An Kitas und Schulen steigt die Zahl der Infizierten

Baden-Baden/Rastatt (BNN) – Mit der aktuellen Omikron-Welle steigen an den Schulen und Kitas in Mittelbaden die Infektionszahlen.

Der regelmäßige Abstrich gehört mittlerweile zum Alltag an den Schulen. Klassenschließungen aufgrund positiver Fälle sind bislang jedoch eher die Ausnahme. Foto: Christoph Soeder/dpa

© Christoph Soeder/dpa

Der regelmäßige Abstrich gehört mittlerweile zum Alltag an den Schulen. Klassenschließungen aufgrund positiver Fälle sind bislang jedoch eher die Ausnahme. Foto: Christoph Soeder/dpa

Viele dieser Einrichtungen in Baden-Baden und im Landkreis Rastatt registrieren vor allem in den Wochen nach den Weihnachtsferien bei Schülern, Lehrkräften und pädagogischem Personal mehr Neuinfizierte als zuvor. Baden-Badens Bürgermeister Roland Kaiser (Grüne) überrascht diese Entwicklung nicht. Er habe sogar mit höheren Zahlen gerechnet, räumt er auf Nachfrage unserer Redaktion ein.

Der Trend nach oben zeichne sich bereits seit längerer Zeit ab. Neben der stark ansteckenden Omikron-Variante des Coronavirus führt der Sozialdezernent das auch auf die Testpflicht zurück, die seit Januar in Kindergärten gelte. Mehr Schnelltests bedeuteten in der Regel auch mehr positive Fälle. „Seither schauen wir genauer hin“, sagt Kaiser.

Nach Auskunft des Bürgermeisters waren in Baden-Baden im Januar bisher fünf Kita-Gruppen von Schließungen betroffen. Drei bleiben nach wie vor dicht, zwei sind wieder geöffnet. „Bei rund 100 Gruppen ist das nicht dramatisch viel“, sagt Kaiser. Beim pädagogischen Personal seien bislang zehn positive Fälle aufgetreten. Der Betrieb der Kindergärten sei nicht gefährdet. Ähnliche Situationen habe es bei Grippewellen in früheren Jahren gegeben.

„Deutlicher Anstieg seit den Weihnachtsferien“

An den Schulen sieht die Lage Kaiser zufolge ähnlich aus. Um die 60 positiv getestete Schülerinnen und Schüler habe die Stadt im neuen Jahr sowohl an den Beruflichen Schulen als auch an den Gymnasien registriert. Zwischen 20 und 25 waren es jeweils an den Werkreal- und Realschulen sowie an den Grundschulen. „Wir hatten befürchtet, es könnten an den Grundschulen mehr sein, weil es dort noch keine Durchimpfung gibt“, sagt der Bürgermeister. Die verkürzte Quarantänezeit trage dazu bei, die Situation beim Lehrpersonal zu entspannen.

Wie ist die Lage im Stadtkreis Baden-Baden und Landkreis Rastatt insgesamt? „In der Tat haben wir seit den Weihnachtsferien einen deutlichen Anstieg sowohl bei Schülern und Lehrern mit positivem Test und Quarantäne“, sagt Wolfgang Held, Direktor des Staatlichen Schulamts Rastatt, das für die Schulen – mit Ausnahme von Gymnasien und Beruflichen Schulen – im Landkreis Rastatt und im Stadtkreis Baden-Baden zuständig ist. Demnach sind 23 Klassen geschlossen sowie 396 Schülerinnen und Schüler positiv getestet (diese und die folgenden Zahlen berücksichtigen den Stand vom 27. Januar). Bei 35 Lehrkräfte gab es positive Tests. 444 Schüler und 21 Lehrer sind in Quarantäne.

Das Staatliche Schulamt verwaltet 85 Schulen im Landkreis Rastatt und im Stadtkreis Baden-Baden. Held weist darauf hin, dass die Zahlen sich fast täglich änderten. Nach dem exponentiellen Anstieg zum Schulstart im neuen Jahr stabilisierten sie sich mittlerweile auf einem hohen Niveau.

Held zufolge lässt sich der Präsenz-Unterricht an einigen Schulen nicht garantieren. „Einzelne Klassen müssen zu Hause bleiben“, sagt der Leitende Schulamtsdirektor. Diese hätten jedoch nicht schulfrei, sie erfüllten die Schulpflicht nur nicht in Präsenz. Für diese Schüler gilt dann der sogenannte Fernunterricht. Die Lehrer in Quarantäne unterrichteten per Video von zu Hause aus.

Anfragen und Proteste halten sich in Grenzen

Die Eltern von Grundschülern holten zwei- bis dreimal pro Woche die benötigten Unterrichtsmaterialien in der Schule ab. „Wir machen mit dem verfügbaren Personal das Maximale“, sagt Held. Die Eltern bleiben angesichts der sich verschärfenden Lage offenbar relativ gelassen. Anfragen und Proteste halten sich Held zufolge in Grenzen. Die Eltern hätten inzwischen Erfahrung mit dem Homeschooling in der Pandemie.

Das Regierungspräsidium Karlsruhe, das unter anderem für die Gymnasien in der Region zuständig ist, beurteilt die Situation ähnlich. An manchen Gymnasien steige der Anteil der positiv getesteten Schüler etwas. Es sei jedoch keine Schule komplett im Fernunterricht und an wenigen Gymnasien nur einige Klassen. „Die Unterrichtsversorgung ist angespannt“, räumt Irene Feilhauer, Sprecherin des Regierungspräsidiums ein. Aber der Pflichtunterricht an den Gymnasien sei weitestgehend gesichert.

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