An Ostern soll Spargel auf den Tisch

Durmersheim/Bietigheim (HH) – Die Wetterbedingungen lassen auf einen baldigen Saisnostart hoffen. Angesichts der Corona-Pandemie entschlüpft Spargelbäuerin Franziska Gehrer aber ein besorgtes Seufzen.

Dammfräse nennt sich die Maschine, mit der auf den Spargelfeldern der Firma Gehrer die Erdwälle für das Stangengemüse geformt werden. Foto: Helmut Heck

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Dammfräse nennt sich die Maschine, mit der auf den Spargelfeldern der Firma Gehrer die Erdwälle für das Stangengemüse geformt werden. Foto: Helmut Heck

Fürs Ostermenü kann Spargel eingeplant werden. Das Wetter scheint den Liebhabern des begehrten Frühlingsgemüses bis jetzt gewogen. Damit der Asparagus officinalis, wie sein botanischer Namen lautet, stramm und groß wird, aber auch seine weiße Delikatessenfarbe bis zur Erntereife behalten kann, müssen die Felder „gedämmt“ werden.
So wird in der Fachsprache das Errichten der Dämme genannt, unter denen die Stangen möglichst lange heranwachsen sollen, ohne ans Tageslicht vorzudringen. Durch diesen behält klassischer Spargel seine weiße Farbe.

Dammfräsen schütten Erdwälle auf

Auf der Hardt bei Durmersheim und Bietigheim konnte dieser Tage beim maschinellen Dammbau zugeschaut werden. An der Grenze der Gemarkungen wurden mit Traktor und Dammfräse in zügigem Tempo reihenweise Erdwälle aufgeschüttet. „Ja, es wird gerade gedämmt“, bestätigte Franziska Gehrer, dass die auf Bietigheimer Seite bearbeiteten Flächen zu ihrem Betrieb gehören.

Am 20. März soll die Ernte losgehen

Das in dritter Generation existierende Durmersheimer Familienunternehmen baut ihren Angaben zufolge auf rund 24 Hektar Spargel an. Auf die Frage, wie es im zweiten Jahr der Corona-Pandemie mit der Einreise der rumänischen Helfer klappt, mit denen der Betrieb seit vielen Jahren zusammenarbeitet, entschlüpft der Chefin ein besorgtes Seufzen. „Das kann ich sagen, wenn sie angekommen sind“, schwankt sie wie in der letztjährigen Saison offenbar zwischen Bangen und Hoffen. Immerhin gibt es mittlerweile Corona-Tests. Für die Reise wird ein negativer Nachweis verlangt. Sorgen bereiten den Äußerungen zufolge aber die Preise, die in Rumänien bezahlt werden müssen. Ein Test kostet den Kenntnissen zufolge 85 Euro, was bei Mindestlöhnen von monatlich nicht einmal 500 Euro ein enormes Missverhältnis darstellt. Irgendwie werde es klappen, schließlich ist man mittlerweile krisenerprobt.

Pünktlich zum kalendarischen Frühlingsbeginn soll zwei Wochen vor Ostern die Ernte beginnen. Am 20. März wolle man loslegen, teilte Gehrer mit. Nach den regenreichen Wochen im Januar und Februar legt sich die Natur nun mächtig ins Zeug. Die derzeitigen Temperaturen versprechen einen guten Spargelstart. Die Dämme jedenfalls sind vorbereitet, allein auf Gehrers Feldern ergeben sie eine Gesamtlänge von rund 25 Kilometern.

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Erstellt:
8. März 2021, 11:00 Uhr
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