Andrang auf Digital-Impfnachweise in Apotheken

Baden-Baden/Berlin (for) – Seit Montag können sich vollständig Geimpfte in Apotheken den digitalen Impfnachweis ausgeben lassen. Die Nachfrage ist groß, die Apotheken bitten um Geduld.

Der digitale Nachweis ist eine freiwillige Ergänzung des weiter gültigen gelben Impfheftes aus Papier. Foto: Stefan Puchner/dpa

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Der digitale Nachweis ist eine freiwillige Ergänzung des weiter gültigen gelben Impfheftes aus Papier. Foto: Stefan Puchner/dpa

Pünktlich zur Sommerferienzeit wird der Nachweis einer Corona-Impfung auch per Smartphone möglich. Jeder, der bereits vollständig geimpft ist, kann sich seit gestern in der Apotheke einen digitalen Impfnachweis besorgen. Die Nachfrage war schon am Morgen groß: Tatjana Zambo, Vorsitzende beim Landesapothekenverband (LAV) und Apothekerin aus Gaggenau, berichtet im BT-Gespräch von einem „Ansturm“ auf die Apotheken.

„Wir wurden überrannt“

„Wir wurden förmlich überrannt“, so Zambo. Auch andere Apotheken in der Region schildern eine ähnliche Situation. Laut dem Deutschen Apothekerverband (DAV) wurden gestern bis um 11 Uhr bundesweit bereits 140.000 Zertifikate ausgestellt. Mehr als 13.000 Apotheken böten die Leistung an, das seien mehr als zwei Drittel aller Apotheken.

Welche Apotheken vor Ort den digitalen Impfpass anbieten, können Bürger auf der Website mein-apothekenmanager.de abrufen. Allerdings kam es laut DAV auch auf dem Online-Portal zu einer „extrem hohen Nachfrage“, wie die deutsche Presseagentur (dpa) mitteilt. Phasenweise war das Portal deshalb am Vormittag nicht zu erreichen. Auch die Apotheken selbst berichten von Anfangsschwierigkeiten. Demnach kam es am Vormittag in einigen Regionen zu technischen Problemen und Überlastungen von Servern, auf denen sich die Apotheken am Morgen anmelden mussten. Für Zambo war das jedoch keine Überraschung: „Das passiert eben, wenn eine Vielzahl an Apotheken zur gleichen Uhrzeit auf denselben Server zugreifen möchte“, sagt sie. Nach rund einer Stunde habe sich das Problem gelöst „und ab dann lief es auch ziemlich reibungslos.“ Der Start sei also dennoch gelungen.

QR-Code unbedingt aufbewahren

Laut dpa müssen die Apotheken den Namen der Person, den Impfstoff und das Impfdatum in eine Maske eingegeben, dann wird ein QR-Code generiert, der den Geimpften ausgehändigt wird. Mit diesem Code können sie ihren digitalen Impfnachweis dann auf das Smartphone übertragen. Zambo rät Bürgern, den Ausdruck mit dem QR-Code unbedingt aufzubewahren – auch wenn der Code bereits mit dem Smartphone erfasst wurde. „Der QR-Code wird weder von uns noch vom Land oder Bund irgendwo gespeichert“, betont sie. Wenn also das Handy verloren geht oder nicht mehr funktioniert, könne es sein, dass ein komplett neuer digitaler Impfnachweis angefordert werden müsse. Gleichzeitig warnt die Apothekerin davor, mit einem gefälschten Impfpass einen digitalen Impfnachweis ergattern zu wollen. „Wir haben verschiedene Mechanismen, um Fälschungen zu erkennen.“

Ähnlich wie der DAV bittet auch Zambo um Geduld. Zur Entlastung der Apotheken rät sie den Bürgern, sich nicht alle sofort einen digitalen Impfnachweis zu holen. „Schließlich besteht keine Eile, der analoge Impfpass gilt ja weiterhin.“

Digitaler Impfpass direkt vor Ort

Wer bis einschließlich Sonntag seine Zweitimpfung in einem Impfzentrum erhalten hat, der bekommt den QR-Code laut Benjamin Wedewart, Pressesprecher beim Landratsamt Rastatt, sogar per Post zugeschickt. Und alle, die künftig noch ihre Zweitimpfung bekommen oder einmalig mit Johnson-Johnson geimpft werden, erhalten ihren QR-Code nun in den Kreis-Impfzentren in Baden-Baden und Bühl direkt vor Ort. Das Impfzentrum im Kurhaus will künftig zu bestimmten Zeiten sogar denjenigen den digitalen Impfpass ausgeben, die bereits vor Wochen vollständig geimpft worden sind. Dazu laufen aber noch die Planungen.


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