Alohra: Stadtwerke müssen nachbessern

Rastatt (ema) – Weil der Bäder-Eigenbetrieb im Vorfeld der geplanten Schließung des Alohra nicht mit den Vereinen gesprochen hat, muss jetzt nachgebessert werden.

16 Wochen lang im Sommer wollen die Stadtwerke das Alohra künftig schließen. Die Vereine sind alarmiert. Foto: Willi Walter

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16 Wochen lang im Sommer wollen die Stadtwerke das Alohra künftig schließen. Die Vereine sind alarmiert. Foto: Willi Walter

Der Bäder-Eigenbetrieb der Stadtwerke hat mit dem Vorstoß, in diesem Jahr aus wirtschaftlichen Gründen keinen Parallelbetrieb der Bäder Alohra und Natura zu ermöglichen, einen Bauchplatscher hingelegt. Nach Kritik im technischen Ausschuss zog OB Hans Jürgen Pütsch den Beschlussvorschlag zurück. Bis zur nächsten Sitzung des Gemeinderats muss der Betreiber nachbessern.
Wie berichtet, will die Stadt am 13. Mai in die Freibadsaison starten und dann am 22. Mai – mit Beginn der Pfingstferien – die Pforten des Alohra schließen, und zwar bis zum Ende der Freibadsaison, geplant ist diese bis zum 12. September. 16 Wochen lang wäre das Hallenbad demzufolge dicht, normalerweise geht es im Sommer lediglich in eine sechswöchige Revision.

„Kein guter Umgang“

Doch da dürfte der Gemeinderat wohl nicht mitspielen, wie im Ausschuss deutlich wurde. Edith Villwock (SPD) eröffnete die Reihe an Gegenargumenten mit den Bedenken, dass viele Menschen wohl coronabedingt nicht verreisen könnten und deshalb mit einem Parallelbetrieb eine Entzerrung gerade im Interesse von Senioren und Schwimmanfängern möglich wäre. Parteikollegin Nicole Maier-Rechenbach warnte, dass wegen Corona dann noch mehr Menschen an die Badeseen drängen würden. Barbara Dürr (Grüne) äußerte Sorgen wegen Konflikten mit dem Schulschwimmen. Den Tagesordnungspunkt zum Kippen brachte schließlich das Eingeständnis von Bäderleiter Tobias Peter, dass man zwar mit den Schulen gesprochen habe, nicht aber mit den drei Vereinen, die das Alohra nutzen. „Kein guter Umgang“, urteilte Daniel Götz (FuR), weil man die Vereine „vor vollendete Tatsachen“ stelle. Und Werner Bartel (FuR), zugleich Vorsitzender des Rastatter Turnvereins, warf der Verwaltung vor, für Nutzer wie RTV und DLRG keine Lösung parat zu haben. Zwar halten die Stadtwerke das Freibad Natura als Ausweichstandort für tauglich, wenn man dort das Wasser mit einer mit Gas betriebenen mobilen Heizanlage auf bis zu 22 Grad erwärme. Doch damit ist Bartel zufolge das Grundproblem nicht gelöst: Die Infrastruktur im Natura entspreche nicht den Anforderungen der Vereine. Wettkampf- und Breitensport sei dort nicht möglich, obendrein müssten Schwimmkurse ausfallen, warnte der RTV-Chef.

OB Pütsch hatte zwar zunächst noch den Verwaltungsvorschlag verteidigt, weil auch viele andere Städte keinen Parallelbetrieb von Frei- und Hallenbad praktizieren würden. Doch als dem Rathaus-Chef dämmerte, dass die Vereine im Vorfeld ausgespart blieben, sammelte er den Verwaltungsvorschlag wieder ein und beauftragte Stadtwerke-Chef Olaf Kaspryk, ein differenzierteres Konzept vorzulegen.

Pütsch selbst musste sich ebenfalls belehren lassen. Der Rathaus-Chef äußerte in der Debatte das Bestreben, eine Grundsatzentscheidung für die nächsten Jahre herbeizuführen, bis ihn Nicole Maier-Rechenbach darauf hinwies, dass der Beschlussvorschlag nur eine Lösung für dieses Jahr vorsah.


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