Alte Weihnachtsbäume für einen guten Zweck

Hügelsheim (sch) – Bei einer Entsorgungsaktion für Weihnachtsbäume auf dem Hügelsheimer Bauhof-Areal wurden am Samstag mehr als 1.000 Euro für die Deutsche Knochenmarkspenderdatei gespendet.

Insgesamt 190 ausgediente Weihnachtsbäume werden am Samstag in Hügelsheim angenommen. Foto: Bernhard Schmidhuber

© sch

Insgesamt 190 ausgediente Weihnachtsbäume werden am Samstag in Hügelsheim angenommen. Foto: Bernhard Schmidhuber

Nach dem Fest der Heiligen Drei Könige endet bei vielen Familien auch die Zeit des geschmückten Christbaums in den Stuben. Seit vielen Jahren führt deshalb wenige Tage danach im Spargeldorf der örtliche Carnevalclub (HCC) seine Christbaumverbrennung durch, bei der sich Berge an ausgedienten Bäumen funkensprühend in Asche auflösen. Doch in Corona-Zeiten ist vieles anders. Exakt am 9. Januar 2009 starteten im Spargeldorf die Verantwortlichen des Carnevalclubs eine Premiere am Altrhein. Unter dem Motto „Carnevalclub needs used trees“ (abgekürzt CNUT) hatte man sich entschlossen, ausgediente Weihnachtsbäume auf der Freifläche neben der Zeltdachhalle zu verbrennen. Zum Preis von einem Euro konnte jeder seinen Baum ab 17 Uhr abgegeben, der unter fachmännischer Aufsicht der Freiwilligen Feuerwehr den Flammen zum Opfer fiel. Bewirtet von den Karnevalisten verfolgten viele bei heißem Glühwein, wie die Flammen der lichterloh brennenden Tannenbäume die Kulisse des Altrheins hell erleuchteten. Laut Angelina Stammler, Schatzmeisterin des HCC, wurden bei den bisher zwölf Veranstaltungen mehr als 1.500 Bäume verbrannt und obligatorisch zugunsten der Aktionsgemeinschaft „Wir helfen Behinderten und Bedürftigen“ fast 4.000 Euro gespendet.

Corona macht Alternative erforderlich

Doch was sollte in diesem Jahr passieren? Diese Frage stellte man sich auch im Rathaus der Gemeinde und kreierte einen corona-gerechten Weg der Entsorgung. War doch auf dem Bauhof der Gemeinde genügend Platz, um die ausgedienten Bäume einzusammeln. Zusammen mit Gemeindearbeiter Wolfgang Hübner waren am Samstag Agathe Rieger-Hermann und ihr Sohn Marco mit von der Partie, winkten die Anlieferer ein, halfen beim Entladen und sammelten daneben an einem Stehtisch auch fleißig Spenden zugunsten der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS). Zudem winkten für die Jüngsten dort auch kleine süße Überraschungen. Zum Hintergrund: 2019 war Marco Rieger selbst erfolgreicher Spender von Knochenmark und gab so dem Motto der Sammlung „Leben retten mit ihrem Weihnachtsbaum“ eine sehr persönliche Note. Insgesamt, so war man sich einig, war dies eine überaus gelungene Aktion mit einem helfenden Hintergrund. Denn immer wieder bestätigten die zahlreichen „Kunden“ der Sammelaktion erfreut, wie sehr man sich über die Möglichkeit zum Entsorgen der Bäume gefreut und dazu auch noch einen wohltätigen Zwecke erfüllt habe. Fleißig hatte Agathe Rieger-Hermann während des gesamten Vormittags auch Buch über die vielen Anlieferungen geführt. Am Ende hatte sie neben der stattlichen Zahl von exakt 190 vertrockneten Bäumen auch mehr als 1.000 Euro an Einnahmen aufgelistet. „99 Prozent aller Anlieferer spendeten für den guten Zweck“, freute sich auch Marco Rieger über die dermaßen hohe Spendenbereitschaft.

Zum Artikel

Erstellt:
11. Januar 2021, 14:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 18sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.