Alte Turnhalle in Hilpertsau: Theater vor Re-Start

Gernsbach (ueb) – Die Flyer sind gedruckt, die Plakate liegen bereit: Endlich kann Thomas Höhne konkrete Starttermine für die Öffnung seines Theaters, der Alten Turnhalle in Hilpertsau, verkünden.

Endlich wieder was zu lachen haben die Macher des Theaters Alte Turnhalle in Hilpertsau: (von links) Andrea Trude, Adelheid Theil und Thomas Höhne. Foto: Dagmar Uebel

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Endlich wieder was zu lachen haben die Macher des Theaters Alte Turnhalle in Hilpertsau: (von links) Andrea Trude, Adelheid Theil und Thomas Höhne. Foto: Dagmar Uebel

War vor Monaten durch die Summe der Pandemie-Vorgaben noch keine belastbare Planung für eine Öffnung möglich, sähe Höhne nun endlich das ersehnte „Licht am Ende des Tunnels“. Doch untätig seien die Mimen auch in Schließungszeiten keineswegs gewesen, erklärte der Theatermann.

„Wir brauchen auch in unseren Planungen einen gewissen gedanklichen Vorlauf, um eine Auswahl zu uns passender Stücke zu treffen.“ Denn immer seien es Stücke, zu denen Höhne, seine Kolleginnen Adelheid Theil und Andrea Trude, einen inhaltlichen Bezug haben. Ein Zeugnis, das Besucher diverser Aufführungen den Mimen ohne Bedenken ausstellen würden. Nicht zuletzt ein Grund, dass „Leute, die uns kennen, gern wiederkommen“, ergänzte Theil.

Nun also treten nach einer langen Corona-Pause die Schauspieler Thomas Höhne und Adelheid Theil am Samstag, 2. Oktober, mit dem Liebes-Thriller „Das letzte Mal“ in zwölf Vorstellungen wieder vor ihr Publikum. „Eine herrlich abgefahrene Komödie mit schwarzem, ins Absurde gehenden Humor“, darin sind sich alle einig, die Emmanuel Robert-Espalieus Theaterstück kennen. Ein Stück, das mit zunächst einvernehmlichem Abendessen beginnt und mit tödlichem Gift endet. Dazwischen 90 Minuten, um schnelle Entscheidungen zu treffen und letzte Gelegenheit, sich endlich all das zu sagen, was sich beide Protagonisten bisher nicht zu sagen trauten.

Gespenstische Stille zog ins „Theaterchen“ ein

Die zunächst letzte Aufführung ist Ende Januar 2022 geplant. Jeweils um 19.30 Uhr beginnend, setzen die Veranstalter der Silvestervorstellung (Beginn schon um 17 Uhr) noch ein besonderes, noch nicht verratenes Krönchen auf. Was 2021 wie eine Premiere klingt, ist aber keine echte. Diese erfolgte schon im März 2020. Der Kartenverkauf lief, die Termine standen bis in den Januar 2021 fest. Doch schon nach den ersten Vorstellungen kam der Lockdown, gespenstische Stille zog ins „Theaterchen“ ein. „Da wir alle drei ein weiteres Standbein haben, überbrückten wir diese Zeit relativ unbeschadet, mussten wir nicht um unsere Existenz bangen“, so Höhne.

Thomas Höhne ist als Regisseur in Baden-Baden, Paderborn und Ötigheim gut beschäftigt, und er veranstaltet Schauspielkurse und Seminare. Adelheid Theil (alias Claudia Heilert) kennen seit 1994 alle, die die Folgen der SWR-Schwarzwaldserie „Die Fallers“ gucken und lieben. Die Kölnerin Andrea Trude widmete sich in diesen Zeiten verstärkt ihrer eigentlichen Profession einer Anwältin. Wenn immer sie es einrichten kann, spielt sie Theater und schreibt Stücke für sich selbst.

„Bestellt und nicht abgeholt“

Auf der Hilpertsauer Bühne wird sie vom 9. Oktober bis zum 7. November in ihrem eigenen Soloprogramm „Bestellt und nicht abgeholt“ in mehreren komödiantischen Miniaturen zu erleben sein. Dabei bietet sie verwirrende Einblicke in nachvollziehbare, skurrile Situationen. Durch unvollendete Gedanken und vollendete Tatsachen scheint sie so überraschend authentisch, dass sich manche Frau gedanklich ertappt fühlt und manchem Mann die sprichwörtliche Spucke wegzubleiben droht.

Für lange Vorfreude danach, endlich wieder richtig durchstarten zu können, bleibt Theil, Höhne, Trude und der Bühnenbildnerin Ilona Lenk nicht viel Zeit. Schon bald danach werden Proben beginnen, um unfreiwillig Abgesagtes nachholen zu können. Zum einen wird das die Kriminalkomödie von Tom Müller und Sabine Misiorny „Zwei wie Bonnie und Clyde (denn sie wissen nicht, wo sie sind)“ sein. Zum anderen ist noch etwas Wichtiges nachzuholen: Ein Fest anlässlich des um ein Jahr verschobenen fünfjährigen Bestehens der Hilpertsauer Theaterbühne. Für Freitag und Samstag vor dem 1. Mai 2022 geplant, wird es mit Comedy, Musik, Lesungen und zwei Premieren punkten. „Auch damit wollen wir an den guten Lauf, den wir hatten, anknüpfen“, so Höhne.

Damit Corona nicht wieder einmal dazwischenfunkt, bestätigten alle drei Mimen, dass sie, einem alten Theaterbrauch folgend, nach ihren Generalproben dreimal über ihre linke Schulter gespuckt hätten, um Pech und Unglück zu vermeiden.

Kartenbestellungen für die beiden genannten Stücke sind per E-Mail an info@alteturnhalle.de und telefonisch unter (0 72 24) 9 94 60 33 möglich.


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