Angst vor noch mehr Verkehr

Bühl (jo) – Ausschließlich um Verkehrsthemen drehte sich die jüngste Einwohnerversammlung der südlichen Kernstadt mit der Bühler Verwaltungsspitze. Dort geht die Angst vor noch mehr Verkehr um.

Für eine verbesserte Wahrnehmung beim Rechtsabbiegen auf die Hauptstraße wird die Fußgängerampel mit zusätzlichen Signalen ausgestattet. Foto: Eiermann

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Für eine verbesserte Wahrnehmung beim Rechtsabbiegen auf die Hauptstraße wird die Fußgängerampel mit zusätzlichen Signalen ausgestattet. Foto: Eiermann

Ausschließlich um Verkehrsthemen drehte sich die jüngste Einwohnerversammlung der südlichen Kernstadt mit der Verwaltungsspitze in der Mensa des Windeck-Gymnasiums. Es ging in erster Linie um zu schnelles Fahren, Parkprobleme und den Ruf nach Verkehrsüberwachung. Außerdem lehnten die Südstädter eine Ausweisung der Hauptstraße zur Fußgängerzone ab. Sie befürchteten, dass der Verkehrsdruck in ihrem Viertel dann noch weiter zunehmen werde.

Die Ängste versuchte Oberbürgermeister Hubert Schnurr mit dem Hinweis zu zerstreuen, dass es derzeit nicht mehr als einen Vorschlag von drei Fraktionen des Gemeinderats gebe. Dieser sehe vor, die nördliche Hauptstraße zwischen Rathaus-Kreisel und Nordtor als Fußgängerzone auszuweisen, was ein Fachbüro prüfen werde. Die Realisierung müsse zudem im Zusammenhang mit dem sich weiter verzögernden Lückenschluss der neuen B3 in Sinzheim gesehen werden. Schnurr: „Da sind noch viele offene Fragen, die wir als Stadt nicht beeinflussen können.“

Längere Grünphase soll Situation entschärfen

Auch die aktuelle Situation auf der Hauptstraße treibt die Bürger um, vor allem die Verhältnisse an der Einmündung der Oberweierer Straße beim Steinmetzhaus. Zu Hauptverkehrszeiten sei ein Linksabbiegen fast unmöglich. Autofahrer, die flott nach rechts abbiegen, könnten allzu leicht Passanten übersehen, die den dortigen signalgesteuerten Überweg über die Hauptstraße nutzen.

Um die Gefahrenlage zu entschärfen, kündigte Andreas Bohnert den rund zwei Dutzend Besuchern eine verlängerte Grünphase für Fußgänger an. Außerdem werde die Ampelanlage mit zusätzlichen Signalgebern ausgestattet, damit das Lichtspiel von Rechtsabbiegern besser wahrgenommen werde. Ein solches ergänzendes Signal werde auch gegenüber, in der versetzten Einmündung der Robert-Koch-Straße, für Linksabbiegende nachgerüstet.

Um den Verkehrsfluss in der Hauptstraße zu verbessern, kam der Vorschlag, die nahe Signalanlage an der Einmündung der Bühlertalstraße in die Hauptstraße zu demontieren. Das Ansinnen wies Bohnert umgehend zurück: „Die Ampel ist unverzichtbar.“ Die Steuerung werde angesichts der beengten Verhältnisse benötigt, um Lkw und Bussen das Abbiegen zu ermöglichen. „Und auch für Fußgänger ist die Ampel ganz wichtig.“

Auf Beschwerden über zu schnelles Fahren, vor allem in der Humboldtstraße und Martin-Luther-Straße, will die Verwaltung mit verstärkter Verkehrsüberwachung reagieren, um Tempo 30 durchzusetzen. Die Südstadt soll ein Kontrollschwerpunkt werden. Kein schlüssiges Rezept hatten Schnurr und Bohnert gegen das Parken in den Wohnstraßen parat. Nach Beendigung der Bauarbeiten in der Gartenstraße erwarten sie eine gewisse Entlastung – im Gegensatz zu einem Zwischenrufer.

Wunsch nach Elektrobussen

Vorerst erschwerend kommt hinzu, dass bei den Bauvorhaben zweier Investoren in der südlichen Hauptstraße nahe der Tankstelle Jäger bis Ende Juli ein Baukran weit in die Fahrbahn ragen wird, was weitere Fahrzeuge in die Nebenstraßen treiben dürfte.

In der Kritik ist auch der in diesem Bereich rege Busverkehr wegen seiner Abgase mit Rußpartikel. Ein Anwohner der Oberweierer Straße forderte Messungen zum Gesundheitsschutz: „Wir haben keinen Feinstaub, sondern Grobstaub.“ Schnurr kündigte an, dass bei der Neuausschreibung der Citybus-Linien von den Betreibern auch der Einsatz von Elektrobussen gefordert werde.

Mit ins Rathaus nahmen Schnurr und Bohnert, die von Bürgermeister Wolfgang Jokerst und Reinhard Renner (Leiter der Zentralen Dienste) begleitet wurden, auch zwei konkrete Anregungen. Ein Besucher schlug vor, die Verkehrsinseln der Obervogt-Haefelin-Straße an der Einmündung zur Rheinstraße zu beseitigen, damit flüssiger auf zwei Spuren abgebogen werden könne.

Ein anderer Bürger konnte sich eine durchgängige Linksabbiegespur in der Fahrbahnmitte der neuen B3 von den Stadtwerken bis zur Bosch-Kreuzung vorstellen. Da es sich dabei um keine Gemeindestraßen handelt, will Schnurr die Ideen im Landratsamt beziehungsweise im Regierungspräsidium vorbringen.

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Erstellt:
29. Januar 2020, 11:00 Uhr
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