Amtsgericht ahndet EC-Karten-Klau

Gernsbach (stj) – Vier Monate muss ein einschlägig vorbestrafter Mann ins Gefängnis, nachdem er einem früheren Trinkkumpan die EC-Karte entwendet hatte.

Vor dem Gernsbacher Amtsgericht wird ein Fall von Computerbetrug verhandelt. Foto: David Ebener/dpa/Archiv

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Vor dem Gernsbacher Amtsgericht wird ein Fall von Computerbetrug verhandelt. Foto: David Ebener/dpa/Archiv

Damit hob er 180 Euro bei der Sparkasse Rastatt-Gernsbach in der Igelbachstraße ab. Bei der Verwendung von gefälschten oder gestohlenen Kredit- oder EC-Karten liegt strafrechtlich ein Computerbetrug vor.

Die Bekannten hatten sich laut Anklageschrift am 23. April dieses Jahres auf der Stadtbrücke in Gernsbach getroffen, wo das körperlich eingeschränkte spätere Opfer den 52-Jährigen darum bat, ihm beim Einkaufen zu helfen. Zunächst müsse er aber Geld holen, wobei der Angeklagte mit zum Automaten in der Sparkasse kam und die Geheimnummer der EC-Karte erspähte. Diese speicherte er sich sogleich in seinem Handy ab. Nach den Besorgungen ging es gemeinsam in die Wohnung des 69-jährigen Geschädigten, um auf den erfolgreichen Einkauf kräftig anzustoßen. Im weiteren Verlauf des Abends kam ein weiterer Bekannter hinzu, es flossen Bier und Cognac.

Angeklagter muss für vier Monate ins Gefängnis

Als sich der Gastgeber betrunken schlafen legte, bemerkten seine Gäste, dass sie keine Zigaretten mehr hatten, und beschlossen, welche zu besorgen. Weil sie nicht genügend Geld hatten, soll der Angeklagte die EC-Karte seines schlafenden Kumpels aus dessen Portemonnaie genommen haben. Überwachungskameras der Sparkasse zeigten die Beiden schließlich beim Abheben am Automaten um 0.41 Uhr. 180 Euro wies der entsprechende Kontoauszug aus.

Auch wenn die Angaben der drei Beteiligten nicht hundertprozentig übereinstimmten – alle machten den Alkoholkonsum dafür verantwortlich –, gab der Angeklagte die Tat zu und entschuldigte sich für sein Verhalten: „Es tut mir leid, es war ein Fehler.

“Keine positive Sozialprognose

Der Hartz IV-Empfänger verpflichtete sich gegenüber dem Amtsgericht Gernsbach, dem Geschädigten die 180 Euro „nach Kräften“ zurückzuzahlen. Das konnte ihn letztlich aber nicht vor einer neuerlichen Gefängnisstrafe bewahren. Vor allem, weil er während der Tat unter doppelter Bewährung stand. Auch ein Blick ins Bundeszentralregister ließ für Staatsanwaltschaft und Richter kaum eine positive Sozialprognose zu: 25 Einträge, zumeist Vermögensdelikte wie Diebstahl, Betrug oder Leistungserschleichung, stehen dort zu Buche.

Die Staatsanwaltschaft sah keinen Spielraum für eine neuerliche Bewährungsstrafe, auch Amtsgerichtsdirektor Ekkhart Koch nicht. Er verurteilte den 52-jährigen Gernsbacher zu vier Monaten Gefängnis. In der Justizvollzugsanstalt Offenburg wird er wohl auf seinen Mittäter treffen, der dort bereits in Untersuchungshaft einsitzt – wenn auch wegen einer anderen Sache.

Ihr Autor

BT-Redakteur Stephan Juch

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Erstellt:
27. Oktober 2021, 16:10 Uhr
Lesedauer:
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