Allee und Begegnungszone in der Rheinstraße

Baden-Baden (nof) – Grünes Licht für die Rheinstraße: Der Bauausschuss hat der geplanten Neugestaltung in der Weststadt zwischen Kleiner und Großer Dollenstraße zugestimmt.

Auch die Bürger konnten ihre Meinung kundtun: Die Rheinstraße in der Weststadt erhält ein neues Gesicht. Foto: Sarah Gallenberger

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Auch die Bürger konnten ihre Meinung kundtun: Die Rheinstraße in der Weststadt erhält ein neues Gesicht. Foto: Sarah Gallenberger

Großzügigere Aufenthaltsflächen, Begrünung und breitere Gehwege: Die Anwohner der Rheinstraße dürfen sich auf die Neugestaltung ihres Quartiers zwischen Kleiner und Großer Dollenstraße freuen. Im Herbst soll es losgehen. Bis zur geplanten Fertigstellung Ende 2023 ist aber mit Einschränkungen zu rechnen, die Baustellen dieser Größenordnung mit sich bringen.

Der Bau- und Umlegungsausschuss hat am Mittwoch grünes Licht für das Großprojekt an der zentralen Straße in der Weststadt gegeben. Nun müssen noch Hauptausschuss und Gemeinderat zustimmen, dann kann es an die Ausschreibungen gehen.

Als Ergebnis einer Bürgerbeteiligung im vergangenen Jahr sieht die Umgestaltung der Rheinstraße „ein modernes Konzept mit einer Begegnungszone für Fußgänger vor, in der gastronomische Betriebe sowie Ladengeschäfte zum Verweilen einladen“, heißt es in der Verwaltungsvorlage. Drei Varianten standen damals zur Auswahl, die sich vor allem in der Anordnung der Stellplätze, der Fahrbahnbreite sowie der Frage nach Schutzstreifen für den Radverkehr unterschieden haben, erläuterte Thomas Schwarz, Fachgebietsleiter Planen und Bauen.

Die Mehrheit hatte sich damals für die Variante mit beidseitigen Stellplätzen in Längsrichtung ohne gesonderten Fahrradschutzstreifen ausgesprochen. Auch der Bauausschuss befürwortete im Herbst diese Gestaltung samt Realisierung einer Begegnungszone zwischen Uhland- und Erwinstraße. Diese Planungen wurden zwischenzeitlich verfeinert und mit einem Kostenblock versehen: Rund 2,25 Millionen Euro sind für die Straßenbaumaßnahmen vorgesehen, weitere 625.000 Euro veranschlagen die Stadtwerke für Ver- und Entsorgungsleitungen.

Zwei Stellplätzemit E-Ladesäulen

Die Rheinstraße soll eine durchgängig Fahrbahnbreite von 6,50 Meter erhalten, damit ein Begegnungsverkehr der Busse möglich ist. Die Haltestelle „Große Dollenstraße“ wird als Haltestellenkap ausgebildet, erklärte Schwarz. Das bedeutet, die Busse halten künftig auf der Fahrbahn, um den ÖPNV zu beschleunigen. Die Bushaltestelle selbst wird barrierefrei gestaltet. Die vorhandenen Zebrastreifen sollen erhalten werden.

Zwischen Kleine Dollenstraße und Uhlandstraße werden beidseitig Stellplätze in Längsrichtung, parallel zur Fahrbahn, eingerichtet. Diese werden jeweils nach zwei oder drei Stellplätzen durch Baumquartiere unterbrochen. Die Baumquartiere wiederum sollen in Form einer Allee beidseitig angelegt werden.

Eine Begegnungszone entsteht zwischen Uhland- und Erwinstraße „mit großzügigen Aufenthaltsflächen und breiten Gehwegen“. Es fallen Stellplätze weg, „etwa sieben oder acht“, schätzte Schwarz auf Nachfrage von Stadtrat Martin Kühne (AfD). Die Fläche stehe künftig Gastronomie, Geschäften und Fußgängern zur Verfügung. Zudem soll die Fahrbahn zwischen den beiden Fußgängerüberwegen in einer helleren Bauweise gestaltet werden, um „den besonderen Charakter der Begegnungszone“ zu unterstreichen sowie den gewünschten Platzeindruck zu verstärken, so die Verwaltung. Die alleeartige Anordnung der Baumquartiere wird auch in diesem Abschnitt fortgesetzt. Vier Behindertenparkplätze sind vorgesehen, zwei Stellplätze werden mit einer E-Ladesäule bestückt.

Vier Bauphasen angedacht

„Der Abschnitt wird voraussichtlich in vier Bauphasen untergliedert“, ging Schwarz auf den Bauablauf ein. Eine halbseitige Sperrung der Rheinstraße werde notwendig. Eine Fahrbahnseite könne mit Ampelregelung aber jeweils benutzt werden. Zudem gebe es die B 500 als Alternative für den überörtlichen Verkehr.

Auf der Seite des jeweiligen Baufeldes werden Hauseingänge und Gewerbetreibende laut Vorlage jederzeit zu Fuß erreichbar sein. Die abschnittsweise Ausführung der Bauarbeiten in Verbindung mit den Leitungsarbeiten führe, so Schwarz, zu einer geplanten Bauzeit von rund 15 Monaten.

Der von Werner Schmoll für die SPD-Fraktion eingebrachte Vorschlag, einen Geh- und Radweg zwischen Ebertplatz und Scheffelstraße anzugehen, begrüßte Bürgermeister Alexander Uhlig: „Das gehen wir gesondert an.“ Wolfgang Niedermeyer (FBB) warnte vor Preissteigerungen: „Die Investitionen, die im vergangenen Haushalt angestoßen, im noch nicht verabschiedeten neuen Haushalt fortgeschrieben und erweitert wurden, stehen auf tönernen Füßen.“ Der Beschluss des Bauausschusses fiel einstimmig.

Ihr Autor

BT-Redakteur Nico Fricke

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Erstellt:
4. Mai 2022, 20:00 Uhr
Lesedauer:
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