Anselm-Kiefer-Museum für Ottersdorf?

Rastatt (ema) – Der weltberühmte Künstler Anselm Kiefer hat sein Elternhaus in Ottersdorf von der Stadt gekauft. Im Gespräch ist, dass dort nach der Restaurierung ein Museum entsteht.

Die Handwerker sind zugange: Das ehemalige Schullehrerhaus in Ottersdorf, das Anselm Kiefer von der Stadt Rastatt gekauft hat.Foto: Egbert Mauderer

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Die Handwerker sind zugange: Das ehemalige Schullehrerhaus in Ottersdorf, das Anselm Kiefer von der Stadt Rastatt gekauft hat.Foto: Egbert Mauderer

Bekommt Ottersdorf nach dem Riedmuseum jetzt noch ein Anselm-Kiefer-Museum? Der weltberühmte Maler und Bildhauer, der überwiegend in Südfrankreich lebt und arbeitet, hat von der Stadt Rastatt das frühere Schullehrerhaus an der Ecke Rheinstraße/Friedhofstraße gekauft. Dort soll nach seinem Wunsch ein Museum entstehen, berichtete Ortsvorsteher Stefan Lott im Ortschaftsrat.

Kiefers Vater Albert begann seine Laufbahn als Kunstpädagoge nach dem Zweiten Weltkrieg an der Schule des Rieddorfs; die Familie lebte einige Jahre in dem eigens geschaffenen Lehrerhaus. Nachdem es für diese Zwecke nicht mehr gebraucht wurde, vermietete die Stadt die Wohnungen. Als Anselm Kiefer zugriff, fanden die Bewohner mit Unterstützung der Verwaltung eine neue Bleibe.

Warten auf das Konzept

Im BT-Gespräch sagte Lott, dass Kiefer zuletzt vor über einem Jahr in Ottersdorf gewesen sei und sich mit OB Hans Jürgen Pütsch und ihm ausgetauscht habe. Seit einiger Zeit sind Handwerker in dem Gebäude Friedhofstraße 1 zugange; neue Fenster sind bereits eingebaut. „Wir warten darauf, dass er sein Konzept vorstellt“, hofft der Ortsvorsteher, dass die Funkstille bald vorbei ist. Offenbar strebt der 76-jährige Künstler an, dass das Haus im Zustand der 50er-Jahre restauriert wird. Deshalb soll vor dem Gebäude auch ein Garten angelegt werden, der einst zugunsten des öffentlichen Straßenraums geopfert wurde. Es seien noch viele Schritte zu tun, sagt Lott.

Seine Verbundenheit mit seiner Heimatstadt Rastatt hat Anselm Kiefer bereits mit der Schenkung mehrerer Werke unterstrichen. Am prominentesten ist die Monumental-Collage „Wege der Weltweisheit: die Hermannsschlacht“, die in der städtischen Galerie Fruchthalle hängt.


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