Alles außer Auto in Bühlertal

Bühlertal (fvo) – Über neue Wohneinheiten in der Bühlertäler Hauptstraße und die Tücken der Planung gibt es heute einen augenzwinkernden Beitrag zu lesen. Die Bewohner haben nämlich keine Autos...

Verwendungszweck noch offen: Die Garage in der Hauptstraße 131 in Bühlertal wird wohl zunächst als Abstellkammer dienen. Foto: Bernhard Margull

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Verwendungszweck noch offen: Die Garage in der Hauptstraße 131 in Bühlertal wird wohl zunächst als Abstellkammer dienen. Foto: Bernhard Margull

So kann’s laufen: Da hat man eine feine, illustre Immobilie in bester Innenlage, hat sie mit viel Aufwand und Nutzungsänderung einer höheren Bestimmung zugeführt und das ganze Ensemble noch um ein wunderschönes neues Garagentor ertüchtigt – und dann das: Haben die neuen Bewohner gar kein Automobil. Einfach kein Auto. Und das gleich doppelt.

Bei diesem Umstand musste dann auch Bauamtsleiter Norbert Graf innerlich etwas schmunzeln, als er jüngst im Gemeinderat das Umbauprojekt Rathaus II, Hauptstraße 131, vorstellen durfte. Dort sind für letztlich 172.000 Euro bekanntlich zwei neue Wohneinheiten inklusive Abstellplatz und Garage entstanden. Ein schöner Zug, wenn man denn ein Auto hätte. Künstlerpech der planerischen Sorte.

Andererseits sind derlei Umstände schon mit Fassung und Gelassenheit zu tragen. Denn ganz sinnlos muss die Einrichtung auch nicht sein. Zum einen sind Mietverträge ja nicht von ewiger Dauer. Zum andern bekommen die neuen Hausbewohner vielleicht ja auch mal Besuch von autophilen Freunden. Womöglich von weither. Und womöglich braucht genau dieser Besuch einen nächtlichen Unterstellplatz für sein Gefährt, jetzt in diesen Zeiten, in denen man sich ja schon genau überlegen muss, wo man Abends um acht sein Nachtlager aufschlägt.

Garagen nicht nur für Autos zu gebrauchen

Und dann wäre da ja noch die landläufige Nutzungsdefinition von Garage, die ja per se so rein gar nicht mal auf Blechschüssel mit vier Rädern fixiert scheint, sondern schon eher als Abstellkammer für Utensilien aller Art dient: Zum Beispiel Fahrradkeller, Werkzeugkammer, Winterreifenlager (oder Sommerreifen, je nachdem), Langlauf-Ski- und Surfboardablage und und und. Jedenfalls Stauraum für alles, nur nicht fürs Auto. Das kann ja getrost auf der Straße stehen. Oder halbseits auf dem Bürgersteig und dort den (öffentlichen) Platz wegnehmen. Man darf jedenfalls – das die gute Botschaft – nicht zuletzt erfreut zur Kenntnis kommen, dass man in Bühlertal offenbar auch unmotorisiert ganz gut leben kann. Die Nahversorgung ist, wie der Name schon sagt, gleich ums Eck, eine fließende Verkehrsanbindung ist gewährleistet glücklicherweise (für manchen auch leider) und das Traumschwimmbad auch bald in Reichweite.

Ja, selbst der Bürgerbeauftragte ist nur einen Katzensprung entfernt, das Büro ist nämlich im Erdgeschoss. Und wenn demnächst dann noch der Edeka-Markt aufgemotzt wird, ist man ja quasi komplett autark. Der wäre zwar ein paar Meter entfernt, nämlich im Untertal. Aber jeder Gang macht bekanntlich schlank. In diesem Sinne kann man nur sagen: Alles richtig gemacht, Verwaltung! Weil ganz im Ernst: Wer braucht heute schon Garage?

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Erstellt:
18. Januar 2021, 11:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 17sec

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