Als Seiteneinsteiger Berufung gefunden

Gernsbach (vgk) – Bernhard Wieland sagt als langjähriger Bademeister im Schwimmbad Reichental zum Saisonende Ade.

Seine 20 Jahre währende Ära im Freibad von Reichental endet im Mai kommenden Jahres, wenn er seinen Nachfolger eingearbeitet hat. Foto: Gareus-Kugel

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Seine 20 Jahre währende Ära im Freibad von Reichental endet im Mai kommenden Jahres, wenn er seinen Nachfolger eingearbeitet hat. Foto: Gareus-Kugel

Die Reichentäler sind stolz auf ihr Solar-Bad und ihren Bademeister Bernhard Wieland. Zusammen mit weiteren engagierten Bürgern des Dorfs kämpfte er 1986 mit Nachdruck um den Erhalt der Einrichtung, die 1988 dann saniert wurde. 2020 soll seine letzte Saison gewesen sein. Im Mai kommenden Jahres wird er dem Schwimmbad, nachdem er seinen Nachfolger eingearbeitet hat, endgültig als Bademeister auf Wiedersehen sagen.

Wieland ist, wie sein Kollege aus Lautenbach Dieter Klaiber, ein Seiteneinsteiger. Mit Respekt und etwas Bauchweh vor den Menschen, der Technik und möglicher Erster Hilfe habe er 2000 seine Arbeit aufgenommen, erinnert er sich an die Anfänge. Er löste auf diesem Posten Alfons Wieland ab, von dem er im Jahr zuvor eingearbeitet worden war.

Als man an ihn herantrat, sich beruflich umzuorientieren, sagte der gelernte Kfz-Mechaniker nicht gleich zu. Der Familienrat musste erst gehört werden. In diesem Zusammenhang entschloss sich seine Frau, den Kiosk zu übernehmen. Die Voraussetzungen waren mit dem DLRG-Rettungsschwimmerschein gegeben. Zudem war Wieland in dieser Zeit stellvertretender Vorsitzender der DLRG-Vereinigung Weisenbach, Reichental, Forbach. Seit 2013 ist er in diesem Verein Beisitzer.

Die beste Saison war 2003. Es war der sogenannte Jahrhundertsommer mit Sonnenschein von Juli bis September. Mensch und Tier sehnte sich nach Abkühlung. In Scharen strömten Badegäste damals in die Schwimmbäder. Allein in Reichental wurden 18 000 Besucher gezählt. Eine Zahl, die danach nie wieder erreicht wurde, wie Wieland ausführte.

Jahrhundertsommer 2003 bleibt unerreicht

Der sich zudem freute, dass er nichts Schlimmes erleben musste – abgesehen von einem Herzinfarkt, den der Betreffende durch schnelles Eingreifen überlebte. „Ich hatte ein sehr gutes Publikum“, äußerte sich Wieland und betonte weiter, dass aus so manchem Kontakt Freundschaft entstand.

Für die Bürger von Reichental gehören die Freizeiteinrichtung und der Fachangestellte für Bäderbetrieb einfach zusammen. Gemeinsam mit dem Förderverein Schwimmbad Reichental hat er so manchen Erdhaufen bewegt, die Terrasse umgebaut, die Liegewiese erweitert und 2008 die Solaranlage erneuert. Besondere Ehre gebührt dabei Installateur Josef Gerstner und Zimmermeister Helmut Wieland. Ohne die beiden Personen hätte vieles nicht ausgeführt werden können. 2014 konnte der Erste-Hilfe-Raum unter der Schwimmbad-Terrasse in Betrieb genommen werden. Rund 1.000 Arbeitsstunden waren von den Helfern des Fördervereins dafür abzuleisten.

Das letzte große Projekt, das unter Wielands Regie abgeschlossen werden konnte, war der Austausch der 28 Jahre alten Filtertechnik.

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Erstellt:
10. September 2020, 17:00 Uhr
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