Anbau für Leisberg-Klinik soll kommen

Baden-Baden (sga) – Seit rund 20 Jahren empfängt die Klinik am Leisberg in Baden-Baden psychotherapeutische Patienten. Nun soll ein Anbau für noch mehr Möglichkeiten im Therapieangebot sorgen.

Altbaucharme: In der Klinik wird künftig noch mehr Platz sein. Foto: Franziska Falbesaner

© Franziska Falbesaner

Altbaucharme: In der Klinik wird künftig noch mehr Platz sein. Foto: Franziska Falbesaner

Helle Räume, Altbaucharme und ringsherum Natur: Die Klinik am Leisberg empfängt seit mittlerweile 20 Jahren psychotherapeutische Patienten. Das Angebot ist mit der Zeit gewachsen, und nun soll ein Anbau für noch mehr Möglichkeiten sorgen. Doch auch wenn die Planungen bereits stehen: „Es hat sich nicht viel getan“, muss Marketingbeauftragte Franziska Falbesaner zugeben.

Zwar seien notwendige Vorkehrungen wie beispielsweise das Fällen von Bäumen bereits getroffen worden, „aber wir müssen aktuell noch geduldig sein“. Der Bauantrag liege bereits seit mehreren Monaten bei der Stadtverwaltung. „Dort gibt es sicherlich coronabedingt auch anderweitig viel Arbeit“, zeigt sich Falbesaner verständnisvoll. Trotzdem: „Wir freuen uns, wenn es dann endlich losgehen kann.“

Viele Patienten kommen aus der Region

Die Pläne für den Anbau sprechen für sich: Mehr Platz für die Tagesklinik und zusätzliche Therapieräume sind, wie bereits berichtet, angedacht. Doch die Marketingbeauftragte betont: „Uns geht es nicht darum, in der Summe mehr Patienten aufnehmen zu können.“ Stattdessen im Fokus: „Wir wollen mehr Platz für unser vielschichtiges Programm, um die bestehende Qualität anzuheben.“

Falbesaner kann aber auch heute schon von einem gewissen „Bekanntheitsgrad“ des Hauses sprechen. Viele Patienten kommen aus der Region, einige jedoch auch von weiter her in den Leisberg-Gebäudekomplex, der aus einer alten Villa aus dem Jahr 1912, einem Anbau von 1967 und einem 2010 in Betrieb genommenen Erweiterungsbau besteht. Dort werden sie, egal ob jugendlich oder erwachsen, seit 2002 behandelt.

Mit den Therapiemöglichkeiten scheinen allerdings nicht nur die Patienten, die unter anderem mit Depressionen oder Essstörungen kämpfen, zufrieden zu sein. Auch Henning Hager fühlt sich in der Leisberg-Klinik in der Gunzenbachstraße wohl. Seit dem 1. Februar ist er dort Chefarzt. Gearbeitet hat er in dem Haus aber zuvor schon: „Ich bin sozusagen ein Mann der ersten Stunde.“ Er bekommt 2002 den Aufbau und 2004 die Einrichtung der Kinder- und Jugendstation mit, gründet eine therapeutische Männergruppe und erinnert sich daran, wie 2014 die Abteilung für junge Erwachsene gegründet wird.

Chefarzt setzt auf engen Patientenkontakt

Zwischenzeitlich verschlägt es Hager dann aber doch in andere Häuser. Fünf Jahre arbeitet er in der Nexusklinik, Zwischenstopps in der Dengler-Klinik und der Max-Grundig-Klinik folgen. „2017 bin ich als Oberarzt wieder zurückgekommen“, erinnert er sich. Im Gespräch mit dem Chefarzt wird schnell klar: Die Gesundheit seiner Patienten steht für ihn an oberster Stelle. „Sie erleben hier ein enges Miteinander“, und das sei auch „die Besonderheit der Klinik“: Jeder sei für jeden da, Fürsorge spiele eine große Rolle. „Der Patientenkontakt ist sehr eng“, erklärt Hager. Dieses Prinzip der offenen Kommunikation habe sich in den vergangenen 20 Jahren bewährt, Offenheit sei wichtig – auch im „interkollegialen Austausch“, den der neue Chefarzt weiterhin pflegen möchte: „Kooperationen und Kontakte fördern, ein interaktives Miteinander gestalten. Ich bin hier in Baden-Baden auch gut vernetzt und möchte dieses Modell auf regionaler Ebene fördern.“

Dabei bringt Hager großes Fachwissen mit, das er jedoch gerne auch mit individuellen Methoden kombiniert: „Psychopharmaka sind nicht alles. Ich bin in Naturheilverfahren ganz fit“, auch wenn sich das nicht für jeden Fall immer eigne: „So hat jeder sein individuelles Problem. Unsere Aufgabe ist es, das zu analysieren.“

Ihr Autor

BT-Redakteurin Sarah Gallenberger

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Erstellt:
8. Februar 2022, 07:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 38sec

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