Andere Jugendliche für den eigenen Beruf begeistern

Rastatt (stn) – In Schulen und auf Ausbildungsmessen gibt Julia Eichmann als Ausbildungsbotschafterin Einblicke in ihren Arbeitsalltag als angehende Steuerfachangestellte.

In einem Tag zur Ausbildungsbotschafterin: Die angehende Steuerfachangestellte Julia Eichmann freut sich über ihr Zertifikat. Foto: Nora Strupp

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In einem Tag zur Ausbildungsbotschafterin: Die angehende Steuerfachangestellte Julia Eichmann freut sich über ihr Zertifikat. Foto: Nora Strupp

„Was möchte ich später einmal werden?“, „Welcher Beruf könnte mir Spaß machen?“: Jugendlichen, die noch nicht genau wissen, wo die berufliche Reise einmal hingehen soll, könnte der Kontakt zu Ausbildungsbotschaftern helfen. Diese geben einen direkten Einblick in ihre Ausbildungsberufe. Julia Eichmann (22) ist eine von ihnen. Sie wirbt für den Beruf der Steuerfachangestellten.

Die 22-Jährige absolviert gerade ihre Ausbildung bei der Rastatter Steuerberatungsgesellschaft „Ecovis RTS in Baden“. Warum sie später einmal in diesem Beruf arbeiten möchte, weiß sie genau: „Viele haben das Bild, dass es bei Steuerfachangestellten nur um Zahlen, Daten, Fakten geht und man nur im Büro sitzt. Aber das ist gar nicht so. Der Beruf ist vielseitig. Man macht jeden Tag etwas anderes. Und man wird gebraucht und sieht das auch jeden Tag. Außerdem lernt man über die Buchhaltung viel über die Unternehmen. Und die Allgemeinbildung nimmt zu. Es ist schön zu sehen, wohin man mit Arbeit und Ehrgeiz kommt“, schwärmt sie. Die Begeisterung für diesen Beruf möchte sie an andere Jugendliche weitergeben.

Eintägige Schulung bei der IHK-Karlsruhe

Deshalb entschied sie sich dazu, Ausbildungsbotschafterin zu werden. Ausbildungsbotschafter sind Auszubildende, die während ihrer Ausbildungszeit in baden-württembergischen Schulklassen oder auf Ausbildungsmessen für eine Berufsausbildung werben. Im Fall von Eichmann ist es die Ausbildung zur Steuerfachangestellten. Ausbildungsbotschafter berichten vor Ort von ihren persönlichen Erfahrungen und geben Schülerinnen und Schülern somit authentische Einblicke in ihren Arbeitsalltag.

Den Anstoß, dass Eichmann Ausbildungsbotschafterin wird, gab Eichmanns Chefin Doris Oesterle. Sie erkannte das Potenzial ihres Schützlings. Für diese Aufgabe müsse man vor allem extrovertiert sein und auf Menschen zugehen können. Für jemanden, der sich nicht traue, etwas zu sagen, sei das nichts, meint sie. In Oesterles Augen ist Eichmann für diese verantwortungsvolle Aufgabe hingegen prädestiniert. „Mir war sofort klar, das wird unsere nächste Ausbildungsbotschafterin.“

Im März nahm Eichmann deshalb an einer entsprechenden Schulung der IHK-Karlsruhe teil. Bei dem eintägigen Seminar eignete sie sich eine Präsentationskompetenz an, um vor Schulklassen oder auf Messen den eigenen Beruf ansprechend darstellen zu können. „Die Seminarteilnehmer lernen, vor größeren Gruppen zu sprechen. Das hilft ihnen auch in ihrer Zukunft“, betont Nicole Wießmann von der IHK Karlsruhe, die dort für die Ausbildungsbotschafter zuständig ist. Am Ende des Seminars erhalten die Teilnehmer ein Zertifikat.

Eine schicksalhafte Begegnung

Die „Initiative Ausbildungsbotschafter“, die vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg gefördert wird, gibt es bereits seit August 2011. Die Leitstelle der Initiative ist beim Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertag angesiedelt.

Dass Eichmann nun ihre Ausbildung bei Ecovis in Rastatt macht, hat sie übrigens ebenfalls einer Ausbildungsbotschafterin zu verdanken: „Ich war auf einer Ausbildungsmesse und wurde dort von ihr angesprochen, ob ich nicht Lust hätte, Steuerfachangestellte zu werden. Sie war die Erste, die mich dazu gebracht hat, dass ich mich überhaupt für diesen Beruf interessiere.“ Danach habe sie sich erfolgreich bei Ecovis beworben. Wie sich kurz darauf herausstellte, arbeitete auch die Ausbildungsbotschafterin, die Eichmann auf der Messe getroffen hatte, bei der Rastatter Steuerberatungsgesellschaft. „Es war schicksalsmäßig“, so Eichmann.

Ihren ersten Einsatz als Ausbildungsbotschafterin hat Eichmann am 14. Juli in der Handelslehranstalt in Bühl. Darauf freut sie sich schon sehr. Unbekannt ist ihr ihr Einsatzort allerdings nicht. „Das ist meine Berufsschule“, erzählt sie lachend.

Weitere Informationen zur Initiative „Ausbildungsbotschafter:
www.gut-ausgebildet.de

Ihr Autor

BT-Volontärin Nora Strupp

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Erstellt:
28. April 2021, 14:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 42sec

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