Anke Mühlenberg-Knebel freut sich auf die Begegnungen in Bühlertal

Bühlertal (mf) – Die Vakanz in der evangelischen Kirchengemeinde Sand, Neusatz, Bühlertal, Altschweier und Ottersweier hat ein Ende. Anke Mühlenberg-Knebel ist die neue Pfarrerin der Gemeinde.

Anke Mühlenberg-Knebel in ihrem Büro, von dem aus sie den Blick in die Bühlertäler Weinberge genießen kann. Foto: Martina Fuß

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Anke Mühlenberg-Knebel in ihrem Büro, von dem aus sie den Blick in die Bühlertäler Weinberge genießen kann. Foto: Martina Fuß

Irgendwie hat sie der badische Landesteil nie so richtig losgelassen: Anke Mühlenberg-Knebel ist im Hunsrück geboren und hat knapp 30 Jahre lang im rheinischen Emmerich an der Grenze zu den Niederlanden gelebt und gearbeitet. Studiert hat sie aber fünf Jahre lang in Heidelberg, genauso wie ihr Bruder Arno Knebel, der seit einem Jahr Pfarrer in der evangelischen Friedenskirche in Baden-Baden ist.

„Mein Mann und ich hatten schon lange überlegt, etwas Neues anzufangen und durch die Verbindung ins Badische sind wir auf die hiesige Gemeinde aufmerksam geworden“, erklärt die Pfarrerin. Vor Jahren sei es noch schwierig gewesen, von einer Landeskirche zur anderen zu wechseln, angesichts des Pfarrer(innen)-Mangels habe sich aber mehr Flexibilität ergeben. Gleichwohl sei das Verfahren aufwendig. „Als wir die Gemeinde mitsamt Pfarrhaus im Mai 2020 besichtigen konnten, haben wir nicht lange überlegt. Da war klar, hier gefällt es uns, hier bleiben wir.“ Bis aber alles geregelt war, ging einige Zeit ins Land. Am 1. Dezember konnte Anke Mühlenberg-Knebel endlich ihr neues Amt antreten und in ihr neues Domizil in Bühlertal umziehen.

Jetzt also Bühlertal, Sand, Neusatz – da geht es ordentlich auf und ab. Ganz anders als in Emmerich, wo alles flach ist. „Das war gewöhnungsbedürftig“, erinnert sich die Pfarrerin an ihre ersten Fahrten „mit meinem alten Auto“. Landschaftlich und sprachlich sei hier im Badischen alles anders und dennoch gebe es Parallelen. So war der Name ihrer Kirche in Emmerich ebenfalls „Christuskirche“ und sowohl hier wie dort wirke sie in Diaspora-Gemeinden. Etwa zehn Prozent der hiesigen Bevölkerung seien evangelisch. 1 850 Mitglieder hat ihre neue Gemeinde und Pfarrerin Mühlenberg-Knebel hofft, dass es bald einige mehr sein werden.

57-Jährige steckt voller Tatendrang

Die 57-jährige steckt voller Tatendrang. Bei ihrem Amtsantritt war sie zunächst sehr angetan vom herzlichen Willkommen, das ihr die katholischen Pfarrer-Kollegen gleich in den ersten Tagen entgegenbrachten. Außergewöhnlich empfindet sie die Zusammenarbeit bei den Konfirmationen, die in den katholischen Kirchen stattfinden. Und ja, natürlich ist es schwierig, neu anzufangen, wenn man (fast) niemanden treffen kann. Aber sie habe einen engagierten Kirchen-Gemeinderat und viele aktive Ehrenamtliche kennengelernt.

„Ich habe in den ersten Wochen viel telefoniert und gemailt, was natürlich die persönliche Begegnung nicht ersetzen kann“, sagt Anke Mühlenberg-Knebel und freut sich auch darüber, „zu schauen, was jetzt möglich ist.“

So seien die ersten Wochen wie im Flug vergangen mit Überlegungen, was unter welchen Bedingungen stattfinden kann. An Heiligabend sei der Gottesdienst in der Kapelle zum Guten Hirten Sand aufgezeichnet worden, um ein digitales Angebot machen zu können. Das sei sehr gut angenommen worden und auch einige Besucher aus Emmerich waren gezählt worden, nachdem dort alle Gottesdienste abgesagt waren.

„Wir werden auch weiterhin Präsenzgottesdienste anbieten“, erklärt Pfarrerin Mühlenberg-Knebel, „parallel dazu veröffentlichen wir alle Texte und Lieder auf der Homepage, sodass die Menschen den Gottesdienst zuhause mitlesen können.“

Neue Impulse geplant

Neue Impulse plant Anke Mühlenberg-Knebel mit ortsübergreifenden Theatergruppen und Kinder-Bibeltagen. Und sie möchte die Gottesdienste interessant gestalten, zum Beispiel durch unterschiedliche Musik.

Da hat sie einen guten Ratgeber zur Seite, denn Ehemann Torsten ist Kirchenmusiker. Er weilt mit dem jüngsten Sohn noch in Emmerich. Moritz macht dort gerade das Abitur. Sein älterer Bruder Maximilian ist derzeit im Rahmen des Studiums in Berlin. Beiden Jungs hat es in Bühlertal gefallen und dass es an Heiligabend auch noch geschneit hat, war natürlich beeindruckend und ein Foto für die Freunde in Emmerich wert.

Anke Mühlenberg-Knebel fühlt sich gut angekommen: „Ich freue mich auf die Herausforderung, auf das Neue, auf die Begegnungen mit den Menschen“, sagt sie. Schließlich könne sie ihren absoluten Traumberuf ausüben: „Schon mit 14 Jahren habe ich gewusst, dass ich Pfarrerin werden möchte.“ Schön, dass sie jetzt in der Region wirken darf.

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Erstellt:
7. Januar 2021, 14:00 Uhr
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