Anzahl der Förderanträge im Kreis stark rückläufig

Rastatt (mak) – Das Land hat ein Förderprogramm aufgelegt, mit dem der fachgerechte Schnitt von Obstbäumen bis 2025 bezuschusst wird. Im Vergleich zum ersten Förderzeitraum sind die Anträge rückläufig.

 Um eine gute Ernte zu erhalten, ist ein fachgerechter Baumschnitt erforderlich. Foto: dpa/Andrea Warnecke

© dpa

Um eine gute Ernte zu erhalten, ist ein fachgerechter Baumschnitt erforderlich. Foto: dpa/Andrea Warnecke

Die Antragsfrist läuft noch bis zum 15. Juni. Uwe Kimberger von der Beratungsstelle für Obst- und Gartenbau im Landratsamt und das Regierungspräsidium Karlsruhe stehen zu folgenden Fragen Rede und Antwort:
Wie viele Anträge wurden von 2015 bis 2020 gestellt?

Das erste Landesprogramm umfasste landesweit 1.090 Anträge mit 405.044 Bäumen; im Regierungsbezirk Karlsruhe 194 Anträge mit 67.046 Bäumen; im Landkreis Rastatt 22 Anträge mit 7.835 Bäumen und im Stadtkreis Baden-Baden zwei Anträge mit 1.136 Bäumen. Die Antragsstellen waren Gruppen von Privatpersonen, Vereine, Gemeinden.

Wie viele Anträge sind es bislang für den neuen Förderzeitraum?

Die Anträge für den Landkreis Rastatt und den Stadtkreis Baden-Baden sind beim Regierungspräsidium Karlsruhe zu stellen. Dort lagen am 6. Juli dem zuständigen Referat vier Anträge (zwei Personengruppen, zwei Vereine) über 1.297 Bäume vor. Da die Antragsfrist erst am 15. Juli endet, kann sich dies noch ändern. Laut Landwirtschaftsministerium liegt die jährliche Fördersumme bei rund 3,3 Millionen Euro. Dies entspricht 220.000 jährlichen Schnitten.

Die Beratungsstelle für Obst- und Gartenbau führt Kontrollen durch. Gibt es hierfür ein Raster?

Bei diesen Landesprogrammen sind Kontrollen vorgesehen. Zuständig sind die Landwirtschaftsämter. Da eine besondere Fachkenntnis erforderlich ist, hat das Landratsamt Rastatt die Kontrollen, die stichprobenartig erfolgen, der Beratungsstelle für Obst- und Gartenbau übertragen. Das Landwirtschaftministerium lost die Anzahl und die Flächen aus. Vor Ort findet je nach vorgefundenen Sachverhalten eine 20-prozentige, 40- oder 100-prozentige Kontrolle statt. In diesem Jahr wurde Bietigheim als Kontrollbereich ausgelost. Es wurden keine fachlich falschen Schnittmaßnahmen festgestellt. Bei den Kontrollen 2016 bis 2019 wurden auch keine gravierenden Schnittfehler festgestellt.

Was wurde im Einzelnen bemängelt?

Ein Grundstück war nicht außer- sondern innerorts, es fand kein Schnitt statt, einzelne Baumarten gehörten nicht zum Förderprogramm (beispielsweise Walnuss, Pfirsich, Nektarine, Spindel- und Säulenbäume mit Apfel oder Birne), die Bäume wurden in der Zwischenzeit gerodet, die Schnittmaßnahme konnte nicht ausgeführt werden und dies wurde nicht gemeldet, bei der Antragsstellung gab es einen Zahlendreher bei der Flurstück-Nummer, während der Laufzeit fiel ein Baum aus und es erfolgte keine Berichtigung oder es wurden witterungsbedingt nicht alle beantragten Bäume geschnitten.

Was passiert mit Zuschuss-Beziehern, die ihre Bäume nicht fachgerecht geschnitten haben?

Landesweit werden jährlich fünf Prozent der Auszahlungsanträge stichprobenartig durch die Landratsämter vor Ort geprüft. Sofern dabei festgestellt wird, dass zur Förderung beantragte Schnittmaßnahmen in der aktuellen Schnittsaison nicht durchgeführt worden sind, führt dies zu einer Kürzung der vom Antragsteller gemeldeten Schnitte und somit zu einer Verringerung der Fördermittel. Weitere Sanktionierungen wegen Falschangaben gibt es grundsätzlich nicht.


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.