An der Durmersheimer Realschule spielt die Musik

Von Yvonne Hauptmann

Durmersheim (yd) – Das Kunst- und Musikprofil ist ein Kennzeichen der Realschule Durmersheim. Ein Beitrag im Rahmen der BT-Serie „Schule im Profil“.

An der Durmersheimer Realschule spielt die Musik

Gemütlich eingerichtet ist das Schülercafé an der Realschule. Die Schüler werden dort vor Schulbeginn und über die Mittagszeit betreut. Foto: Yvonne Hauptmann

Es braucht nicht viel Vorstellungskraft, um sich auszumalen, wie die Geräuschkulisse in der Realschule Durmersheim klingt, wenn nicht gerade eine Pandemie wütet: Dann singt und klingt es nämlich aus den Klassenzimmern. Musik wird hier groß geschrieben – die Realschule hat ein Kunst- und Musikprofil.

„Während Corona ist natürlich alles ein bisschen anders“, erklärt Petra Kohla, die derzeit den Posten der kommissarischen Schulleiterin bekleidet und die Geschicke der Schule im Team zusammen mit Steffen Dinter, Stefanie Berlinger und Manfred Lutz steuert.

In „normalen Zeiten“ gibt es an der Durmersheimer Realschule mehrere Chöre, Orchester und eine Schulband. Zwei große Konzerte werden pro Schuljahr veranstaltet. Im Frühjahr wird das Konzert mit einer Kunstausstellung verbunden, bei der die Schüler ihre Werke zeigen.

In Coronazeiten konnten zwar die Konzerte nicht stattfinden, musiziert wird aber trotzdem, klassenintern: Es wurden kleinere Jahrgangsensembles gegründet, so gibt es jetzt beispielsweise eine Schulband nur für die sechsten Klassen, und das Schulorchester probt nun eben jahrgangsweise. Eine Kooperation mit dem Badischen Staatstheater in Karlsruhe ermöglicht es allen Schülern, einmal im Jahr Bühnenluft zu schnuppern. Wie sehr den Lehrkräften das musische Profil am Herzen liegt, merkt man gleich. Petra Kohla und ihre Kollegen geraten ins Schwärmen, wenn sie von den Konzerten ihrer Schüler berichten.

„Wir haben aber noch ein anderes Profil“, erläutert Steffen Dinter und verweist auf den Punkt Berufliche Orientierung, der ebenfalls fest im Schulalltag integriert ist. Was das konkret heißt? Einmal die Woche sei ein Berufsberater der Arbeitsagentur Rastatt an der Schule, die Schüler können jederzeit Termine vereinbaren und sich beraten lassen. „Das ist super, wenn ein Schüler nicht genau weiß, welchen Weg er nach der Realschule einschlagen soll“, fidnet Dinter.

Offene Ganztagsschule

Die zweite Säule, auf der das Profil fußt, ist die Berufsmesse, die einmal im Jahr an der Realschule stattfindet. Etwa 30 bis 40 Firmen aus der Region stellen sich dabei vor. „Im Prinzip starten wir schon in Klasse fünf mit der Berufsbildung. Ganz konkret wird es dann in Klasse acht“, sagt Dinter. Ab da werde dann dezidiert nach den Stärken und Schwächen geschaut und versucht, für jeden Schüler den passenden Weg zu finden. Ob dieser nach der neunten Klasse mit dem Hauptschulabschluss oder nach der zehnten mit der Mittleren Reife endet, wird seit sechs Jahren individuell entschieden. Die Klassen fünf und sechs an der Realschule sind sogenannte Orientierungsklassen. Danach wird entschieden, ob die Schüler in den Hauptfächern weiter im niedrigeren G oder im höheren M-Niveau unterrichtet werden.

Ab der siebten Klasse gibt es dann G- und M-Klassen, die Schüler werden also aufgeteilt. „Erweist sich ein Schüler im G-Niveau dann aber als unterfordert, kann er natürlich jederzeit wieder ins höhere wechseln und umgekehrt“, verdeutlicht Petra Kohla, die diese Neuerung sehr gutheißt. 2019 hat zum ersten Mal eine Klasse an der Realschule den Hauptschulabschluss gemacht.

Die Durmersheimer Realschule ist eine offene Ganztagsschule. Das heißt, die Eltern können entscheiden, an wie vielen und an welchen Tagen ihre Kinder am Nachmittag betreut werden sollen.

Ein Mittagessen gibt es in der nahe gelegenen Mensa, es gibt aber auch in der Schule ein gemütlich eingerichtetes Schülercafé, das von der Gemeinde betreut wird. Direkt im Nebenraum befindet sich das Büro der Schulsozialarbeiterin. Das offene Ganztagsangebot von 14 bis 15.30 Uhr bietet viele Aktivitäten wie etwa eine Theater-AG, eine Kochgruppe, Fuß- und Handball, eine Multimedia-AG, Upcycling-Angebote oder einen Bücherclub.

Die Gemeinde Durmersheim hat als Schulträger in den vergangenen Jahren kräftig in die Realschule investiert, die 621 Schüler hat, die von 58 Lehrkräften unterrichtet werden. Die Lehrküche wurde neugestaltet, der Physiksaal ist komplett modernisiert worden, ebenso der Biologie-Saal, der in den vergangenen Monaten für knapp 192.000 Euro renoviert und mit einem integrierten Mediensystem ausgestattet wurde.

Petra Kohla ist stolz auf „ihre“ Schule: Sie lobt den Zusammenhalt und preist die Vorteile des jährlichen Schüleraustauschs mit Polen, der ganz neue Horizonte öffne. Die Neuntklässler, so erklärt Manfred Lutz, unternähmen zudem jedes Jahr eine Fahrt nach Berlin, bei der es viel über die deutsche Geschichte zu lernen gebe. Aber auch nach England und Frankreich gibt es rege Kontakte.

Für wen die Realschule am besten geeignet ist? „Für alle Kinder, die sich noch nicht ganz so gut selbst organisieren können, die noch keine ,Selbstläufer‘ sind. Also für diejenigen, die noch ein wenig an die Hand genommen werden müssen. Wir machen vieles mit den Kindern zusammen und freuen uns, sie durch ihre Schulzeit zu begleiten.“