Altstadtsommer begeistert viele

Gernsbach (stj) – Beim Altstadtsommer ist die anfängliche Skepsis in Begeisterung umgeschlagen.

Mehr Platz für Außengastronomie lässt die gesperrte Hauptstraße im Rahmen des Altstadtsommers zu. Foto: Stadt Gernsbach

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Mehr Platz für Außengastronomie lässt die gesperrte Hauptstraße im Rahmen des Altstadtsommers zu. Foto: Stadt Gernsbach

„Es war schön, in der Altstadt zu sein.“ Dieses Fazit zog Thomas Knapp zum Altstadtsommer 2020. Dabei gehörte der Optiker-Meister, der für die Freien Bürger im Gemeinderat sitzt, zu den anfänglichen Skeptikern der Aktion, insbesondere was die testweise Sperrung der Hauptstraße anbelangt. „Das war Horror“, blickte Knapp zurück: „Wenn wir das in den Griff kriegen, müssen wir das 2021 wieder machen.“

Dieses Feedback habe er auch von den Gastronomen bekommen, die ebenfalls zunächst „sehr, sehr kritisch“ gewesen seien, als der Stadtbuckel für den Straßenverkehr dicht gemacht wurde. Aber der Erfolg stellte sich ein, zumal das Konzept der städtischen Wirtschaftsförderung ja genau darauf abzielte, die Gastronomie in der Altstadt zu stärken, wie Nicoletta Arand bei ihrem Rückblick im Gemeinderat betonte. Dafür verzichtete Gernsbach auf die Erhebung von Nutzungsgebühren, führte Gespräche mit den Gastronomen, erweiterte deren Möglichkeiten der Außenbewirtung und steigerte die Aufenthaltsqualität durch Pflanzen und Dekoration; auch einige Anwohner beteiligten sich daran.

Nachjustieren bei der Verkehrsführung

Die Corona-Herausforderung als Chance sehen: Unter dieser Prämisse habe man nach Möglichkeiten gesucht, die Altstadt zu beleben und weiter zu entwickeln. Fündig geworden ist man mit den kleinen, aber feinen Veranstaltungen, die den Sommer über unter anderem mit Straßenmusik und Jonglage viel Publikum anlockten. „Die Altstadt ist bunt“, lautete das Motto, das gut angenommen wurde – auch weil das Wetter größtenteils bestens mitspielte. Mit weiteren Aktionen wie dem Buggelpass (Gutscheinheft, dessen Einnahmen der Bürgerstiftung Gernsbach hilft zugute kommen) habe sich im Quartier Altstadt zudem ein Gemeinschaftsgefühl entwickelt, freute sich Arand: „Viele haben mitgemacht. Die anfängliche Skepsis hat sich gelegt“, bilanzierte die Wirtschaftsförderin: „Trotz Corona haben wir, glaube ich, die Lage ganz gut gerockt.“

Deshalb richtete sie einen erwartungsfrohen Blick auf 2021. Es sei klar, dass beim ersten Mal – bei der Eingewöhnungsphase – nicht alles perfekt laufen konnte. Mit diesen Erfahrungen plane man nun das kommende Jahr – in enger Absprache mit Gastronomen, Einzelhändlern und Anwohnern, so Arand. Bei der Verkehrsführung wolle man nachjustieren. Wie genau, sagte sie allerdings noch nicht. Zudem denke man über ein Gesamtgutscheinheft für die Kernstadt nach.

Bürgermeister Julian Christ zeigte sich zufrieden mit der „Gastromeile mit Flair“. Das habe gezeigt, „dass ganz, ganz viel Potenzial in der Altstadt steckt.“ Diese zu entwickeln, ist erklärtes Ziel des Rathauschefs, der im Gemeinderat auf den angestoßenen Altstadtentwicklungsprozess verwies.


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