dankbar, dass ich mit Gott unterwegs sein darf“, sagte er, mahnte jedoch: „Die Gemeinde darf niemals ein Selbstzweck werden.“ Solche Charakteristika machten die „fünf wirrigen, mit Herzblut gestalteten Jahre des Diensts“ des Jugendreferenten in Durmersheim aus, verdeutlichte Hasselbeck

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Verbunden zu einer großen Familie

Über Eisens Versetzung in eine überregionale Aufgabe in der Nähe von Freudenstadt sei man „etwas traurig, aber sehr zuversichtlich, denn Gott verbindet uns zu einer großen Familie, wo immer wir auch sind“. Seitens des Ältestenkreises resümierte Jörg Schnackenburg, Eisen habe in der Kreuzkirche mit „frischen Impulsen die Schere zwischen Alt und Jung schmal gemacht“, über alle Jahrgänge hinweg an einem festen Ziel gearbeitet und „alle Generationen zu einem Wir verbunden“. Späte Stunden prägten Eisens intensive Arbeit, wusste Hasselbeck.

Den „riesigen Einsatz“ des Jugendreferenten trug auch dessen Ehefrau Damaris mit. Die Eheleute pflegten mit ihren zwei kleinen Töchtern ein offenes Haus, lebten „eine gemeinsame Berufung und eine unglaubliche Gastfreundschaft“. In der Übergangsphase zwischen dem Ende des Diensts von Pfarrer Becker und dem Neueinstieg von Hasselbeck habe Eisen „vieles mitgewuppt, das weit über das Notwendige hinausging“. Dem Wirken des jungen Paars ordnete Hasselbeck folgende Attribute zu: sehr spontan, das Herz am rechten Fleck, sehr kommunikativ, unendlich antriebsam, immer bereit, schnell alles über den Haufen zu werfen und völlig neu umzubauen. „Euer Herz ist übervoll, ihr habt eine große Begabung; das ist sehr wohltuend.“

Mit Teamgeist und immenser Loyalität zur Gemeinde habe sich Eisen unter voller Mitarbeit seiner Frau eingebracht und neue Wege beschritten. Auch mit „ehrlichem, kritischen Feedback“ sei der Jugendreferent angenommen worden, „obwohl wir alle Badener sind“. Berührende Segenswünsche sowie ein Videoclip mit Rückblicken auf Eisens Tätigkeit in der Kirchengemeinde beschlossen den Gottesdienst.


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