Amateurfußball: Saisonabbruch steht bevor

Baden-Baden (rap) – Die regionale Fußballsaison pausiert coronabedingt seit Ende Oktober. Wieder steigende Fallzahlen erschweren nun die Rückkehr auf den Platz – und somit eine Wertung der Runde.

Die Luft aus der unterbrochenen Saison könnte bald raus sein. Foto: Frank Seiter

© toto

Die Luft aus der unterbrochenen Saison könnte bald raus sein. Foto: Frank Seiter

Die Verantwortlichen des Südbadischen Fußballverbands (SBFV) um Präsident Thomas Schmidt und Vizepräsident Christian Dusch dürften gespannt auf kommenden Montag blicken. Dann nämlich steht die nächste Bund-Länder-Konferenz an. Auf der Tagesordnung soll auch wieder der Amateursport stehen. Laut „Business Insider“ planen die Politiker jedoch, die angedachte Freigabe für Kontaktsport zurückzunehmen.

Aufgrund der steigenden Inzidenzzahlen und der weiterhin stockenden Impfkampagne soll der für den Amateursport eigentlich vorgesehene vierte Öffnungsschritt nun ausgesetzt werden. Dieser wäre für die Amateurfußballer auf dem Weg zurück auf den Platz aber von elementarer Wichtigkeit, da er ab dem 22. März bei einer regionalen Inzidenz von unter 100 die Freigabe von Kontaktsport vorgesehen hätte, bei einem Wert von unter 50 sogar ohne tagesaktuellen Schnelltest. Bei einer bundesweiten Inzidenz von 95,6 gestern Morgen rückt der Wiederbeginn auf dem Fußballplatz jedoch in weite Ferne, zumal die Tendenz bei der Inzidenz eindeutig ist – und zwar steigend.

Vierter Öffnungsschritt wohl vier Wochen später

Sollte der vierte Öffnungsschritt am Montag nun tatsächlich aufgeschoben werden, wäre dies freilich ein ziemlich harter Schlag für die zarten (Rest-)Hoffnungen der SBFV-Verantwortlichen, die seit Ende Oktober unterbrochene Saison noch zu Ende spielen zu können, sprich zumindest die Vorrunde komplett zu absolvieren, damit die Runde gewertet werden kann. Denn dann sähe das weitere Vorgehen von Bund und Länder folgendermaßen aus: Kontaktsport soll frühestens vier Wochen später, also ab 19. April erlaubt sein.

Dies wäre wohl das endgültige Todesurteil für die Fortsetzung der Saison im SBFV-Gebiet. Schließlich verkündeten die Freiburger Verantwortlichen beim bislang letzten virtuellen Zusammentreffen mit den Vereinen Mitte Februar folgende Deadline: Bis zum 9. Mai müsse der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden, ansonsten sei eine Annullierung der Saison unumgänglich, erklärte damals SBFV-Vizepräsident Dusch, der beim Verband für den Spielbetrieb zuständig ist. Geht man von mindestens vier Wochen Vorbereitung (kein Corona-Training) aus, die die Spieler nach so einer langen Zwangspause mindestens brauchen, ist die Rechnung nicht mehr zu gewinnen. Noch spielt der Verband zwar auf Zeit, doch der Wettlauf gegen die Inzidenz scheint verloren, ein Abbruch nahezu alternativlos.

Rundenabbruch bei anderen Verbänden beschlossen

Andere Fußballverbände in der Republik sind dagegen schon weiter – und haben die Saison 2020/21 abgebrochen. So hat der Hamburger Fußball-Verband (HFV) als erster Verband die Runde annulliert, die Kollegen aus Sachsen-Anhalt folgten am vergangenen Montag. Bereits am 10. März zog der Schleswig-Holsteinische Fußball-Verband einen Schlussstrich unter die vermaledeite Corona-Saison – natürlich ohne Wertung.

Ein Szenario, das höchstwahrscheinlich auch auf den SBFV zukommen wird. Eigentlich steht nur noch eine Frage im Raum: Wann wird der Abbruch der Saison offiziell verkündet?

Ihr Autor

BT-Redakteur Christian Rapp

Zum Artikel

Erstellt:
20. März 2021, 17:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 21sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.