Anmelderekord an der Hardtschule

Durmersheim (yd) – So viele Fünftklässler wie noch nie wurden für dieses Schuljahr an der Hardtschule Durmersheim angemeldet. Diese ist räumlich laut Rektor Volker Arntz nun an ihrer Grenze angelangt.

So viele Fünftklässler wie noch nie wurden für dieses Schuljahr an der Durmersheimer Hardtschule angemeldet. Foto: Yvonne Hauptmann

© yd

So viele Fünftklässler wie noch nie wurden für dieses Schuljahr an der Durmersheimer Hardtschule angemeldet. Foto: Yvonne Hauptmann

95 Anmeldungen für die fünfte Klasse – das gab es an der Hardtschule Durmersheim bis zu diesem Schuljahr noch nie. Rektor Volker Arntz macht dennoch keine Freudensprünge. Grund für die Zurückhaltung: Die Schule ist eigentlich zweizügig, bekommt in diesem Schuljahr die Dreizügigkeit räumlich gerade so hin. Von den angemeldeten Fünftklässlern konnte man nur 72 aufnehmen.

Viele Schüler abgelehnt

Das heißt, die Hardtschule musste ins sogenannte Aufnahme- und Lenkungsverfahren eintreten. Zusammen mit dem Staatlichen Schulamt wurden Kriterien erarbeitet, welche Schüler aufgenommen werden können und welche nicht. „Das letzte Wort hatte aber das Schulamt“, so der Rektor. In der Praxis heißt dies: Kinder aus Ötigheim und Forchheim mussten abgelehnt werden. „Das war teils ein sehr emotionaler Prozess für die Schüler und Eltern“, weiß Arntz, dem man ebenfalls anmerkt, dass ihm die Entscheidung, Schüler abzuweisen, nicht leicht fiel.

Seit die Hardtschule vor sieben Jahren von einer Werkreal- zu einer Gemeinschaftsschule umgemodelt wurde, ist sie kontinuierlich gewachsen. „Als ich vor elf Jahren kam, waren wir in der fünften Klasse noch einzügig“, erinnert sich der Pädagoge. Das heißt, die Anmeldezahlen reichten gerade so für eine Klasse 5. Bis zu diesem Schuljahr gab es immer zwei fünfte Klassen, nun sind es zum ersten Mal drei. „Damit kommen wir momentan klar, auch wenn wir, was die Raumkapazität betrifft, ausgelastet sind“, sagt Arntz.

Unendliches Wachstum ist nicht das Ziel

Wie geht es weiter? „Das muss man abwarten. Im Prinzip müsste man in der Raumschaft entscheiden, wie groß wir werden sollen, meint Arntz: „Bleiben wir maximal dreizügig und gehen dann halt jedes Jahr ins Lenkungsverfahren, falls es mehr Anmeldungen gibt? Oder erweitert man die Schule und schafft somit Platz für eine Vierzügigkeit?“ Generell gelte es, zunächst abzuwarten. Man wisse ja noch gar nicht, ob das große Interesse bestehen bleibt. Die Anmeldezahlen belegen übrigens, dass die Schülerschaft der Hardtschule immer heterogener wird: 25 Prozent der neuen Fünftklässler hatten eine Gymnasialempfehlung, 37 Prozent eine für die Realschule, der Rest sind Hauptschulkandidaten und Inklusionsschüler.

Sollte die Hardtschule tatsächlich vierzügig werden, müssten sich Schulleitung, Durmersheimer Gemeindeverwaltung und die Verantwortlichen beim Schulamt an einen Tisch setzen und einen Plan erarbeiten – mit den gegebenen Raumverhältnissen wäre eine Ausweitung auf vier Klassen pro Jahrgangsstufe jedenfalls auf keinen Fall möglich. Eine räumliche Erweiterung der Schule ist allerdings schwierig, das weiß Arntz auch. „Das Gebäude ist von seiner Struktur her an der Kapazitätsgrenze. Man kann hier kein Stockwerk mehr draufpacken und an vielen Ecken und Enden würde es eng werden. Das geht schon bei den Fahrradständern los.“

Bei aller Freude darüber, dass das Durmersheimer Gemeinschaftsschulmodell inzwischen auch bei den Eltern Akzeptanz gefunden hat – unendlich wachsen wollen Volker Arntz und die 52 Lehrkräfte mit ihrer Hardtschule nicht. „Wir finden eigentlich, Qualität ist besser als Quantität. Die Schüler, die jetzt unsere Schule besuchen, hätten keinerlei Vorteile davon, wenn diese immer größer wird. Je stärker wir werden, desto mehr geht die Qualität zurück“, meint Arntz, „und das kann nicht in unserem Interesse sein“.

Zum Artikel

Erstellt:
20. Oktober 2021, 15:30 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 35sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.