Altes Pfarrhaus wird zum Gemeindezentrum

Gernsbach (ueb) – Bei der Gemeindeversammlung der evangelischen St. Jakobsgemeinde wurden die aktuellen Pläne zum Umbau des alten Pfarrhauses präsentiert.

Im Obergeschoss des Pfarrhauses soll der neue Pfarrer einziehen; das barrierefreie Erdgeschoss soll nach erfolgter Umbauten zu einem Gemeindezentrum werden. Foto: Dagmar Uebel

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Im Obergeschoss des Pfarrhauses soll der neue Pfarrer einziehen; das barrierefreie Erdgeschoss soll nach erfolgter Umbauten zu einem Gemeindezentrum werden. Foto: Dagmar Uebel

Die evangelische St. Jakobsgemeinde traf sich am Sonntag zur Gemeindeversammlung in der Kirche. Im Anschluss an den Gottesdienst, den Pfarrer Ulrich Eger zelebrierte, begrüßte der Vorsitzende der Gemeindeversammlung, Tobias Schuster, die versammelten Kirchenmitglieder. Der Tätigkeitsbericht des Ältestenkreises, die Ausschreibung der Pfarrstelle und der Umbau des Pfarrhauses zu einem Gemeindezentrum standen im Mittelpunkt des Interesses.

Des Weiteren standen die Entwicklung des Bereichs Kindergärten und der Gemeinde-Homepage zur Debatte. „Trotz Sparsamkeit können wir nicht so, wie wir wollen“, stellte der Vorsitzende des Ältestenkreises, Dr. Alexander Hoff, fest. Seiner Einschätzung folgte eine Aufzählung notwendiger Arbeiten am und im Kirchengebäude. Von durchaus nicht zu unterschätzenden Renovierungsmaßnahmen zunächst einmal abgesehen, werde die Behebung teils sicherheitsrelevanter baulicher Mängel des Gernsbacher Kirchengebäudes immer dringlicher. Von Vorrang seien der Zustand des Dachs, der Fenster, des Geläuts und der Elektrik.

Schleppende Unterstützung durch die Landeskirche

Zu schleppend verlaufe bisher die Unterstützung durch die Landeskirche, meinte Hoff. Breite Zustimmung der Anwesenden fand das Ansinnen des Ältestenkreises, dem Oberkirchenrat in einem Katalog bestehende Mängel zu schildern, um bald entsprechende Maßnahmen in Angriff nehmen zu können.

Auch nicht auf die lange Bank zu schieben sei die Lösung für die bald vakante Pfarrerstelle. Ulrich Eger wird im kommenden Herbst aus seinem Amt ausscheiden. Eine Ausschreibung der Pfarrstelle Gernsbach, die historisch bedingt aus zwei Predigtstellen (St. Jakob in der Kernstadt und die Paulusgemeinde Staufenberg) besteht, wird im April durch das Amtsblatt dem Oberkirchenrat zur Kenntnis gelangen. Im verlesenen Ausschreibungstext hebt der Ältestenkreis die gute Erreichbarkeit Gernsbachs und das rege Vereinsleben hervor, zudem geht er auf die umgebende Natur, die Geschichte und die Wirtschaft ein. Doch da zwischen den Landeskirchen Konkurrenz um Bewerber bestünde, stand auch Plan B (die vorübergehende Vakanz der Pfarrstelle) im Raum.

Dabei kann Gernsbach auf einen weiteren besonderen Pluspunkt hinweisen: einen Wohnsitz im historischen Gebäude direkt neben St. Jakob. Das Obergeschoss im historischen Gebäude soll schon im Herbst eine großzügige Wohnung für den dann neuen Pfarrer bieten. Das barrierefreie Erdgeschoss soll nach erfolgter Umbauten schon bald ein Gemeindezentrum werden – und das nicht allein für Gernsbacher Senioren.

Beim Thema Umbau ergriff der Karlsruher Diplom-Ingenieur Dietrich Elger zum Mikrofon und offerierte durch Detailaufnahmen auf ausgerollter Leinwand, welche räumlichen Potenziale und Nutzungsmöglichkeiten er durch veränderte Raumaufteilungen sehe. Obwohl ein denkmalgeschütztes Gebäude an Architekten besondere Herausforderungen stelle, sei der bauliche Zustand zwar „nicht ganz gut, aber auch keinesfalls schlecht“, so Elger.

Voll des Lobes über die Gernsbacher Kindereinrichtungen besonders in Corona-Zeiten war indes Carola Zetzsche, die als Mitglied des Ältestenkreises für den Bereich Kindergärten verantwortlich zeichnet. „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Einrichtungen in der Scheffelstraße und in Scheuern haben auch unter besonderen Bedingungen sehr gute Arbeit geleistet“, betonte Zetzsche. Für etwa 30 Prozent der im Normalfall anvertrauten Kinder bedeutete das die gewohnt gute Betreuung.

„Wie Gewohntes beibehalten und dabei Neues wagen.“ So lautete die Frage, die besondere Überlegungen zum Thema Jakobsbote erforderte. Da viele Gemeindemitglieder nach wie vor die Printform der digitalen Informationsmöglichkeit vorzögen, solle trotz gestiegener Produktionskosten möglichst weiterhin zweigleisig gefahren werden.

Wer hilft bei der neuen Internetseite?

Beim letzten Tagesordnungspunkt „Entwicklung der Gemeinde-Homepage“ folgte die Feststellung, dass da nachzujustieren sei, aber auch die Frage an die Gemeindeversammlung: „Aber wer machts?“


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