Am Ende über dem Strich stehen

Muggensturm (rap) – Die BT-Aufsteigerserie geht weiter – dieses mal mit dem FV Muggensturm. Nach der Meisterschaft in der Fußball-Kreisliga A, Staffel Nord befindet sich der FVM derzeit im unteren Tabellenmittelfeld der Bezirksliga – noch etwas entfernt von den Abstiegsplätzen. Für Aufsehen sorgte aber im Herbst der Rücktritt des Trainerduos Patrick Klass/André Nuß.

Alles eine Kopfsache? Nicolai Hellenbrand (gelbes Trikot, Mitte) und der FVM wollen den Klassenerhalt feiern. Foto: Seiter

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Alles eine Kopfsache? Nicolai Hellenbrand (gelbes Trikot, Mitte) und der FVM wollen den Klassenerhalt feiern. Foto: Seiter

Das Abenteuer Bezirksliga begann für den FV Muggensturm so, wie die traumhafte Saison zuvor in der Fußball-Kreisliga A, Staffel Nord endete: auf Rang eins. Nach dem 3:1-Auftaktsieg beim FV Ötigheim grüßte die Elf vom Spielertrainer-Duo Patrick Klass/André Nuß vom Platz an der Sonne. Ein bekanntes Gefühl also, das jedoch in der neuen Liga bald weichen sollte, was als Aufsteiger aber nur das Normalste der Welt ist.

Ein knappes halbes Jahr später ist der FVM nun in Gefilden angekommen, die naturgemäß eher einem Aufsteiger entsprechen: Platz zwölf (18 Zähler) mit drei Punkten Vorsprung auf die Todeszone der Bezirksliga. Die Tabellenführung ist folglich Geschichte – genauso wie das Trainergespann: Mitte November erklärte das Duo Klass/Nuß seinen Rücktritt, obwohl die sportliche Lage keinesfalls brenzlig war. Schließlich pendelte der FVM im Saisonverlauf – nach dem starken Frühstart – immer zwischen Rang acht und zwölf. Also klassisches Mittelfeld, auch gerne Niemandsland genannt. Jedoch (noch) weit weg von jedweden Abstiegssorgen.

Gerold folgt auf Trainerduo Klass/Nuß

Umso überraschender kam der Rücktritt auch für die Muggensturmer Vereinsverantwortlichen. „Wenn man so will, ist der Rücktritt der einzige Wermutstropfen in der bisherigen Saison. Wir haben es alle bedauert, dass Patrick und André aufgehört haben, zumal wir eine erfolgreiche Zeit zusammen hatten“, sagt der Spielausschuss-Vorsitzende Thomas Hamann und führt aus: „Ihre Begründung war, dass sie die Mannschaft nicht mehr erreicht haben. Nichtsdestotrotz sind die Beiden immer in Muggensturm willkommen, es gab überhaupt kein böses Blut.“

Der FVM reagierte schnell auf die vakante Trainerstelle und engagierte mit Thomas Gerold einen Fachmann, der den Fußball in der Region durch seine Stationen in Ottenau und Staufenberg bestens kennt. „Thomas macht eine tolle Arbeit, wir sind zufrieden mit ihm. Er hat neue Impulse gesetzt, die Mannschaft zieht super mit“, erklärt Hamann, der „gerne längerfristig“ mit Gerold zusammenarbeiten würde.

Vornehmlich natürlich in der Bezirksliga, was also den Klassenerhalt voraussetzt. „Wir sind mit der bisherigen Runde zufrieden, da wir über dem Strich stehen. Wir sind frohen Mutes, dass wir die Klasse halten“, so Hamann, der aber auch weiß: „Eine Garantie gibt es dafür nie. Es kann immer was passieren. Verletzte, Formtief, Pech.“

„Unsere Stärke ist das Kollektiv“

Als Faustpfand für eine erfolgreiche Restrunde, die für den FVM am Sonntag, 8. März, mit dem richtungsweisenden Duell gegen Mitaufsteiger FC Schwarzach (15. Platz mit 14 Punkten) beginnt, nennt Hamann den Zusammenhalt im Team. „Wir haben sicherlich nicht den einen Superstar. Unsere Stärke ist das Kollektiv, unsere Geschlossenheit“, findet Hamann. Sinnbildlich hierfür steht die interne Torjägerliste. Die Last des Toreschießen wird beim FVM auf mehrere Schultern verteilt – etwa auf Alexander Wulf (sieben Treffer), Lukas Karollus (fünf), Nicolai Hellenbrand und Simon Schneider (beide drei). Gerade Routinier und Neuzugang Schneider, landesligagestählt beim Rastatter SC/DJK, und Kapitän Jochen Spitz führen „das junge, hungrige, lernwillige Team“ an, erklärt Hamann. Die Kehrseite der Talentmedaille lässt der Spielausschuss-Vorsitzende freilich nicht unter den Tisch fallen: „Wir machen noch zu viele Leichtsinnsfehler, die in der Bezirksliga bestraft werden. Da merkt man unsere Unerfahrenheit noch.“

Doch Thomas Hamann ist optimistisch, dass „wir auch Anfang Juni über dem Strich stehen und den Klassenerhalt feiern können“. Es muss ja schließlich nicht immer Rang eins sein.

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Erstellt:
14. Februar 2020, 22:05 Uhr
Lesedauer:
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