Apotheke in Bad Rotenfels bleibt erhalten

Gaggenau (ans) – Die St.-Laurentius-Apotheke in Bad Rotenfels hat mit Ralph Thomas aus Baden-Baden seit 1. März einen neuen Inhaber. Filialleiter bleibt Clemens Noe, der seit 16 Jahren dort arbeitet.

Apotheker Ralph Thomas will in der etablierten Apotheke mit eingespieltem Team wenig ändern. Foto: Apotheke im Kaiserhof

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Apotheker Ralph Thomas will in der etablierten Apotheke mit eingespieltem Team wenig ändern. Foto: Apotheke im Kaiserhof

Damit bleibt eine Traditionsapotheke im Murgtal, die es bereits seit 190 Jahren gibt, erhalten.

Das rote „A“ auf weißem Grund ist auf dem Land immer seltener zu sehen. Die Auswahl an Apotheken nimmt stetig ab. Seit 2013 sind im Murgtal sechs Apotheken geschlossen worden. Nach der Schließung der Flößer-Apotheke in Hörden 2019 haben im vergangenen Jahr die Sonnen-Apotheke in Bad Rotenfels und die Johannes-Apotheke in Forbach zugemacht.

Nicht überall findet sich jemand, der nachfolgt

Nachdem der Inhaber Horst Metelmann im vergangenen Juli verstarb, hätte dieses Schicksal auch die St. Laurentius-Apotheke ereilen können. Denn Filialleiter Noe habe keine Ambitionen gehabt, die Apotheke selbst als Inhaber weiterzuführen, wie er im Gespräch mit dem BT sagt.

Auch der neue Inhaber Thomas hatte zunächst „nicht geplant, eine Apotheke zu übernehmen“. Er betreibt die Apotheke im Kaiserhof in Baden-Baden. Doch nachdem er sich die Räumlichkeiten vor Ort anschaute, habe er sich zum Kauf entschlossen. „Ich plane keine drastischen Veränderungen“, betont der Baden-Badener. Dennoch: In Sachen „Optimieren, Renovieren und Umgestalten“ werde „das eine oder andere passieren“, kündigt er an. Konkrete Vorstellung habe er diesbezüglich jedoch noch keine.

Personelle Struktur soll bleiben

„Bad Rotenfels hat nur noch eine Apotheke und die Rotenfelser sind stolz auf ihre Apotheke. Das ist es wert, zu erhalten“, nennt er als Hauptgrund für seine Entscheidung. Auch das Team sei eingespielt: „Ich möchte die personelle Struktur nicht verändern.“ Da er selbst in seiner Apotheke im Kaiserhof „stark eingebunden“ sei, werde er wahrscheinlich selten im Murgtal sein. Zudem sei das Geschäft dort bereits etabliert und der Ort groß genug für eine eigene Apotheke, wie Thomas meint.

Doch wie die Flößer-Apotheke in Hörden und die Johannes-Apotheke in Forbach beispielhaft zeigen, findet sich längst nicht überall jemand, der das Geschäft übernimmt. Das Problem: Die Branche plagt ein Fachkräfte- und Nachfolgermangel, viele Apotheken machen dicht – ein Ende des Apothekensterbens ist nicht absehbar.

Das bestätigt Tatjana Zambo, Präsidentin des Landesapothekerverbands Baden-Württemberg (LAV). Sie führt das Apothekensterben darauf zurück, dass es „in den meisten Fällen keinen Nachfolger gibt“. Außerdem seien die laufenden Kosten gestiegen, nicht jedoch der Umsatz. „Eine Apotheke zu übernehmen, ist auch mit einem finanziellen Risiko verbunden“, weiß Zambo, die selbst zwei Apotheken in Gaggenau betreibt.

Doch „die Apothekenversorgung im Murgtal ist nach wie vor gewährleistet“, versichert die LAV-Präsidentin. Dennoch betont sie: „So langsam ist der Punkt erreicht, an dem es nicht weniger werden sollten.“ Denn gerade in der Corona-Krise habe sich gezeigt, dass Apotheken vor Ort „sehr, sehr wertvoll“ seien.

Die St. Laurentius-Apotheke in Bad Rotenfels: Der frühere Inhaber ist im vergangenen Jahr gestorben. Jetzt übernimmt Ralph Thomas das Geschäft. Foto: Anna Strobel

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Die St. Laurentius-Apotheke in Bad Rotenfels: Der frühere Inhaber ist im vergangenen Jahr gestorben. Jetzt übernimmt Ralph Thomas das Geschäft. Foto: Anna Strobel

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BT-Volontärin Anna Strobel

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Erstellt:
22. März 2022, 14:00 Uhr
Lesedauer:
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