Ansturm auf das Stadtmuseum

Baden-Baden (hez) – Einen Besucheransturm gab es im vergangenen Jahr im Baden-Badener Stadtmuseum. Zwei Sonderausstellungen zu Turgenev und zur Tourismus-Geschichte der Region standen besonders im Blickpunkt.

Über einen Besucherrekord freut man sich im Baden-Badener Stadtmuseum.Foto:  Zorn

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Über einen Besucherrekord freut man sich im Baden-Badener Stadtmuseum.Foto: Zorn

Auf ein erfolgreiches und arbeitsreiches Jahr blickt das Baden-Badener Stadtmuseum zurück. Dies geht aus der Jahresbilanz von Museum und Archiv hervor, der demnächst im Hauptausschuss des Gemeinderats vorgestellt wird.
Mit knapp 11000 Gäste verzeichnete das Stadtmuseum im Alleehaus im vergangenen Jahr einen Besucherrekord. Erstmals ist es gelungen, die 10000er-Marke zu „knacken“. Verantwortlich dafür waren vor allem zwei Sonderausstellungen, die sich als Besuchermagneten erwiesen.

In den ersten drei Monaten stand Ivan Turgenev unter dem Titel „Russland in Europa – Europa in Russland“ im Blickpunkt. Im Mai wurden dann in Baden-Baden und drei weiteren regionalen Museen die Ausstellungen „Landpartien Nordschwarzwald“ eröffnet, in denen es um die touristische Erschließung geht. Die Baden-Badener Präsentation „Reise ins Weltbad“ befasst sich mit der touristischen Entwicklung von 1800 bis zum Ersten Weltkrieg. Diese Ausstellung wurde in Teilen bis zum 19. Januar verlängert.

Die historischen Sammlungen konnten durch diverse Schenkungen erweitert werden. Dazu gehören unter anderem eine historische Karte der Postkutschenlinien von 1827, ein kleines Wachsporträt von Edouard Bénazet sowie Werbematerialien von ehemaligen Baden-Badener Geschäften und Firmen.

Das Stadtmuseum möchte 2020/21 die digitale Erfassung sowie die wissenschaftliche und fachliche Bearbeitung der umfangreichen Bestände verstärkt in den Vordergrund rücken und dafür die Ausstellungstätigkeit für ein Jahr zurückfahren. Die Wanderausstellung des Landesarchivs „Demokratie wagen? Baden 1818 - 1819“ ist noch bis zum 2. Februar zu sehen, vom 7. März bis 21. Juni findet die große Landesausstellung der Staatlichen Kunsthalle in Kooperation mit dem Stadtmuseum unter dem Titel „Körper. Blicke. Macht. Eine Kulturgeschichte des Bades“ statt.
Kein Platz mehr im Stadtarchiv
Das Stadtarchiv verzeichnete im vergangenen Jahr mit 483 schriftlichen und telefonischen Anfragen das höchste Niveau der Kundenbetreuung und Auskunftserteilung seit Beginn der statistischen Erhebung solcher Zahlen. Obwohl reguläre Aktenzugänge, so heißt es im Jahresbericht, aufgrund der nahezu ausgeschöpften Lagerungsmöglichkeiten im Baldreit-Gebäude derzeit nicht möglich sind, musste man etliche Akten aus unterschiedliche Bereichen der Stadtverwaltung übernehmen. Hinzu kamen unter anderem der umfangreiche Nachlass von BT-Mitarbeiter Karl Reinbothe sowie die Archive des Gesangvereins Yburg Neuweier und der Gesellschaft der Freunde junger Kunst. Ein großes Projekt war 2019 die Digitalisierung des gesamten Filmbestands.

Außerdem wird im Jahresbericht die schwierige Lage des Archivs aufgrund des mangelnden Brandschutzes im Baldreit-Gebäude betont. Hier sei noch keine zufriedenstellende Lösung erreicht worden.

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Erstellt:
6. Februar 2020, 18:00 Uhr
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